Was die Rasse im Revier auszeichnet, wie der Weimaraner gehalten werden will und worauf Sie beim Welpenkauf achten sollten, lesen Sie in unserem Rasseporträt.
Weimaraner-Steckbrief
| Herkunft | Deutschland (Weimar, Thüringen) |
| FCI-Einordnung | Gruppe 7 (Vorstehhunde), Sektion 1.1 – Kontinentale Vorstehhunde, Standard Nr. 99 |
| Widerristhöhe | Rüden 59–70 cm, Hündinnen 57–65 cm |
| Gewicht | Rüden ca. 30–40 kg, Hündinnen ca. 25–35 kg |
| Fell | Kurzhaar und Langhaar |
| Farben | Silber-, reh- oder mausgrau sowie Übergänge |
| Augen | Bernsteinfarben, beim Welpen himmelblau |
| Lebenserwartung | ca. 10–13 Jahre [PRÜFEN] |
| Wesen | Passioniert, führig, wesensfest, wachsam, wild- und raubzeugscharf |
| Jagdlicher Einsatz | Vielseitiger Jagdgebrauchshund für Feld, Wald und Wasser – vor und nach dem Schuss |
| Zuchtverein | Weimaraner Klub e.V. |
Inhalt des Rasseportraits
- Herkunft und Geschichte
- Wie sieht ein Weimaraner aus?
- Fell und Farben: Kurzhaar, Langhaar und der „blaue Weimaraner“
- Charakter und Wesen
- Warum eignet sich der Weimaraner als Jagdhund?
- Ist der Weimaraner ein Familienhund?
- Haltung und Auslastung
- Pflege, Gesundheit und Lebenserwartung
- Weimaraner-Welpen kaufen
- Häufige Fragen zum Weimaraner
Herkunft und Geschichte: Ein Jagdhund mit Tradition und Klasse
Seinen Namen verdankt der Weimaraner der Stadt Weimar in Thüringen. Am dortigen Hof wurde die Rasse bereits im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts gehalten. Seit etwa 1890 wird sie planmäßig gezüchtet, und laut FCI-Standard gilt sie als die wohl älteste deutsche Vorstehhundrasse, die seit 1900 rein gezüchtet wird. Welche Hunde genau an ihrer Entstehung beteiligt waren, ist nicht eindeutig belegt – vermutet werden Vorfahren aus alten Leit- und Hühnerhundschlägen.
Mit dieser Geschichte reiht sich der Weimaraner in die Riege der deutschen Jagdhunde ein, die bis heute konsequent auf jagdliche Leistung gezüchtet werden.
Wie sieht ein Weimaraner aus?
Der Weimaraner besticht durch elegante Optik. Der schlanke, muskulöse Körper erreicht eine Widerristhöhe von 59 bis 70 Zentimetern bei Rüden und 57 bis 65 Zentimetern bei Hündinnen. Dabei bleibt der Vierläufer agil und ist mit etwa 30 bis 40 Kilogramm (Rüden) beziehungsweise 25 bis 35 Kilogramm (Hündinnen) für seine Größe eher leicht. Zu dem fast adlig wirkenden Anblick trägt auch das charakteristische, dichte und silbern glänzende Fell bei.
Auch die Augen gelten als typisches Merkmal: Bei Welpen sind sie noch himmelblau, bei ausgewachsenen Tieren bernsteinfarben – von hell bis dunkel. Sie stechen im grauen Gesicht besonders hervor, der Blick des Weimaraners wird nicht ohne Grund oft „Silberblick“ genannt.
Fell und Farben: Kurzhaar, Langhaar und der „blaue Weimaraner“
Das Markenzeichen des Weimaraners ist sein graues Haarkleid. Der Rassestandard lässt drei Grundtöne zu: Silbergrau, Rehgrau und Mausgrau, dazu alle Übergänge zwischen ihnen. Kopf und Behang sind meist etwas heller. Kleine weiße Abzeichen sind nur an Brust und Zehen erlaubt.
Kurzhaar-Weimaraner
Die weitaus häufigere Variante. Das Deckhaar ist kurz, kräftig und liegt glatt an – laut Standard aber länger und dichter als bei den meisten vergleichbaren Rassen. Unterwolle ist kaum oder gar nicht vorhanden. Für die Arbeit im Wasser und bei nasskaltem Wetter sollte man das im Hinterkopf behalten.
