Wahl, Wolf und Windkraft: 35. Landesjägertag Thüringen

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Beim Landesjägertag in Thüringen war man sich dieses Jahr im Wesentlichen einig und stellt die Weichen für die Zukunft. © Dr. Stefan Birka

Am 30. Mai 2026 kamen 129 von 157 Delegierten des Landesjagdverbands Thüringen (LJV) im eichsfeldischen Niederorschel zum 35. Landesjägertag zusammen.

Landesjägertag: Stabile Finanzen, neuer Schatzmeister

Präsident Ludwig Gunstheimer blickte auf ein erfolgreiches Jahr zurück: Die ASP-Prämie wurde gehalten, die Mitgliederzahl bleibt trotz der 2025 beschlossenen Beitragserhöhung stabil. Positiv hervorgehoben: das Luchs-Monitoring, die TBC-Überwachung im Wartburgkreis und eine neu entwickelte Mitglieder-App – entstanden aus eigenen Reihen und kostenfrei. Kritik äußerte Gunstheimer an der Nachtjagd auf Muffelwild im Saale-Orla-Kreis – er sieht dort eine Salamitaktik und kündigte entschiedenen Widerstand an. Der Haushalt zeigt solide Zahlen, erfordert aber 2026 mehr Mittel – unter anderem wegen des Führungswechsels in der Geschäftsstelle: Silvio Anders übernimmt, eine Paralleleinarbeitung ist nötig. Aus der Jägerschaft Stadtroda kamen kritische Nachfragen zur Beitragserhöhung und zu den wirtschaftlichen Zielen des LJV.  Jörg Rademacher wurde mit 126 Ja-Stimmen zum neuen Schatzmeister gewählt. Ludwig Gunstheimer wurde als Präsident ohne Gegenkandidaten bestätigt (104 Ja, 9 Nein, 15 Enthaltungen).

Wolf, ASP und Windkraft: Die Politik meldet sich

Fachminister Tilo Kummer (BSW) und Landtagspräsident Dr. König (CDU) überbrachten am Nachmittag ihre Grußworte. Kummer positionierte sich klar: Der Wolf in Thüringen befinde sich in einem gesicherten Erhaltungszustand, brauche aber kontinuierliches Monitoring. Das Ohrdrufer-Rudel, das Konik-Pferde und Rinder im Naturschutzprojekt „Thüringeti“ angreift, bereite ihm Sorgen – problematische Jungtiere dürften nicht abwandern. Bei der ASP-Finanzierung sieht er Handlungsbedarf, die Umsetzung hänge jedoch am Sozialministerium. Zur vorher von einigen kritischen kommentieren Windkraft im Wald hatte Kummer einen klare Meinung. Er kritisiert Flächenziele  – modernere Anlagen würden mehr leisten und so weniger Fläche benötigen. Neue Windräder gehörten aus seiner Sicht auf kommunale Flächen, damit die Wertschöpfung in der Region bleibe und nicht „der Investor vom Starnberger See noch reicher wird“. Für Thüringens energieintensive Glasindustrie sei günstiger Strom existenziell. Gunstheimer hatte bezüglich Windkraftanlagen im Wald eher ablehnende Worte gefunden und auf einen nicht beherrschbaren Windanlagenbrand im Frühjahr 2026 verwiesen.

Landesjägertag: DJV mahnt zur Geschlossenheit – Jenaer Erklärung übergeben

DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke lobte den LJV Thüringen als verlässlichen Bundespartner – und nutzte die Gelegenheit für einen Seitenhieb Richtung Brandenburg, wo zeitgleich über einen DJV-Austritt diskutiert wurde. Sein Appell: keine weitere Zersplitterung der jagdlichen Kräfte in Deutschland. Den Abschluss bildete die Übergabe der Jenaer Erklärung an Minister Kummer durch Matthias Neumann: Das von Wissenschaftlern und Fachexperten unterzeichnete Dokument fordert einen fairen Umgang mit allen Wildtieren in Thüringen und soll per Petition als Grundlage für künftige Gesetzgebung dienen.

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