A. E. Precision Hunter Lux im Test: Geradezugrepetierer zum Kampfpreis

Die A. E. Precision Hunter Lux ist ein Geradezugrepetierer mit Handspannung, Einsteckmagazin und Ganzstahlsystem. Im Test überzeugte die Büchse mit sauberer Verarbeitung, zuverlässiger Funktion und Streukreisen ab 16 Millimetern. Mit Preisen ab 1.999 Euro ist sie eine günstige Alternative zur deutschen Steel Action. Der 2019 gegründete slowakische Hersteller A. E. Precision fertigt die Waffe in Lizenz. In Deutschland wird sie über Alljagd vertrieben. Doch wie gut ist der Geradezugrepetierer tatsächlich? Eberhard Venator hat Technik, Handhabung, Verarbeitung und Präzision getestet.

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Interessanter Geradezugrepetierer: die Hunter Lux von A.E. Precision. © Eberhard Venator

Die A. E. Precision Hunter Lux ist ein moderner Geradezugrepetierer, der verblüffende Ähnlichkeit mit der in Köln gefertigten Steel Action hat. Das ist kein Zufall: Der slowakische Hersteller hat die Lizenz erworben, den Steel-Action-Repetierer in der Slowakei zu fertigen.

Ob ursprünglich geplant war, die Lizenzfertigung auch in Deutschland anzubieten, darf zumindest bezweifelt werden. Schließlich tritt das günstiger im Ausland produzierte Modell hierzulande gegen das deutsche Original an. Die slowakische Büchse kostet mehrere Hundert Euro weniger. Entscheidend ist deshalb die Frage, ob sie qualitativ mithalten kann.

Geradezugrepetierer A. E. Precision Hunter Lux

„Der Preis ab 2.000 Euro ist eine echte Kampfansage!“ © Eberhard Venator

Wie funktioniert der Geradezugrepetierer A. E. Precision Hunter Lux?

Die A. E. Precision arbeitet mit Handspannung, Einsteckmagazin und einem fest verschraubten Lauf. Sie wird in zwei Systemlängen gebaut. Eine Wechsellaufmöglichkeit gibt es nicht. Wer ohnehin nicht mehrere Läufe in einer Waffe nutzen möchte, hat dadurch keinen Nachteil. Zugleich entfällt eine mögliche Fehlerquelle. Auch vollständige Linkssysteme sind erhältlich.

Im Inneren arbeitet ein Drehkopfverschluss, wie er auch bei verschiedenen militärischen Selbstladebüchsen eingesetzt wird. Zum Repetieren wird der Verschluss geradlinig nach hinten gezogen. Eine Steuerplatte an seiner Unterseite dreht über eine Stange im Inneren der Kammer den Verschlusskopf auf den ersten 15 Millimetern des Verschlusswegs und entriegelt die Kammer.

Büchsenverschluss

Der Verschluss verriegelt als Drehkopfverschluss über drei Warzen. © Eberhard Venator

Verriegelt wird über drei Verschlusswarzen mit einer Verriegelungsfläche von 90 Quadratmillimetern. Die Konstruktion ist einfach, robust und zuverlässig. Verschlusszylinder und Systemhülse bestehen aus Stahl und sind zum Schutz vor Korrosion nitrocarburiert. Eine Rückstoßplatte unter der vorderen Hülsenbrücke greift in eine Ausfräsung des Schafts ein und überträgt die Rückstoßenergie geradlinig auf das Schaftholz.

Handspannung und Magazin

Die Spannstange der A. E. Precision Hunter Lux ragt hinten aus dem Schlösschen. Durch Eindrücken wird das Schloss gespannt, zum Entspannen dient die oben liegende Entriegelungstaste. Beim Repetieren bleibt die Waffe automatisch gespannt, damit ein schneller Folgeschuss möglich ist.

Das Stahlblechmagazin fasst fünf Patronen.

Das Stahlblechmagazin fasst fünf Patronen. © Eberhard Venator

Im entspannten Zustand ist auch die Kammer gesperrt. Um sie zu öffnen, genügt es, die Handspannung ein kleines Stück einzudrücken. So lässt sich eine Patrone sicher aus dem Patronenlager entnehmen, ohne das Schloss vollständig zu spannen. Das herausnehmbare Kastenmagazin aus Stahlblech fasst fünf Patronen in Zickzack-Anordnung. Der Kunststoffzubringer ist das einzige Kunststoffteil an der gesamten Büchse.

Picatinny-Schiene für die Zieloptik

Die Oberseite des Systems ist als Picatinny-Schiene ausgeführt. Sie wurde nicht aufgesetzt, sondern aus dem vollen Material gefräst. Dadurch lässt sich eine Zieloptik unkompliziert und vergleichsweise günstig montieren.

A. E. Precision Hunter Lux mit Night Pearl 2,5-15x50

Gute Verbindung: Testwaffe mit dem 2,5-15×50 von Night Pearl und EAW-Montage. © Eberhard Venator

Lauf, Kaliber und Mündungsgewinde der A. E. Precision Hunter Lux

Die Läufe stammen vom deutschen Hersteller Lothar Walther und sind mit 17 oder 19 Millimetern Mündungsdurchmesser erhältlich. A. E. Precision versieht die Büchse ab Werk mit einem M15x1-Mündungsgewinde und liefert eine passende Abdeckkappe mit.

Mündungsgewinde und Schalldämpfer

Das Mündungsgewinde M15x1 ist serienmäßig. Wir haben einen KRONTEC- Schalldämpfer verwendet. © Eberhard Venator

Für das kurze System stehen derzeit 6,5 Creedmoor und .308 Winchester zur Wahl, für das lange System .30-06 und 8×57 IS. Weitere Kaliber dürften folgen. Bei den Kurzpatronen sind 45 oder 51 Zentimeter Lauflänge erhältlich, beim langen System 51 oder 56 Zentimeter.

