Den Ansitz auf den Fuchs richtig vorbereiten
1. Standortwahl für die Fuchsjagd im Oktober
Im Oktober hat man nur dort Waidmannsheil, wo der Fuchs auch regelmäßig auftaucht, um nach Fraß zu suchen. Der erfahrene Raubwildjäger unterhält aus diesem Grund mehrere Luderplätze im Revier, die er regelmäßig mit Köderbrocken bestückt. Auch Misthaufen an Ortsrandlagen oder Ställen (Kuhstall) sind immer eine heiße Fuchsadresse. Tipp: Regelmäßig anludern. Von Jahr zu Jahr steigt die Attraktivität des Luderplatzes.
Erfolgversprechend sind auch immer Stoppelfelder. Je mehr Mäuselöcher der Acker aufweist, desto besser. Leider werden viele Stoppelfelder bereits nach wenigen Tagen umgebrochen, was die Attraktivität für Reineke senkt. Auch an Schilffeldern lohnt sich der Ansitz, denn dort ruhen Füchse deutlich öfter als im Bau. Wird Körnermais im Revier angebaut, sollte unbedingt an der Feldkante oder auf einer der Schneisen angesessen werden.
2. Den Wind berücksichtigen
Der Fuchs verlässt sich stark auf seine Nase. Der Ansitz sollte deshalb so liegen, dass der Wind vom vermuteten Einstand zum Jäger oder zumindest quer an ihm vorbeistreicht. Erfahrene Raubwildjäger stellen an den besten Raubwildstellen die Sitze so, dass man fast immer sitzen bzw. bei ungünstigem Wind ausweichen kann. Dabei muss es nicht immer die hohe Baumleiter oder eine Kanzel sein. Manchmal reicht ein kleiner Bodenschirm. Weil Reineke sehr vorsichtig ist, sollte man auch beim Weg zum Sitz daran denken, nicht zu viel zu verwittern. Tipp: Eine Autospur stört meistens weniger als die frische Fährte des Raubwildjägers.
3. Früh die Schussentfernung festlegen
Bevor der Fuchs erscheint, sollten mögliche Schussfelder, Kugelfang und Entfernung bekannt sein. Damit man sich nicht verschätzt, was gerade im Feldrevier oder auf langen Schneisen sehr schnell gehen kann, sollte ein Entfernungsmesser benutzt werden. Inzwischen bieten zahlreiche Hersteller entsprechende Ferngläser an. Aber auch kostengünstige Handgeräte erfüllen ihren Zweck.
Hilfreich ist, markante Punkte im Gelände zu bestimmen und sich die Entfernungen zu merken. Tipp: Manche Revierinhaber vermerken die Entfernungen mit einer kleinen Skizze (Kugelschreiber, Marker) direkt im Hochsitz. So fällt es Jagdgästen deutlich leichter, sauber Strecke zu machen.

