Die Jagd in Rheinland-Pfalz steht vor einem Rechtswechsel: Forst-, Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Christine Schneider (CDU) hat ihre Pläne für ein neues Landesjagdgesetz im Mainzer Landtag gegen Kritik verteidigt. Das Jagdrecht müsse in die heutige Zeit passen, sagte die Ministerin. Ziel sei es, die Interessen von Jägerschaft, Grundeigentümern, Landwirtschaft und Naturschutz zusammenzuführen. Dazu, wie die Jagd in Rheinland-Pfalz künftig aussehen soll, hat sie klare Vorstellungen.
Schneider warb für einen zukunftsfähigen Wald mit Wild und für eine Kulturlandschaft, in der Wildtiere ihren Platz behalten und nachhaltige Jagd möglich bleibt. Landwirte, Waldbauern und Winzer sollten arbeiten können, ohne übermäßige Wildschäden hinnehmen zu müssen. Den Vorwurf, die Novelle räume das bisherige Recht ab, wies sie zurück: Man werfe nicht alles über Bord, sondern bessere dort nach, wo es nötig sei. Dennoch wird deutlich, dass das Hauptaugenmerk auf der Jagd als Instrument der Wiederbewaldung liegt.
Zeitplan der Novelle
Das neue Recht soll im April 2027 in Kraft treten und damit das noch von der Ampel-Koalition beschlossene Gesetz ablösen. Die Anhörung zu Gesetz und Verordnung läuft bereits, der Landtag befasst sich spätestens im Februar erstmals damit. Parallel hat das Kabinett bereits den Entwurf der Landesjagdverordnung gebilligt.
Was sich für die Jagd in Rheinland-Pfalz ändert
Kernpunkt ist der Wolf, der nach der Aufnahme ins Bundesjagdrecht auch im Land als jagdbare Art geführt wird. Die Obere Jagdbehörde soll einen landesweiten Managementplan erarbeiten, den die unteren Jagdbehörden umsetzen. Auffällige Wölfe dürfen nach Rissen an Nutztieren unter bestimmten Voraussetzungen erlegt werden, der günstige Erhaltungszustand soll gewahrt bleiben. Derzeit leben rund 13 erwachsene Wölfe im Land. Ebenfalls im Entwurf: Der Einsatz lebender Enten in der Jagdhundeausbildung wird wieder zugelassen, Staatsaufsicht über die Rotwildbewirtschaftung und Mindestabschusspläne wandern zur Oberen Jagdbehörde.
Kritik aus der Opposition
Die AfD-Fraktion fordert, die Novelle zurückzuziehen und stattdessen das frühere Landesjagdgesetz gezielt weiterzuentwickeln. Der Abgeordnete Bernhard Cürten verlangte ein Jagdrecht, das den Jägern wieder Vertrauen entgegenbringt und ihnen Handlungsspielraum lässt. Kritik kommt außerdem von den Grünen und aus den Kommunen. Gegen die Vorgängerregelung hatte es jahrelang Proteste aus der Jägerschaft gegeben.









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