Welche Schaftvarianten gibt es?

A. E. Precision bietet aktuell vier Schaftvarianten an:

  • Modell mit Kunststoffschaft und Gummieinlagen an Pistolengriff und Vorderschaft
  • Hunter mit backenlosem Nussbaumschaft
  • Hunter Lux mit Nussbaumschaft und bayerischer Doppelfalzbacke
  • Modell mit Lochschaft und verstellbarem Schaftrücken
Hinterschaft der Lux mit bayerischer Doppelfalzbacke.

Hinterschaft der Lux mit bayerischer Doppelfalzbacke. © Eberhard Venator

Die getestete Hunter Lux besitzt einen Nussbaumschaft mit bayerischer Doppelfalzbacke, eine rechtsseitige Verdickung am Pistolengriff, Fischhaut am Vorderschaft und Pistolengriff sowie eine Gummischaftkappe.

A. E. Precision Hunter Lux im Test: Verarbeitung und Bedienung

Die moderne CNC-Fertigung ist der Waffe anzusehen. Die Metalloberflächen sind sauber poliert, der Schlossgang ist weich und geschmeidig. Im Test wurden die Hülsen stets zuverlässig ausgeworfen.

Der Direktabzug lässt sich zwischen 500 und 2.500 Gramm einstellen. Bei der Testwaffe löste er trocken bei 850 Gramm aus. Die Magazinverriegelung rastete sauber ein; beim Betätigen sprang das Magazin zuverlässig heraus.

Abzug

Der Abzug lässt sich zwischen 500 und 2.500 Gramm einstellen. © Eberhard Venator

Auch die Passung zwischen Holz und Metall überzeugte mit engen Spaltmaßen. Die Holzoberfläche war ordentlich poliert, wenn auch nicht hochglänzend. Angesichts des Preises ist das vertretbar. Gleiches gilt für die maschinell geschnittene Fischhaut, die sauber und ausreichend scharf ausgeführt war. Insgesamt präsentiert sich die Hunter Lux als ordentlich verarbeitete Büchse aus moderner Fertigung.

Wie präzise schießt die Hunter Lux?

Getestet wurde die A. E. Precision Hunter Lux im Kaliber .308 Winchester. Als Zieloptik diente ein Night Pearl 2,5–15×50 auf einer EAW-Montage. Zusätzlich kam ein Schalldämpfer von KRONTEC zum Einsatz. Ein Schalldämpfer verbessert häufig die Schussleistung einer Büchse.

Die Präzisionsprüfung erfolgte mit sechs Laborierungen auf 100 Meter aus einem Schießgestell. Den besten Streukreis von 16 Millimetern bei fünf Schüssen erzielte die Hornady SST mit 9,7 Gramm Geschossgewicht. Die Sako Blade mit 9,7 Gramm und die RWS Speed Tip Pro mit 10,7 Gramm kamen jeweils auf 19 Millimeter.

Modelle und Preise

Alljagd bot die verschiedenen Modelle zum Testzeitpunkt zu folgenden Preisen an:

ModellPreis zum Testzeitpunkt
Hunter mit Kunststoffschaft1.999 Euro (Einführungsangebot)
Hunter mit Holzschaft2.099 Euro
Hunter Lux mit Luxusschaft2.490 Euro
Ausführung mit Lochschaft und Schaftrückenverstellung2.990 Euro

Damit positioniert der Hersteller den Geradezugrepetierer mit Handspannung und Einsteckmagazin preislich sehr attraktiv.

A. E. Precision Hunter Lux Handspanner

Das Schloss wird über einen Drücker am Ende des Schlösschens ge- und entspannt. © Eberhard Venator

Technische Daten der A. E. Precision Hunter Lux

HerstellerA. E. Precision
ModellHunter Lux
Kaliber6,5 Creedmoor, .308 Winchester, .30-06, 8×57 IS
SystemGeradezugrepetierer mit Drehkopfverschluss
MagazinNach unten herausnehmbares Kastenmagazin
Magazinkapazität5 Schuss
Lauflänge450, 510 oder 560 mm
Mündungsdurchmesser17 oder 19 mm
MündungsgewindeM15x1
SicherungHandspannung am Schlösschen
AbzugDirektabzug
Abzugsgewicht500 bis 2.500 g
VisierungKeine
Zielfernrohr-MontagePicatinny-Schiene auf der Systemoberseite
SchaftNussbaumschaft mit bayerischer Backe, rechtsseitiger Verdickung am Pistolengriff, Fischhaut und Gummischaftkappe
Gesamtlänge103 cm bei 51 cm Lauflänge
Gewicht3.574 g bei 19 mm Laufdurchmesser
Preis Hunter Lux2.490 Euro bei Holzklasse 3 (zum Testzeitpunkt)
BezugAlljagd

Fazit: Günstiger Geradezugrepetierer mit guter Präzision

Die A. E. Precision Hunter Lux ist ein gut verarbeiteter Geradezugrepetierer mit Handspannung, Einsteckmagazin und robuster Ganzstahlkonstruktion. Im Test funktionierte die Büchse zuverlässig, ließ sich geschmeidig repetieren und überzeugte mit Streukreisen ab 16 Millimetern.

Kleine Abstriche bei der Oberflächenveredelung des Schafts sind angesichts des Preises vertretbar. Mit einem Einstiegspreis von 1.999 Euro und 2.490 Euro für die getestete Hunter Lux ist das Modell eine echte Kampfansage und eine interessante Alternative für Jägerinnen und Jäger, die einen preislich attraktiven Geradezugrepetierer suchen.