Die Liste der Länder mit Afrikanischer Schweinepest ist um ein weiteres gewachsen. Am Ende jUliwurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals in Finnland festgestellt. Drei Frischlinge wurden der Gemeinde Virolahti im Südosten des Landes, unmittelbar an der Grenze zu Russland verendet gefunden.
Auf EU-Ebene existiert bereits ein erprobtes Regelwerk zur Vorbeugung, Bekämpfung und Tilgung der ASP. Dazu gehören Maßnahmen zur Überwachung, Biosicherheit, Regionalisierung sowie zur aktiven Seuchenbekämpfung. Für eine erfolgreiche Eindämmung der Tierseuche ist die enge Zusammenarbeit zwischen Veterinärbehörden, Jägerschaft und weiteren beteiligten Akteuren unverzichtbar. Diese Prozesse laufen jetzt auch an der finnischen Ostsee an.
ASP: Welche Maßnahmen gelten in der Sperrzone?
Nach dem Nachweis der ASP richteten die finnischen Behörden umgehend eine Sperrzone ein. Diese umfasst die Gemeinden Virolahti und Miehikkälä sowie Teile der Stadt Lappeenranta. Innerhalb dieses Gebietes gelten derzeit umfangreiche Einschränkungen. So ist das Pilze und Beerensammeln in dem ASP-Gebiet untersagt. Forstmaschinen, die in dem Gebiet gearbeitet haben, dürfen erst nach Desinfektion den Wald verlassen. Auch das Fahren abseits der Wege und die Jagd sind eingeschränkt. Ausgenommen bleibt die gezielte Wildschweinjagd, die unter Leitung der finnischen Lebensmittelbehörde durchgeführt wird. Ziel dieser Maßnahmen ist es, eine weitere Ausbreitung der Schweinkrankheit zu verhindern und den Seuchenausbruch möglichst schnell einzudämmen.

Sperrzone: In den Gemeinden Virolahti und Miehikkälä sowie Teile von Lappeenranta ist die Jagd aktuell eingeschränkt. © Screenshot: Finnische Lebensmittelbehörde
Welche Aufgaben übernimmt die Jägerschaft beim Ausbruch?
Der finnische Jagdverband hat alle Jäger dazu aufgerufen, die behördlichen Anweisungen konsequent einzuhalten und auf eigenständige Maßnahmen innerhalb der Sperrzone zu verzichten. Gleichzeitig wird die Jägerschaft aktiv in die Bekämpfung der ASP eingebunden. Nach Angaben des Verbandes arbeitet die finnische Lebensmittelbehörde eng mit Wildbiologen und der örtlichen Jägerschaft zusammen. Die bereits bei anderen europäischen Ausbrüchen erfolgreich angewendeten Methodenwerden gemeinsam eingesetzt.
Wichtig ist die systematische Fallwildsuche, um die Viruslast in dem Gebiet zu senken. Mit jedem entfernten ASP-Kadaver verschwindet einen Ansteckungsquelle. Die behördlich ünterstütte Bestandsregulierungen ist ein weiterer wichtiger Posten. Je weniger Wildschweine in dem betroffenen Gebiet (über)leben, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus nach außen getragen wird. Die Überwachung der Wildschweinbestände in und vor allem um das Hochrisikogebiet hilft im Fall einer weiteren Ausbreitung rechtzeitig Massnahmen zu ergreifen, die den Vormarsch der Tierseuche stoppen. Dass es sich bei der Ursprungsrotte nur um drei Frischlinge gehandelt hat, ist eher unwahrscheinlich. Fraglich ist nun, ob weitere infizierte Rottenmitglieder auf finnischem Gebiet unterwegs sind oder vielleicht bereits Teile der Rotte auf russischem Staatsgebiet verendeten. Trotz intensiver Suche konnten auch fast zwei Wochen nach dem Ausbruch keinen weiteren mit ASP infizierten Wildschweinen nachgewiesen werden.
Warum spielt die Jägerschaft bei der ASP eine Schlüsselrolle?
Jäger verfügen über umfassende Revierkenntnisse, sind regelmäßig im Gelände unterwegs und besitzen wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Wildschweinbeständen. Erfahrungen aus anderen Ländern haben gezeigt: Diese Kenntnisse machen die Jägerschaft zu einem wichtigen Partner bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest – ohne sie geht es einfach nicht. Im Nachbarland Schweden erfolgreich konnte so der ASP-Ausbruch eingedämmt werden. Inzwischen gilt Schweden wieder als ASP-frei. Bis dahin ist es für Finnland noch ein langer Weg und man wird vorerst mit Handelsrestriktion leben müssen.









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