Langhaar-Weimaraner
Der Langhaar-Weimaraner ist deutlich seltener, aber keine eigene Rasse: Beide Haarvarianten gehören zum selben Standard und werden im selben Verein gezüchtet. Sein Deckhaar ist weich, glatt oder leicht gewellt, mit oder ohne Unterwolle, an Behang, Läufen und Rute bildet es Fahnen und Hosen. Dass man ihm so selten begegnet, hat zwei Gründe: Lange Zeit galt die Langhaar-Variante in der Zucht als unerwünscht, und das lange Haar wird rezessiv („zurücktretend“) vererbt. Deshalb können auch in Würfen zweier Kurzhaar-Elterntiere einzelne langhaarige Welpen fallen.
Jagdlich unterscheiden sich die beiden Varianten nicht. Das längere Haar schützt etwas besser vor Kälte und Dornen, braucht nach der Jagd im Bewuchs aber mehr Pflege.

Die Langhaar-Version des Weimaraners. Hier beim Apportieren einer Krähe. © AdobeStock / Duvekot Fotografie
Gibt es blaue Weimaraner?
Im Internet werden immer wieder „blaue Weimaraner“ angeboten. Nach dem FCI-Standard ist eine blaue Tönung jedoch ein disqualifizierender Farbfehler – ebenso gelbliche oder bräunliche Töne und brauner Brand. Hunde in diesen Farben sind nicht zur Zucht im Verband zugelassen. Es handelt sich dabei nämlich um eine Kreuzung mit Doggen.
Wer einen Weimaraner für die Jagd sucht, sollte bei „seltenen Farben“ als Verkaufsargument skeptisch werden. Besonders bei blauen, die für die Jagd absolut untauglich sind.
Charakter und Wesen des Weimaraners
Der Rassestandard beschreibt den Weimaraner als vielseitigen, leichtführigen, wesensfesten und passionierten Jagdgebrauchshund – mit ausgeprägter Nase, Wild- und Raubzeugschärfe und Wachsamkeit, aber ohne Aggression. In der Praxis heißt das: Wer sich für einen Weimaraner entscheidet, holt sich einen eigenständigen und intelligenten Partner mit viel Energie und einem deutlichen eigenen Kopf an seine Seite.
Zu seinem Führer baut der Weimaraner meist eine sehr enge Bindung auf. Viele Hunde sind ausgesprochen menschenbezogen und suchen ständig Nähe – Fremden gegenüber oft zunächst zurückhaltend. Diese Anhänglichkeit ist Stärke und Herausforderung zugleich: Ein Weimaraner will beschäftigt und geführt werden. Unterforderung zeigt sich schnell in Unruhe, zu großer Selbstständigkeit bei der Suche oder unerwünschtem Jagen auf eigene Faust.
In der Ausbildung verlangt er Konsequenz ohne Härte. Wer ruhig, klar und geduldig arbeitet, hat einen lernwilligen Partner. Mit zu viel Druck erreicht man bei dem sensiblen, aber selbstbewussten Jagdhund dagegen wenig.
Warum eignet sich der Weimaraner als Jagdhund?
Die Rasse gilt als kräftig und ausdauernd. Als Vorstehhund mit herausragend guter Nase und besonders starkem Finderwillen ist er im Revier vielseitig einsetzbar: Er eignet sich ebenso für die Arbeit in Feld und Wald wie im Wasser. Der Rassestandard verlangt ausdrücklich, dass er für alle Arbeiten vor und nach dem Schuss brauchbar ist. Schlüsselwort ist hier die Vielseitigkeit.
Weimaraner im Revier: Aufgaben und Herausforderungen
Besonders gut ist der Weimaraner für den Einsatz nach dem Schuss geeignet. Bei Nachsuchen auf Schalenwild und bei der Apportierarbeit rückt seine gute Nase in den Vordergrund. Gezüchtet wurde die Rasse ursprünglich für die Jagd auf Federwild. Aber auch bei der Jagd auf Hochwild gilt der Vierbeiner als geschätzter Partner im Revier.
Als waschechter Jagdhund braucht der Weimaraner die Arbeit allerdings auch – sonst wird er schnell unausgelastet und dementsprechend angespannt. Wer sich für diese Rasse entscheidet, sollte bereit sein, seinem Partner auch gerecht zu werden.
Prüfungen für den Weimaraner
Als Vorstehhund durchläuft der Weimaraner die im Jagdgebrauchshundverband (JGHV) üblichen Prüfungen:
- Verbandsjugendprüfung (VJP): Anlagenprüfung im Frühjahr nach dem Wurfjahr – Nase, Suche, Vorstehen, Spurlaut/Spurwille auf der Hasenspur.
- Herbstzuchtprüfung (HZP): Anlagen und erste Ausbildungsfächer, darunter Wasserarbeit und Bringen.
