Kapitale Rehböcke – 10 Fakten für den Jäger

Rehbock Rehböcke Bock Bockjagd Roebuck Hunting Jagd Jägermagazin Rehwild Reh

©Pauline von Hardenberg

Kapitale Rehböcke sind das Ergebnis ihrer Genetik und der äußeren Bedingungen. Beides lässt sich durch richtige Hege beeinflussen.

Biologin Dr. Nina Krüger klärt zehn interessante Fragen, die Sie sich vielleicht schon immer gestellt haben. Denn Masse weckt Begehrlichkeiten und das Interesse, die Gründe hierfür zu hinterfragen. So bleibt es hoffentlich nicht nur bei dem frommen Wunsch,  erfolgreich auf die wirklich kapitalen Rehböcke zu waidwerken.

10 Fragen und Antworten zu Rehböcken

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Warum haben Rehböcke Rosen?

Die Rosen sind ein Gehörnmerkmal, das normalerweise ab dem zweiten geschobenen Gehörn gebildet wird. Der Rosenstock stellt eine sehr potente Wachstumszone dar, und Untersuchungen haben gezeigt, dass nur wenig Gewebematerial aus diesem Bereich zur Gehörnbildung an jeder anderen Körperstelle, ausgenommen den Schleimhäuten, führen kann und dies sogar bei anderen Säugetierarten funktioniert. Gerade der Übergang vom lebendigen Material des Rosenstocks in die weitgehend unbelebte Knochensubstanz der fertigen Stange ist sehr verletzungsempfindlich. Das Gehörn wird schließlich nicht nur verfegt, sondern dient auch der Einstandsmarkierung und wird für Auseinandersetzungen mit Konkurrenten benötigt. Die Rosen schützen diesen Bereich zumindest teilweise vor Unheil.

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Warum sind einige Rehböcke rosenlos?

Die einzelnen Geweihmerkmale sind genetisch festgelegt, das gilt auch für kapitale Rehböcke. So gibt es bestimmte Gene für Stangenlänge und -umfang, ebenso wie für Art und Länge der Vereckungen und für Form an sich. So wie es genetische Linien mit parallelen Stangen, korbförmigen Gehörnen oder starker Perlung gibt, gibt es eben auch solche, bei denen die Rosen weniger oder gar nicht ausgebildet werden. Natürlich kann es sich dabei auch um eine Entwicklungsstörung oder spontan auftretende Mutation handeln.

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Was ist dran an den Apfelbäumen und den starken Rehböcken?

Rehwildkenner wissen, dass unter Apfelbäumen kapitale Rehböcke wachsen. Warum, das ist schwierig zu beurteilen. Sicher sind Standorte, an denen Obstbäume gedeihen, aber allgemein günstig. Sie weisen gute Belichtung auf und verfügen über nährstoffreiche Böden, so dass auch die übrige Vegetation ringsum gehaltvoller sein wird als an schwächeren Standorten – teils sogar innerhalb eines Reviers. Äpfel sind zudem reich an Mineralstoffen, gute Energiespender und bis in den frühen Winter hinein verfügbar, wenn die Gehörnneubildung beginnt, die übrige Vegetation aber schon auf Spar amme ist.

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Wird aus dem Knopfbock noch was?

Die erste Lebensphase, insbesondere während des Säugens, entscheidet vielfach für das restliche Leben. Wer also während des Wachstums schlechte Bedingungen erfährt, bleibt Zeit seines Lebens körperlich eher zurück. Dies spielt vor allem beim Rehwild deshalb eine Rolle, weil die Geweihbildung in die äsungsarme Phase des Winters fällt. Um das Gehörn aufzubauen, muss Knochenmaterial aus den Rippen, dem Becken sowie der Wirbelsäule mobilisiert werden. Knopfgehörne sind meist das Merkmal besonders schwacher Jährlinge, die erst sehr spät die Pubertät erreicht haben und dieses Defizit kaum noch aufholen können. Es kann zwar vorkommen, dass sich ein Knopfbock, sollten sich seine äußeren Lebensumstände noch gravierend ändern, zu einem ganz passablen Bock entwickelt. Rekordniveau wird er allerdings kaum erreichen. Abnorme Gehörne, etwa aufgrund von Knochenbrüchen während des Schiebens, können sich durchaus in künftigen Jahren wieder verwachsen.

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