Solojäger – Mit dem Hund auf Sauen

Arragon vom Feuerbach –  gewölft: 27.01.2011 Drückjagden pro Jahr: 30 Lieblingswild: Rehwild Lieblingsjagdart: Böhmische Streife ©Andrea Deppner

Arragon vom Feuerbach - gewölft: 27.01.2011 Drückjagden pro Jahr: 30 Lieblingswild: Rehwild Lieblingsjagdart: Böhmische Streife ©Andrea Deppner

Solojäger – Mit dem Hund auf Sauen

Solojagende Hunde sind unverzichtbare Helfer bei Bewegungsjagden. Andrea Deppner hat uns erklärt, warum sie sich für Kurzhaar-Weimaraner entschieden hat und was die Rasse auf der Jagd nach Sauen zu etwas Besonderem macht.

Mit der Faszination für die Jagd erwachte auch meine Begeisterung für die Ausbildung und das Führen der Hunde. Ich führe und züchte Kurzhaar- Weimaraner, und mittlerweile bin ich Verbandsrichterin des Jagdgebrauchshundverbands. Meine Passion gilt der Sauenbejagung auf Bewegungsjagden, mit wachsender Begeisterung gilt das auch für meine Hunde. Grundvoraussetzung für den Einsatz an Schwarzwild ist der gut durchgearbeitete, brauchbare Jagdhund, welcher am gesunden Wild, egal welcher Größe, abgerufen werden kann oder selbstständig nach Anhetzen abdreht und den Anschluss an seinen Führer sucht. Krankes Wild muss er zuverlässig binden.

Zudem muss er laut jagen und dornenfest sein. Schwarzwild bedrängt er scharf, aber nicht kopflos, lässt nach Angriffen der Sauen nicht von ihnen ab und bringt sie in Bewegung. An Raubwild ist er kompro- misslos. Alle meine Hunde sammelten ihre ersten Erfahrungen an Schwarzwild im Gatter und haben mindestens Verbandsgebrauchsprüfung. Meine Hunde können pro Saison auf Einsätze von bis zu 35 Drückjagden zurückblicken. Dies bescheinigt ihnen eine Menge Erfahrung und Routine. Aber auch auf einigen Niederwildjagden beweisen meine Grauen immer wieder, dass sie Vollgebrauchshunde sind, schalten sofort um, jagen unter der Flinte, stehen sauber durch, suchen erfolgreich verloren und bringen sauber. Am Anfang von den alten Jägern belächelt, haben wir schnell bewiesen, dass man Weimaraner sehr wohl erfolgreich auf Hochwild führen kann. Ich gehe derzeit mit zwei fertigen Weimaranern, Ruby und dem selbstgezogenen Rüden Arragon vom Feuerbach, durch. Die Hündin befindet sich im sechsten Feld, der Rüde im vierten. Wo wir einmal waren, ruft man uns gern wieder. Ich habe keine Standschnaller, das will ich auch nicht, und diese sind dort, wo ich mit meinen Hunden jage, auch nicht erwünscht. Es sind zumeist kleinere Reviere, in denen wir in mehreren Treiben von einer Dickung zur anderen laufen, um das Wild auf die Läufe und vor die Schützen zu bringen.

Andrea Deppner mit ihren Kurzhaar-Weimaranern. ©Andrea Deppner

Andrea Deppner mit ihren Kurzhaar-Weimaranern. ©Andrea Deppner

Eines meiner schönsten Erlebnisse hatte ich mit meiner alten Hündin Luna. Im zweiten Trieb berichtete mir ein Treiber von einem Weimaraner, der hinter einem gesunden Stück Schwarzwild her war. Ich zweifelte und lief in die von ihm zugewiesene Richtung. Ich ahnte etwas. Nach einem Stück Weg sah ich das Lunchen auf mich zu trollen. Ganz aufgeregt drehte sie sich von mir weg und lief in die Richtung, aus der sie gekommen war. Nach gut dreihundert Metern kamen wir an einen Frischling, nie- dergezogen und abgetan von dem Hund. Wir zogen den Frischling aus dem Graben, und bei genauer Betrachtung entdeckten wir einen Treffer am Stich. In der Gewissheit, dass der Hund alles richtig gemacht hatte, barg ich das Stück und lobte ihn.

Ich freue mich auf die kommende Saison, und bis dahin gilt es, die alten Hunde zu arbeiten und den jungen Nachwuchs entsprechend vorzubereiten.