- Verbandsgebrauchsprüfung (VGP): Die „Meisterprüfung“ für den fertig ausgebildeten Gebrauchshund in Wald, Feld und Wasser, inklusive Schweißarbeit.
- Brauchbarkeitsprüfung: Nach Landesjagdrecht Voraussetzung für den Einsatz als brauchbarer Jagdhund; Anforderungen je nach Bundesland unterschiedlich.
Ist der Weimaraner ein Familienhund?
Seine elegante Erscheinung und die enge Bindung an seine Menschen machen den Weimaraner auch bei Nichtjägern beliebt. Doch die Frage, ob er ein Familienhund ist, lässt sich nur mit einem „Ja, aber“ beantworten.
Im Haus ist ein ausgelasteter Weimaraner meist ruhig, verschmust und im Umgang mit Kindern freundlich, sofern er gut sozialisiert ist. Das „Aber“ liegt in seiner Passion: Der Weimaraner ist ein Jagdgebrauchshund aus Leistungszucht. Er braucht nicht nur lange Spaziergänge, sondern echte Nasenarbeit und Aufgaben, die seinem Jagdtrieb entsprechen. Genau deshalb gibt der Weimaraner Klub Welpen grundsätzlich nur an Jäger ab.
Für Jägerinnen und Jäger, die ihren Hund im Revier führen und ihn zu Hause in die Familie integrieren, ist der Weimaraner dagegen ein hervorragender Begleiter. Die ideale Kombination ist also: Jagdhund zuerst, Familienhund zusätzlich.
Ist der Weimaraner ein Anfängerhund?
Eher nicht. Wer zum ersten Mal einen Jagdhund führt, kann mit einem Weimaraner zurechtkommen – aber nur mit Unterstützung, etwa durch eine erfahrene Ausbildungsgruppe oder einen Hundeobmann. Sein Selbstbewusstsein und seine Schärfe verlangen einen Führer, der konsequent bleibt.
Haltung und Auslastung
Der Weimaraner ist ein Hund, der zu seinen Menschen gehört. Reine Zwingerhaltung lehnt der Zuchtverein ausdrücklich ab. Ideal ist die Haltung im Haus mit Familienanschluss und Zugang zu einem gesicherten Garten.
- Bewegung: Mehrere Stunden Auslauf täglich, idealerweise mit Freilauf in geeignetem Gelände – außerhalb der Brut- und Setzzeit und unter sicherer Kontrolle.
- Kopfarbeit: Mindestens ebenso wichtig wie Bewegung. Schleppen, Fährtenarbeit, Apportierübungen und Suchspiele lasten den Weimaraner besser aus als stundenlanges Joggen.
- Außerhalb der Jagdsaison: Regelmäßiges Training hält den Hund im Arbeitsmodus – gerade zwischen Januar und der nächsten Drückjagdsaison.
- Wohnung: Grundsätzlich möglich, wenn die Auslastung stimmt. Wichtiger als die Quadratmeterzahl ist, wie viel Zeit Sie mit dem Hund verbringen.
- Alleinbleiben: Viele Weimaraner tun sich damit schwer. Das Alleinsein sollte schon im Welpenalter schrittweise geübt werden.
Pflege, Gesundheit und Lebenserwartung
Der Kurzhaar-Weimaraner ist pflegeleicht: Gelegentliches Bürsten reicht, im Fellwechsel etwas häufiger. Der Langhaar-Weimaraner sollte regelmäßig durchgekämmt werden, besonders an Behang, Läufen und Rute. Nach jedem Jagdeinsatz gehören Pfoten, Behänge und Augen kontrolliert – Grannen, Dornen und Zecken sind im Revier ständige Begleiter.
Gesundheitlich gilt der Weimaraner als robuste Rasse. Wie bei vielen großen, tiefbrüstigen Hunden sollten Halter aber einige Risiken kennen:
- Hüftgelenksdysplasie (HD): Zuchttiere werden im Verein geröntgt, der HD-Befund der Elterntiere steht in der Ahnentafel.
- Magendrehung: Mehrere kleinere Mahlzeiten statt einer großen und keine Arbeit direkt nach dem Füttern senken das Risiko.
Die Lebenserwartung liegt bei etwa 10 bis 14 Jahren. Jagdlich geführt werden die meisten Weimaraner bis ins höhere Alter – mit angepassten Aufgaben.
Weimaraner-Welpen kaufen: Worauf Jäger achten sollten
Wer einen Weimaraner für die Jagd sucht, sollte ausschließlich bei Züchtern im Weimaraner Klub e.V. kaufen. Nur dort ist sichergestellt, dass die Elterntiere auf Gesundheit und jagdliche Leistung geprüft sind. Der Verein listet aktuelle Würfe und Welpenvermittlung auf seiner Website.
