Dürre in Bayern: Wald und Wild leiden gleichermaßen

Die anhaltende Dürre in Bayern hat gravierende Folgen für Wald und Wildtiere. Nach Angaben des Bayerischen Jagdverbands (BJV) sind in einigen Regionen bereits bis zu 30 Prozent der Rehkitze an den Folgen von Hitze und Trockenheit verendet.

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Die Dürre hat folgen für viele Wildtierarten. Es fehlt an Wasser und Nahrung. © Pixabay / Heiko Stein

Seit Wochen leiden Bayerns Wälder und Wildtiere unter anhaltender Hitze und Trockenheit. Nach Einschätzung des Bayerischen Jagdverbands (BJV) gefährdet die Dürre in Bayern nicht nur den Wald und seine natürliche Verjüngung, sondern das gesamte Ökosystem.

Besonders betroffen sind heimische Wildtiere. In einigen Regionen Bayerns sollen bereits bis zu 30 Prozent der Rehkitze an den Folgen der Trockenheit verendet sein. Auch Bodenbrüter wie Kiebitz, Rebhuhn und Fasan leiden unter den außergewöhnlich trockenen Bedingungen.

Rehkitze und Bodenbrüter besonders betroffen

Die Auswirkungen der Dürre treffen viele Wildtierarten gleichzeitig. Neben Rehkitzen fehlt auch zahlreichen Bodenbrütern Wasser und Nahrung. Die anhaltende Trockenheit erschwert die Aufzucht des Nachwuchses und kann langfristige Folgen für die Bestände haben.

Nach Einschätzung des Bayerischen Jagdverbands müssen diese Verluste künftig auch bei jagdlichen Entscheidungen berücksichtigt werden. Vor allem in besonders stark betroffenen Regionen könne ein Ausfall des diesjährigen Nachwuchses Auswirkungen auf zukünftige Abschussplanungen haben.

Jäger versorgen Wildtiere mit Wasser

Bayerns Jäger unterstützen das Wild im Rahmen ihrer gesetzlichen Hegepflicht aktiv. In vielen Revieren werden Wasserstellen eingerichtet oder bestehende Wildtränken regelmäßig aufgefüllt. In einem Landkreis Unterfrankens erhielten Jäger sogar die behördliche Genehmigung, begrenzte Mengen Wasser aus dem Main zu entnehmen, um Wildtiere während der Dürre in Bayern zu versorgen.

Davon profitieren nicht nur Rehe und Hasen. Auch zahlreiche Vogelarten, Insekten und kleinere Säugetiere wie die seltene Kurzohrmaus nutzen die Wasserstellen als lebenswichtige Trinkquelle.

Kritik an Forderungen nach stärkerer Bejagung

Deutliche Kritik äußert der Bayerische Jagdverband an Forderungen des Bund Naturschutz in Bayern (BN), den Abschuss von Wildtieren angesichts der Trockenheit zu erhöhen. BJV-Präsident Hubert Stärker hält diese Forderung für nicht zielführend. Nach seiner Auffassung müsse berücksichtigt werden, dass viele Wildarten bereits erhebliche Nachwuchsverluste durch die Dürre erlitten haben. Eine pauschale Erhöhung der Abschüsse könne diese Entwicklung zusätzlich verschärfen.

Auch die These, eine intensivere Bejagung könne Waldbrände oder das Waldsterben verhindern, weist der BJV entschieden zurück. Statt ideologischer Debatten fordert der Verband eine sachliche Diskussion über die tatsächlichen Ursachen der Schäden.

Waldumbau braucht Zeit und Zusammenarbeit

Der Bayerische Jagdverband unterstützt den notwendigen Waldumbau ausdrücklich. Besonders befürwortet wird die Förderung heimischer, trockenheitsresistenter Baumarten wie Traubeneiche, Stieleiche, Hainbuche und vieles mehr.

Gleichzeitig betont der Verband, dass ein erfolgreicher Waldumbau Zeit, fachliche Planung und die Entscheidungsfreiheit der Waldbesitzer erfordert. Welche Baumarten künftig gepflanzt werden, müsse weiterhin in ihrer Verantwortung liegen.

BJV fordert gemeinsamen Einsatz für Wild und Wald

Der Bayerische Jagdverband ist überzeugt, dass sich die Folgen des Klimawandels nur gemeinsam bewältigen lassen. Statt gegeneinander zu arbeiten, sollten Naturschutzverbände, Waldbesitzer und Jägerschaft enger zusammenarbeiten.

Hubert Stärker appelliert deshalb an den Bund Naturschutz, den Dialog mit den Jägern zu suchen. Ziel müsse es sein, das gesamte Ökosystem im Blick zu behalten, einschließlich der heimischen Wildtiere. Gerade in Zeiten zunehmender Hitze und längerer Trockenperioden brauche es gemeinsame Lösungen für den Schutz von Wald, Wild und Artenvielfalt.