Agrarminister fordert beschränkte Abschussfreigabe für Wölfe

Problemwolf Kurti

In Niedersachsen hatte der im Internet liebevoll „Kurti“ genannte  MT6 im Frühjahr 2016 für Aufregung gesorgt. Der verhaltensauffällige Rüde wurde Ende April schließlich erschossen. Er war damit der erste und bisher einzige Wolf in Deutschland, der legal getötet wurde.

Wolf M-06 "Kurti" ©ScreenshotNDR

Wolf M-06 „Kurti“ ©ScreenshotNDR

Das niedersächsische Umweltministerium teilte mit, dass sich das Tier auffällig verhalten, die natürliche Fluchtdistanz nicht eingehalten und sich wiederholt Menschen genährt hat. „Bei allen Maßnahmen steht die Sicherheit der Menschen immer an erster Stelle“, heißt es aus dem Ministerium.

Durch eine EU-Richtlinie sind Wölfe streng geschützt. Über die Umsetzung des Gesetzes und damit auch den Abschuss von verhaltensauffälligen Tieren entscheiden aber die Bundesländer.

Artenschutz hat eine Kehrseite

Eigentlich ist es ein Erfolg für den Artenschutz, dass sich Wölfe wieder ausbreiten, denn lange Zeit gab es in Deutschland keine mehr. Im abgelaufenen Monitoring-Jahr 2015/16 waren es laut Bundesamt für Naturschutz 46 Rudel, 15 Paare und 4 sesshafte Einzeltiere. Allein rund 120 bis 130 erwachsene Wölfe streifen in Deutschland durch die Landschaft – und reißen immer häufiger Weidetiere.

70 Schafe haben Wölfe zum Beispiel allein in einem Jahr in Sachsen-Anhalt getötet. Die Wölfe in Deutschland leben hauptsächlich in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Tierschützer, Jäger und Bauern sind sich darin einig, dass es bessere Regeln für den Umgang mit dem Wolf braucht, auch weil die Akzeptanz für das Tier stark zurückgeht.

Abschussfreigabe für Wölfe

Wolf (Symbolbild) ©Flickr

Keine Scheu beim Wolf

Der Wolf hat laut Deutschem Jagdverband keine angeborene Scheu vor Menschen: „Die Scheu wird erlernt und an die nächste Generation weitergegeben. Wir müssen dem Wolf also beibringen: Halte dich vom Menschen und seinen Nutztieren fern“, erklärte Jagdverbandssprecher Torsten Reinwald. Wenn das nicht gelingt, müsse auch ein Abschuss schnell und unbürokratisch möglich sein.

PM DJV