Entfernungsmesser und Optik gehören zur wichtigen Ausrüstung bei der Fuchsjagd. Bekannte Distanzen helfen, sich im entscheidenden Moment nicht zu verschätzen.
Fuchsjagd im Oktober: richtig anlocken
4. Oktoberfüchse aktiv locken
Im Oktober kann die Lockjagd mit dem Mausepfeifchen sehr erfolgreich sein – vor allem auf der Stoppel. Entscheidend ist weniger die Lautstärke als die realistischen Laute. Wer zu sehr ins Lockinstrument pustet, bringt sich sogar um den Jagderfolg. Gerade ältere Jäger mit schlechterem Gehör, sollten da vorsichtig sein. Mäuse wispern! Besser als das Mauspfeifchen, dessen Wirkungsbereich eher gering ist, eignen sich Vogel- und Kaninchenklage, um Füchse anzulocken. Darauf stehen die Räuber oft blitzschnell zu.
Beliebt sind auch die Hasenklage sowie der Blatter – wenn adulte Rotröcke das Ziel sind. Reagiert ein Fuchs, sollte der Jäger ruhig bleiben und ihm Zeit geben, näher zu kommen. Tipp: Nach dem Schuss auf einen Räuber empfiehlt es sich, sofort weiter locken. Die Geräusche mildern die Störung (Schussknall) deutlich.
5. Fuchs bei Laune halten
Über die Frage, wie oft bzw. wie lange man lockt, scheiden sich die Geister. Erfahrene Raubwildjäger locken zunächst eher vorsichtig, um nahes, im Versteck ruhendes Raubwild nicht zu erschrecken. Danach steigern sie die Intensität. Jeder hat dabei die Möglichkeit, sein eigenes Muster zu entwickeln. Nach den Klagelauten können ruhig ein paar Minuten Pause gemacht werden.
Zu viel locken kann der Raubwildjäger nicht. Füchse schnüren pro Tag mehrere Kilometer. Wer nur am Anfang fünf Minuten lockt und es dann lässt, weil kein Rotrock zugestanden ist, verschenkt Chancen. Achtung: Besonders erfahrene Füchse kommen häufig nicht schnurgerade auf den Laut zu. Sie versuchen gelegentlich, den Jäger zu umschlagen. Tipp: In unübersichtlichem Gelände kann es sinnvoll sein, zu zweit auf Fuchsjagd zu gehen. Einer lockt, der andere konzentriert sich auf die Räuber. Vier Augen sehen immer mehr als zwei.
Ansitz, Wetter und Luder bei der Fuchsjagd im Oktober
6. Ansitzplätze regelmäßig wechseln
Ein guter Platz wird nicht automatisch besser, je öfter er genutzt wird. Füchse reagieren gelegentlich empfindlich auf menschliche Störungen und lernen schnell. Daher ist es wichtig, regelmäßig die Ansitzplätze zu wechseln. Das heißt nicht, dass man die Hotspots meiden muss, sondern nur, dass es helfen kann, den Hochsitz (Leiter, Drückjagdbock etc.) zu verstellen. Wo angesessen wird, hängt (siehe oben) vom Fraßangebot ab. Tipp: Auch der Ansitz am Bau kann sehr erfolgreich sein. Er spielt jedoch nicht so eine große Rolle wie beim Ansitz auf den Dachs.
7. Wind und Wetter
Nach milden Nächten sind Füchse oft länger unterwegs; nach kaltem oder regnerischem Wetter können sich ihre Bewegungsmuster jedoch verändern. Besonders interessant sind Nächte und Morgenstunden nach Wetterwechseln. Entscheidend bleibt jedoch immer die konkrete Situation im Revier – allgemeine Regeln ersetzen keine Beobachtung. Klare, stille Nächte sind besser als stürmische. Auch Regen ist kontraproduktiv. Das heißt jedoch nicht, dass Reineke dann nicht unterwegs ist! Tipp: Die Wildkamera (Schwarzlichtblitz verwenden!) zeigt dem Raubwildjäger, wann der Luderplatz angenommen wird.
8. Liebe geht durch den Magen
Wie bereits erwähnt, lässt sich Reineke wunderbar anludern. In Mäusejahren ist der Erfolg am Luderplatz jedoch oft überschaubar. Kein Wunder, wenn überall Schadnager zu erbeuten sind, „zieht“ Luder nur bedingt. Neben Luder vom Reh, eignen sich vor allem Enten- und Gänsereste.
Trockenfutter für Hunde und Forellen- bzw. Heilbuttpellets haben zwar schon unzählige Räuber in die Falle gelockt, als Kirrmaterial sind sie jedoch verboten. Die landesrechtlichen Vorgaben sind strikt einzuhalten. Tipp: Wer mit Luder oder Fisch arbeitet, sollte sich die Mühe machen, lange Schleppen anzulegen. Stößt Reineke bei seinem Raubzug darauf, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass er ihr folgt.

Fisch kann für Füchse äußerst attraktiv sein. Beim Anludern müssen Jäger jedoch stets die jeweiligen landesrechtlichen Vorgaben beachten.
Welche Ausrüstung eignet sich für die Fuchsjagd im Oktober?
9. Büchse und Munition
Raubwildbüchsen sind beliebt. Wie die „perfekte Fuchsbüchse“ aussieht, darüber scheiden sich die Geister. Wegen der hohe Präzision schwören einige Raubwildexperten auf Matchbüchsen im Kaliber .22 Hornet oder .222 Remington. Die Waffen sind kompakt und ziemlich schwer, was der Präzision zugutekommt. Viel Hersteller bieten zudem spezielle Raubwildbüchsen in Kalibern wie .17 Hornet, .204 Ruger, .220 Swift oder .22-250 Remington an. Mit einem Drilling (kl. Kugel, gr. Kugel, Schrot; freiliegende Läufe) ist man für die meisten Situationen gerüstet.

Welche Waffe sich für die Fuchsjagd eignet, hängt von Revier und Jagdmethode ab. Auch ein Drilling bietet sich für unterschiedliche jagdliche Situationen an.
Welches Kaliber es wird, hängt von Revier und Jagdmethode ab.
- Am Luderplatz genügen .17 und .22 Hornet.
- Im Feldrevier leisten .204 Ruger, .22-250 Rem. und andere rasante Kaliber wertvolle Dienste.
- Als Geschosse sind besonders Laborierungen mit Matchgeschoss, Teilmantel Spitz (TMS), V-Max oder NTX gefragt.
Tipp: Beim Ansitz auf der Stoppel (Mais, Raps) kann es sinnvoll sein, Kaliber wie .243 Win., .270 Win. oder .308 Win. einzusetzen, da sich deren schweren Geschosse nicht so schnell zerlegen.
10. Lichtstarke Optik und Vorsatzgeräte
Die Zieloptik spielt bei der Raubwildjagd eine sehr große Rolle. Denn das Potenzial einer hochpräzisen Büchse lässt sich nur mit einem Top-Glas und entsprechender Montage ausschöpfen. Dabei muss es nicht das 3.000-Euro-Glas sein. Es gibt zahlreiche Modelle, die ein Drittel davon kosten, aber fast dasselbe leisten. Weil der Fuchs ein kleines Ziel ist und gelegentlich weit geschossen werden muss, sind hohe Vergrößerungen Gold wert. 3-18×50 ist nahezu ideal. Ballistiktürme benötigt der Raubwildjäger nicht, denn Raubwildkaliber wie .22-250 Rem. (NTX) oder .204 Ruger (V-Max) haben eine GEE von 222 m bzw. 264 m!

