Pfingstböcke – Die Kunst des Ansprechens

Pfingstböcke richtig ansprechen – JÄGER Redakteur Gerhard Henrici hat einige praktische Tipps für Sie parat, damit die Bockjagd an Pfingsten von Erfolg gekrönt ist.

Bevor wir uns mit dem Altersansprechen von Rehböcken befassen, möchte ich einiges vorausschicken: Bis zur Blattzeit ist der Jährling relativ sicher vom Zweijährigen zu unterscheiden. Der bessere Zweijährige ist zuweilen ein Dreijähriger. Der Dreijährige kann umgekehrt ein stärkerer Zweijähriger , aber auch genausogut ein Vierjähriger sein. Der Vierjährige ist häufiger ein Dreijähriger als ein Fünfjähriger. Entsprechendes gilt für den Fünfjährigen. Und erst beim Sechsjährigen kann man sich relativ sicher sein, einen reifen Bock vor zu haben. Exakter wird ein Ansprechen kaum gelingen.

Pfingstböcke – Ohne Ansprechen geht es nicht 

Wer auf Jagd geht, muss ansprechen können. Selbst der leidenschaftlichste Waldbeschützer muss erkennen können, ob das rote Etwas vor ihm auf der Schneise ein zu schonender Mäusevertilger mit buschiger Lunte oder ein zu erlegender Bäumchenverbeißer mit Spiegel ist.
Und in der Zeit vor dem 1. September und nach dem 15. Oktober muss er sogar das Geschlecht bestimmen können. Doch diese einfache Einteilung genügt sicher nur den wenigsten.
Insbesondere bei den Böcken möchte das Gros von uns wissen, ob es sich um einen jungen, mittelalten oder alten handelt. Und erst wenn wir das ungefähre Alter glauben zu wissen, können wir ein Urteil über die Qualität sowohl in körperlicher als auch geweihlicher Hinsicht fällen.
Somit wird deutlich, dass es beim Ansprechen von Rehböcken in erster Linie um die Altersermittlung geht.
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Rehbock ©Flickr/David van der Mark

Gilt auch für die Pfingstböcke – Regeln sind Anhaltspunkte 

 Um sich das Leben einfacher zu gestalten, neigt der Mensch dazu, Regeln aufzustellen. Bezüglich der Altersbestimmung beim Rehbock gibt es eine ganze Reihe dieser Krücken. So soll der junge Bock eher verfärben, den Zweijährigen ein Muffelfleck zieren oder der alte Bock ein graues Gesicht haben.
All diesen Regeln ist gemein, dass die Ausnahme die Regel zu sein scheint. Somit macht es eher Sinn, sie als Anhaltspunkte statt als Regeln zu betrachten.
Wenn man eine Regel aufstellen möchte, dann diese: Männliches Rehwild ist niemals rosenstocklos. Schon mit Einschränkungen wäre die Regel zu betrachten, das auf dem (Einstangenbock) oder den Rosenstöcken mehr oder minder große Stangen thronen. Denn schließlich haben zum Ende der Jagdzeit bereits viele Böcke abgeworfen.