Hunde GPS Tracker im Einsatz – Was leisten unsere Hunde wirklich?

Aufmacher

©Roman von Fürstenberg

Solojäger

Wie arbeiten Hunde im Treiben? Wie Arbeiten die unterschiedlichen Hunderassen? Hunde GPS Tracker liefern eine faktenbasierte Antwort!

© Roman von Fürstenberg. Beeindruckend, was ein einzelner Hund leisten kann. Mit einer Gesamtleistung von 22,01 ha hat der Hund über die Hälfte der Fläche einer Hundemeute mit 8 Hunden durchstöbert.

Alleinjagende Hunde, hier fast ausnahmslos Vorstehhunde, die mit dem Führer durchgingen, zeigen für sich genommen die höchsten effektiven Flächenleistungen. Diese lagen je Hund im Durchschnitt bei 28,3 Hektar. Der Spitzenreiter mit 53 Hektar zeigte, zu welcher Leistung einzelne Hunde fähig sind. 

Zwischen sechs und 14 Kilometer liefen die Hunde, um diese Flächenleistungen zu erbringen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag mit fünf Kilometern pro Stunde knapp unter der Geschwindigkeit der Meuten. Der Lautanteil lag mit neun Prozent im Normalbereich, da jeder Hund nur für sich jagte und Laut gab, sofern dies notwendig war. Eventuell waidlaute Hunde können anhand der App schnell identifiziert werden, tatsächlich kamen jedoch keine vor.

Wie arbeiten Hunde im Treiben? Wie Arbeiten die unterschiedlichen Hunderassen? Hunde GPS Tracker liefern eine faktenbasierte Antwort!

© Roman von Fürstenberg. Die Grafik zeigt, was für Leistungen Solojäger erbringen können.

Vorstehhunde sind nicht auf jeder Drückjagd gern gesehen, da sie das Wild teils sehr schnell vor die Schützen bringen. Die Solojäger mit ihrer extremen Flächenleistung jedoch konnten hier nicht nur zeigen, wie viel Dampf sie haben, sondern auch, wie hoch eine Einzelleistung eines Hundes sein kann. Durch den Bezug zum durchgehenden Hundeführer lässt sich der Solojäger steuern und kann eine sehr große Fläche allein effektiv durchstöbern. Im Falle von krankem Wild hat der hochläufige, kräftige Hund Vorteile. Die solo- geführten kleineren Rassen wiesen jedoch ähnliche Leistungen auf.

Hunde GPS Tracker – Gemeinsam einsam

Der Einsatz vieler einzeln eingejagter Hunde ist für Bewegungsjagden meist  die einfachste Lösung, ist sie aber auch die beste? Die extremen Flächenleistungen der allein und nur führerbezogen jagenden Solojäger lässt es bereits vermuten: eine hohe Flächenleistung liefern sie auch gemeinsam, diese lag zwischen 26 (drei Hunde) und 119,1 Hektar (zehn Hunde). Für diese Leistung wird im Verhältnis zu den Meuten nur ein unwesentlich höherer Laufaufwand benötigt.

Da jeder Hund für sich alleine jagt und seine Flächenleistung erbringt, sind keine Hunde dabei, die viel laufen, ohne dabei effektiv zu jagen. Der Lautanteil lag im Durchschnitt bei rund zwölf Prozent und war den Beobachtungen zufolge auch ausschließlich auf Wildkontakt zurückzuführen. Dass die Flächenleistung mit mehreren einzeln jagenden Hunden etwas geringer ist als allein, liegt an den Überschneidungen, zu welchen es zwangsweise kommt. 

Szene aus Unterwegs mit den Profis: Gute Stände, Gute Schützen. 

Der Einsatz mehrerer Solojäger ist extrem effektiv, da jeder Hund für sich allein schon eine sehr hohe Flächenleistung erzielt. Durch eher kurz- und mittel- sowie weitjagende Hunde ist die Abdeckung der Fläche noch deutlich gründlicher. Kommt es zu Konfrontationen mit krankem Wild, schlagen sich die Solojäger schnell zu einer höchst effektiven Gruppe zusammen, um danach wieder allein weiterzuarbeiten.

Ebenso verhält es sich beim sich stellenden oder drückenden Wild, welches ein Hund allein nicht auf die Läufe bringt. Dieses wird ebenfalls in einem sich schnell und individuell zusammengefundenen Team bedrängt. Immer wieder schließen sich in dichten Bereichen zwei oder mehr Hunde locker zusammen, gehen jedoch danach wieder ihrer Wege. Es sind keinerlei Abhängigkeiten untereinander zu erkennen, wie sie etwa bei den Meuten zu beobachten sind.

