Am vergangenen Dienstagmorgen (7. Juli 2026) kam es in Neuweiler im Landkreis Calw (Baden-Württemberg) zu einem besorgniserregenden Anruf bei der Polizei. Bei der Bearbeitung eines Waldstücks fand Jäger Stefan Kübler eine US-amerikanische Wurfgranate aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Polizei und Kampfmittelräumdienst bestätigten diesen Fund. Dass das Geschoss zur Zeit des Fundes nicht bereits explodierte, sei reines Glück gewesen.
Granate gefunden: Jäger stößt mitten im Wald auf scharfes Geschoss aus dem 2. Weltkrieg
Über den Vorfall berichtete unter anderem der SWR. Demnach soll der Jäger am vergangenen Montagabend (6. Juli 2026) bei Waldarbeiten mit einer Forstfräse plötzlich auf einen Gegenstand gestoßen sein, wobei ein lautes Geräusch den Weidmann stutzig machte. Dem SWR gegenüber erklärte Kübler, dass er sofort nach der Ursache schaute und dabei die Granate entdeckte. Er selbst zeigte sich nur wenig überrascht: „Wir erleben viel als Jäger.“ Dennoch sei ihm bewusst, wie viel Glück er bei dem Fund der Wurfgranate hatte.
Glück gehabt: Munition hätte zur jeder Zeit explodieren können
Die Granate hätte trotz ihrer Größe von nur sechs Zentimetern erheblichen Schaden anrichten können, wie Bernd Gekeler, Experte des Kampfmittelraumdienstes, erklärt. Gekeler war auch der, der das Geschoss entschärfte. Laut ihm habe der Jäger richtig Glück gehabt. Denn die Wurfgranate war zum Zeitpunkt des Fundes nicht mehr intakt und habe starke Beschädigungen aufgewiesen.
Demnach war das Leitwerk, welches den Flug des Geschosses stabilisiert, nicht mehr vorhanden. Sowohl Zünder als auch Granatturbo waren allerdings noch funktionsfähig, weswegen die Granate zu jedem Zeitpunkt hätte explodieren können.
Nach 80 Jahren: Granate kein ungewöhnlicher Fund
Die potenzielle Explosion hätte nicht nur für den Traktor gefährlich werden können. Die Granatsplitter hätten auch den Jäger gefährden können. Dabei ist es laut Gekeler nicht ungewöhnlich, dass derartige Munition erst Jahrzehnte später gefunden wird. Im Laufe der Jahre können sich diese nämlich im Boden hocharbeiten. In diesem Fall dürften zwischen Abwurf und Fund rund 80 Jahre liegen. Laut Kampfmittelräumdienst entschärft dieser allein in Baden-Württemberg jährlich etwa 20 bis 35 Tonnen alter Munition.









Ähnliche Beiträge