Blattzeit – Erfolgreich auf den Rehbock jagen

Liest man Fachbücher zum Thema Blattjagd, so kann man schnell zu dem Schluss kommen, dass man vor allem weiß, dass man nichts weiß. Wir klären Sie über die Besonderheiten der Blattzeit auf. Von JÄGER Redakteur Gerhard Henrici.

Es gibt kein erkennbares Schema beim Reh. Zu oft gibt’s Ausnahmen, zu selten erkennbare Regeln. Trotzdem gibt es einige Anhaltspunkte, um die Blattjagd zu optimieren, die unsere Experten in ihrer Gesamtheit hier für Sie zusammen getragen haben.

Die besten Tage für die Lockjagd auf den Rehbock

Am vielversprechendsten ist die Zeit zwischen dem 25. Juli und 15. August. In tieferen Lagen früher, im Hochgebirge später. Wenn man das Revier kennt, so erahnt man die Tages- und Brunftverläufe. Wenn die Böcke treiben, so sind die ersten zwei bis drei Tage des guten Springens vorbei, die Platzböcke haben ihre Ricken und sind ganz schwer von ihnen wegzulocken. Junge, revierlose Böcke, die in der Brunft mitmischen wollen, werden einem auch in dieser Zeit zustehen, aber eben nicht die erhofften Reifen.

Dickenüberschuss bei der Blattjagd

Wenn die meisten Ricken beschlagen sind und sich die Alten ein bis drei Tage ausgeruht haben, so hat man noch einmal eine große Chance auf einige gute Brunfttage. Eines der Hauptprobleme liegt auch darin, dass das Geschlechterverhältnis meist weit entfernt ist von 1:1. Der Rickenüberhang ist vielerorts zu erkennen, und es tut der Brunftjagd mit dem Blatter nicht gut, da somit die meisten Böcke vergeben sind, und das gleich mehrmals in dieser kurzen Zeit.

Rehbock jaegermagazin blattzeit rehbock ricke blatten jagd Burkhard Winsmann Steins

©Burkhard Winsmann-Steins

Die beste Tageszeit für die Blattjagd

Experten halten wenig davon, ganz in der Früh zu blatten und im letzten Licht am Abend. Nicht weil sie da nicht springen, sondern einerseits ist es einem brunftigen Bock relativ egal, wann der Waidmann aufsteht, und andererseits passieren im schlechten Licht die meisten Fehler. Wenn man das Glück hat, einige Tage blatten gehen zu können, so wird man es kaum durchhalten, jeden Tag ab 4.00 Uhr stramm zu stehen. Nebenbei verpasst man die guten Mittagsstunden, da man sich ja auch irgendwann ausruhen muss. Alles zwischen 8.00 und 20.00 Uhr sind daher als ideal anzusehen. Das Licht ist perfekt, und wenn man früh genug beginnt, so hat man einen langen Jagdtag vor sich.