Standschnaller

Wie arbeiten Hunde im Treiben? Wie Arbeiten die unterschiedlichen Hunderassen? Hunde GPS Tracker liefern eine faktenbasierte Antwort!

© Roman von Fürstenberg.  Links: Bewegungsmuster eines Standschnallers mit einer Flächenleistung von 5,09 Hektar. Die Grafik zeigt, dass die fünf ausgewerteten Standschnaller im Unterschied zum einzigen ausgewerteten vom Stand geschnallten Solojäger, der sonst mit Führer im Treiben durchgeht, langsamer und lauter arbeiten.

Die vom Stand geschnallten Stöberhunde erbrachten Flächenleistungen von 3,4 bis 7,1 Hektar. Der Laufaufwand hierfür war eher gering, was der kleinräumigen Arbeitsweise zu verdanken ist. Ein hoher Lautanteil von maximal 25 Prozent kann dem Spurlaut zugeschrieben werden. Ob hier auch ein Hang zum Waidlaut besteht, konnte wegen der fehlenden Beobachtungsmöglichkeit des Führers so jedoch nicht festgestellt werden. Die durchschnittlichen Geschwindigkeiten lagen mit nur drei Kilometer pro Stunde im niedrigsten Bereich.

STANDSCHNALLVERSUCH

Liegt die geringe Flächenleistung der vom Stand geschnallten Stöberhunde vielleicht nur an ihrer Einarbeitung? Hierzu diente ein Versuch: Ein ausschließlich mit dem Führer durchgehender Deutsch-Langhaar wurde vom Stand geschnallt. Zunächst verstand der Hund nicht, warum er sich erst einmal unter dem Sitz 15 Minuten ablegen musste. Ein „Voran!“ vom Sitz aus rief nur skeptische Blicke beim Hund hervor. Vom Sitz gestiegen, den Hund etwas ermuntert, ging es nun voran, zunächst allerdings erst kleinräumig in einem Radius von maximal 40 Metern.

Schließlich wurden diese langsam erweitert auf 80, 120 und 150 Meter bis dann der Knoten platzte und der Hund auch die 900-Meter-Marke knackte. Die Arbeit erstreckte sich weiträumig auf Dickungen mit potentiellem Wildvorkommen. Mit der Flächenleistung von 19,6 Hektar liegt das Ergebnis auf hohem Niveau. Jedoch zeigt dieser Hund, wenn er im Treiben vom Führer begleitet wird, eine Flächenleistung von 36,8 Hektar. Die anfänglich hohe Bindung und die ungewohnte Situation kosteten wohl die fehlende Leistung. Der Versuch zeigt allerdings, dass der individuell gut eingejagte Hund nicht nur weiträumig, sondern auch sehr eigenständig arbeitet.

EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT

Wie arbeiten Hunde im Treiben? Wie Arbeiten die unterschiedlichen Hunderassen? Hunde GPS Tracker liefern eine faktenbasierte Antwort!

©Roman von Fürstenberg  Die Grafik zeigt, dass Solojäger mit Abstand die höchste Flächenleistung erbracht haben, gemeinsam jagend die meisten Kilometer liefen und dabei am schnellsten waren. Am häufigsten Laut gab die Meute.

Durch die Auswertung der von der Trackerapp zur Verfügung gestellten Daten erhält der Hundeführer einen aussagekräftigen Einblick in die Arbeit seines Hundes. Befindet sich der Jagdleiter auf dem gleichen Kenntnisstand, so kann er weit-, mittel- oder kurzjagende Hunde den Gegebenheiten besser anpassen und die Gruppenzuteilung homogener gestalten. Ein weiterer Nutzen der Trackerapp, wenn sie auf der Jagd alle Hundeführer nutzen, liegt darin, dass alle über alles Bescheid wissen – zu jeder Zeit.

Hundeführer sehen sich und alle ihre Hunde auf dem Smartphone (z.B. Cyrus CS 24). Doch auch zuvor kartierte Stände und Revierbesonderheiten können angezeigt werden. Der Sicherheitsgewinn der Beteiligten und die jagdtaktischen Eingreif- möglichkeiten des Jagdleiters während der Jagd sind immens, so dass das System insbesondere für großangelegte Jagden nicht nur attraktiv, sondern nicht mehr wegzudenken sein wird.