
Gänse ganz nah
Liebe Leser,
haben Sie sich schon den Beitrag „Schießen, töten, posten: Wie gefährlich ist der neue Jagd-Hype?“ des SWR angetan? Nein? Dann sollten Sie das nachholen (ARD-Mediathek). Die Dokumentation sollte kritisch den Lifestyle-Trend rund um die Jagd beleuchten, die lasche Ausbildung an den Jagdschulen und den leichten Zugang zu Schusswaffen aufzeigen. Verantwortlich für die monatelange Recherche, wie es heißt, war das investigative SWR-Format „team.recherche“. Herausgekommen ist keine Dokumentation, sondern ein schlecht gemachtes Filmchen, was nur ein Ziel hat: Jagd und Jäger in den Dreck zu ziehen. Dass Influencer Rouven Kreienmeier (jagen.nrw_official) vor laufender Kamera beim Lügen erwischt wurde – geschenkt. Was jedoch bleibt, ist die Botschaft, dass selbst den angesehenen Jagd-Influencern nicht zu trauen ist, weil sie für gute Bilder oder Likes Gesetze brechen (Drohnenflug im Naturschutzgebiet).
So etwas wie der rote Faden (ansonsten fehlt er) der Geschichte ist ein Jäger, dessen Sohn bei einem tragischen Jagdunfall ums Leben gekommen war. Dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen sind, es damit auch kein Urteil gibt, scheint dem Recherche-Team egal. Was zählt, sind Bilder, die für Betroffenheit sorgen und den Zuschauer emotional in die „richtige Richtung“ lenken.
Um die Schießgeilheit der jungen, schlecht ausgebildeten Jäger zu untermauern, werden Schusssequenzen von Hunt on Demand (HOD) eingeflochten, aber nicht erklärt …
Das ganze Editorial lesen Sie wie immer in der aktuellen Ausgabe.
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