Checkliste für den Welpenkauf
- Ahnentafel: Jeder Welpe aus Vereinszucht hat eine Ahnentafel, deren Chipnummer mit dem Hund übereinstimmen muss.
- Elterntiere: Nach Prüfungsergebnissen (VJP, HZP, VGP) und HD-Befund fragen – und die Mutterhündin möglichst selbst kennenlernen.
- Abgabealter: Welpen dürfen frühestens mit acht Wochen von der Mutter getrennt werden.
- Warnsignale: „Seltene Farben“ wie Blau, Welpen ohne Papiere, Übergabe auf Parkplätzen oder auffällig niedrige Preise.
- Kurzhaar oder Langhaar: Wer gezielt einen Langhaar-Weimaraner sucht, muss oft länger warten – frühzeitig bei Züchtern anfragen.
Was kostet ein Weimaraner-Welpe?
Für einen Welpen aus Vereinszucht sollten Sie mit einem mittleren vierstelligen Betrag rechnen, Richtwert ab etwa 1.500 Euro. Dazu kommen die laufenden Kosten für Futter, Tierarzt, Versicherung, Ausbildung und Prüfungsgebühren – und nicht zuletzt jagdliche Ausrüstung wie Schutzweste und GPS-Halsband. Welche Ausrüstung für Jagdhunde sinnvoll ist, haben wir separat zusammengestellt.

Züchter aus dem Weimaraner Klub geben ihre Welpen standardmäßig nur an Jäger ab. © AdobeStock / Christian Müller
Fazit: Ein Hund für Jäger, die Zeit investieren
Der Weimaraner ist mehr als ein schöner grauer Hund. Er ist ein passionierter, vielseitiger Vorstehhund mit ausgeprägter Schärfe und einer engen Bindung an seinen Führer. Im Revier überzeugt er vor und nach dem Schuss, zu Hause ist er ein anhänglicher Begleiter. Beides funktioniert aber nur, wenn er regelmäßig jagdlich arbeiten darf. Wer diese Zeit investiert, bekommt einen Jagdkameraden fürs Leben.
Sie interessieren sich auch für andere Rassen? Lesen Sie unsere Porträts zu Magyar Vizsla, Münsterländer und Deutsch Langhaar oder unseren Überblick über englische Jagdhunde.
Häufige Fragen
Wie groß wird ein Weimaraner?
Rüden erreichen laut FCI-Standard 59 bis 70 cm Widerristhöhe, Hündinnen 57 bis 65 cm. Rüden wiegen etwa 30 bis 40 kg, Hündinnen etwa 25 bis 35 kg.
Wie alt wird ein Weimaraner?
Die Lebenserwartung liegt bei etwa 10 bis 14 Jahren.
Ist der Weimaraner ein Familienhund?
Gut ausgelastet ist er im Haus anhänglich und kinderfreundlich. Er ist aber in erster Linie ein Jagdgebrauchshund und braucht regelmäßige jagdliche Arbeit. Der Zuchtverein gibt Welpen deshalb an Jäger ab.
Was ist der Unterschied zwischen Kurzhaar- und Langhaar-Weimaraner?
Nur das Haarkleid. Beide Varianten gehören zur selben Rasse und zum selben Standard. Die Langhaar-Vertreter sind seltener und brauchen etwas mehr Fellpflege, jagdlich sind beide gleichwertig.
Gibt es blaue Weimaraner?
Blaue Tönung gilt im FCI-Standard als disqualifizierender Farbfehler. Anerkannt sind nur Silber-, Reh- und Mausgrau.
Welche Augenfarbe hat ein Weimaraner?
Welpen haben himmelblaue Augen, die sich mit der Zeit bernsteinfarben verfärben – von hell bis dunkel.
Was kostet ein Weimaraner-Welpe?
Welpen aus Vereinszucht kosten in der Regel ab etwa 1.500 Euro. Hinzu kommen Kosten für Ausbildung, Prüfungen, Tierarzt und Ausrüstung.
JÄGER auf der Messe Grünau 2026
Sie interessieren sich für Jagdhunde, Jagdkultur, Neuheiten und aktuelle Themen aus der Jagdpraxis? Vom 9. bis 11. Oktober 2026 ist JÄGER bei den Internationalen Jagd- und Schützentagen auf Schloss Grünau vor Ort. In unserem Gläsernen JÄGER-Studio erwarten Sie Gespräche mit Gästen aus Jagd, Industrie und Praxis. Alle Beiträge, Termine und Informationen zu unserem Messeauftritt finden Sie auf unserer Grünau-Seite.










Ähnliche Beiträge