Wildschweine in Wohnvierteln: Brandenburg an der Havel in Aufruhr

In mehreren Wohnvierteln von Brandenburg an der Havel werden vermehrt Wildschweine gesichtet. Mehrere Tiere sind in der Altstadt, im Stadtteil Nord und zeitweise auch in der Quenzsiedlung unterwegs. Einige Stimmen üben Kritik am Umgang mit dem Schwarzwild.

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Brandenburg an der Havel hat mit Wildschweinen im Stadtgebiet zu kämpfen. © Unsplash/Kevin Jackson

Mehrere Wildschweine sind in Brandenburg an der Havel unterwegs: Eltern aus dem Stadtteil Nord berichteten von Begegnungen mit den Tieren auf dem Weg zur Kita. Auch in der Altstadt wurden Wildschweine unter anderem auf dem Nikolaiplatz und dem Gotthardplatz beobachtet.

Wildschweine in Brandenburg an der Havel: Abschreckung statt Bejagung?

Am Montag kam es laut „rbb“ wegen zwei Tieren zu einer kurzzeitigen Sperrung einer Kreuzung an der Neuendorfer Straße. Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde, des Ordnungsamtes und der Polizei drängten die Wildschweine von der Fahrbahn und brachten sie in ein nahegelegenes Wäldchen zurück. Nach Angaben der Stadt wurden dabei auch zwei Schüsse abgegeben, um die Tiere zu verschrecken.

In sozialen Netzwerken verbreiten sich derzeit zahlreiche Videos und Fotos von Begegnungen mit den Wildschweinen. Darauf ist zu sehen, wie sich die Tiere Menschen nähern, in Gärten umherlaufen oder an Straßen und Plätzen unterwegs sind. Die Aufnahmen haben eine Diskussion über den Umgang mit den Tieren ausgelöst. Während einige eine stärkere Verdrängung oder Bejagung fordern, plädieren andere für mehr Akzeptanz.

Anwohner sind zu angepasstem Verhalten aufgerufen

Die Stadtverwaltung betont, Wildschweine seien inzwischen Bestandteil urbaner Lebensräume. Von einer Plage könne in Brandenburg an der Havel derzeit nicht gesprochen werden. Die Behörden setzen nach eigenen Angaben vor allem auf Aufklärung. Bürgerinnen und Bürger sollten bei Begegnungen Abstand halten, ruhig bleiben und sich langsam zurückziehen. Hunde sollten an der Leine geführt werden.

Zudem empfiehlt die Stadt, mögliche Nahrungsquellen unzugänglich zu machen und Grundstücke gegen Wildschweine zu sichern. Die Untere Jagdbehörde berät Eigentümer nach Angaben der Verwaltung auch zu geeigneten Einzäunungen.

Verstärkte Bejagung? Diskussionen im Netz und in der Politik

Gemeinsam mit den Jagdpächtern will die Stadt prüfen, ob eine verstärkte Bejagung außerhalb der Stadtgrenzen zur Entlastung beitragen kann. Innerhalb von Wohngebieten ist eine Jagd nach Angaben der Stadt nicht zulässig.

Kritik kommt unterdessen aus der Kommunalpolitik. Die CDU-Fraktion hat Oberbürgermeister Daniel Keip (SPD) aufgefordert, ein belastbares Sicherheits- und Präventionskonzept vorzulegen. In einem Schreiben an den Oberbürgermeister stellte die Fraktion dazu einen Fragenkatalog zur aktuellen Gefahrenlage. Mehrere Stimmen sprechen sich in den Kommentaren von Newsportalen für den Abschuss der Wildschweine aus.