Wärmebildvorsatzgeräte erleichtern die Fuchsjagd bei schwierigen Lichtverhältnissen. Beim Einsatz sind die jeweiligen landesrechtlichen Bestimmungen zu beachten.
Wärmebildvorsatzgeräte erleichtern die Fuchsjagd auch im Oktober enorm. Denn damit lässt sich auch bei schlechtesten Lichtverhältnissen Strecke machen (Landesgesetze beachten!). Tipp: Mithilfe eines Wärmebildhandgerätes erkennt der Jäger auch auf große Entfernungen blitzschnell Füchse. Der Einsatz lohnt sich auch bei gutem Licht. Wer die Räuber früh erkennt, kann sich besser vorbereiten, was den Jagderfolg (in Ruhe einrichten, sicher treffen) steigert.
Fuchsjagd im Oktober: Sicher und waidgerecht
11. Fuchs nicht unterschätzen
Ein Fuchs kann scheinbar völlig offen heranschnüren und trotzdem Sekunden später verschwunden sein. Deshalb bereits vor dem erwarteten Erscheinen die Waffe sicher und die Optik auf den wahrscheinlichen Anwechselbereich ausrichten. Kommt Wild in Anblick, Bewegungen langsam und kontrolliert ausführen. Sobald Reineke sichert, unbedingt in der Bewegung verharren. Der Jäger darf sich dann erst wieder bewegen, wenn der Fuchs weiterschnürt.
Besonders beim Aufnehmen der Waffe entscheidet oft die Ruhe des Waidmannes. Wer hektisch wird, schießt auch schneller vorbei. Tipp: Beim Einrichten der Waffe auf dem Hochsitz benutzen erfahrene Jäger Sand- oder Bohnensäckchen. Darauf ruht die Waffe so sicher, dass sehr präzise Schüsse möglich sind.
12. Anschuss immer kontrollieren
Meistens liegt der Fuchs im Feuer. Gelegentlich kann es aber zu längeren Todesfluchten kommen – selbst bei perfekten Treffern. Anschuss, Fluchtrichtung und mögliche Pirschzeichen sind daher unbedingt zu kontrollieren. Auch ein Fuchs muss zwingend nachgesucht werden!
Bei Verdacht auf einen Treffer gehört die Nachsuche in die Hände eines erfahrenen Nachsuchengespanns. Auch bei einem vermeintlichen Fehlschuss sollte der Anschuss sorgfältig untersucht werden. Waidgerechte Fuchsjagd bedeutet: sicher ansprechen, sauber schießen und jeden Schuss ernst nehmen.
Tipp: Eine unterlassene Nachsuche auf Reineke ist kein Kavaliersdelikt. Unabhängig davon gehört es sich einfach, das Leid eines Stückes so schnell wie möglich zu beenden.
Wie lässt sich ein erlegter Fuchs verwerten?
13. Verwerten der Beute von der Fuchsjagd im Oktober
Auch bei der Raubwildjagd sollte sich der Jäger Gedanken über die Verwertung der Beute machen. Das heißt nicht, dass der Fuchs gegessen werden muss. Kürschner wissen, dass sich nicht nur der Winter-, sondern auch der Sommerbalg verwerten lässt – kurzgeschoren als Innenfutter in der Jagdjacke beispielsweise. Ist der Balg reif, was ab November der Fall ist, können Decke, Mütze und Muff daraus entstehen.

Auch der Schädel zählt zu den Trophäen des Fuchses. Besonders starke Exemplare können nach CIC-Kriterien bewertet werden.
Auch bei der Hundeausbildung ist der Waidmann auf Raubwild angewiesen. Sauber mit der .204 Ruger geschossen, eignet sich Reineke als Prüfungsfuchs, da es nur einen winzigen Einschuss und in der Regel keinen Ausschuss gibt.
Tipp: Als Trophäen des Fuchses gelten Haken (Eckzähne), Balg, Schädel, Penisknochen und Ganzpräparat. Besonders starke Schädel können sogar eine Medaille (CIC-Bewertung) erhalten. Die Punktzahl errechnet sich aus der Summe von Schädellänge und Schädelbreite.









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