Der Landesjägertag Hessen 2026 stand ganz im Zeichen aktueller jagdpolitischer Debatten, des Ehrenamts und der Zukunft der Jagd in Hessen. Am 30. Mai versammelten sich Jägerinnen und Jäger aus ganz Hessen zu einem Treffen, das weit mehr als eine Feierstunde war – es war ein klares politisches Signal.
Staatssekretär Daniel Köfer: Klares Bekenntnis zur Jägerschaft
Staatssekretär Daniel Köfer (Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat) überbrachte nicht nur Grußworte, sondern ein deutliches politisches Bekenntnis. Er betonte, dass der Staat ohne die Leistungen der Jägerinnen und Jäger nicht so handlungsfähig wäre, wie er es heute ist – und dass die hessische Landesregierung dafür ausdrücklich dankbar sei. Köfer forderte mehr Respekt für die Jägerschaft in der öffentlichen Wahrnehmung, weniger Regulierung und mehr Vertrauen in das Handeln der Jäger. Sein Fazit: Jäger pflegen unsere Lebensräume in höchst zuverlässiger Weise – ein Dienst an der Gesellschaft, geleistet im Ehrenamt.
DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke: Jäger sind keine Gefährder
Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbandes, forderte eine sachliche Evaluation des Waffenrechts. Sein klares Statement: Jäger sind keine Gefährder. Weniger legale Waffen in den Händen verantwortungsvoller Bürger brächten kein Mehr an Sicherheit – im Gegenteil. Er kritisierte, dass viele Behörden gesetzliche Ermessensspielräume zu restriktiv auslegen, und sprach sich für eine konsequente Bekämpfung illegaler Waffen aus.

Der Präsident des Landesjagdverbandes Hessen, Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, bei der Verleihung der Hegemedaille in Gold. © K. Trautmann
Prof. Dr. Ellenberger: Verhältnismäßigkeit im Waffenrecht und Wolf im Jagdrecht
Prof. Dr. Ellenberger mahnte beim Thema Waffenrecht mehr Verhältnismäßigkeit an – insbesondere bei Aufbewahrungsverstößen. In mehreren Bundesländern, darunter Baden-Württemberg, werde Jägern bei solchen Verstößen bis zu fünf Jahre lang die waffenrechtliche Zuverlässigkeit abgesprochen, obwohl es sich nicht um schwerwiegende Verstöße handle. Ellenberger fordert, dass Verhältnismäßigkeit künftig anhand konkreter Beispiele gesetzlich festgeschrieben wird – und sieht bei der anstehenden Waffenrechtsreform echte Chancen für ein Umdenken.
Beim Thema Wolf würdigte er ausdrücklich das klare Bekenntnis von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Bejagung des Wolfs als politischen Erfolg. Er plädierte für das Säulenmodell mit Bestandsmanagement und der Anerkennung des Schadwolfs – und für die dauerhafte Verankerung des Wolfs im Jagdrecht.

Wuchtig: Der gewichtsmäßig zweitstärkste, jedoch in Sachen Kronenbildung gewaltigste Hirsch der diesjährigen Trophäenschau. © K. Trautmann
Schalenwild, Nachwuchs und Seuchenprävention
Carl-Anton Fürst zu Waldeck-Frankenberg betonte, dass die Schalenwildrichtlinie konsequent umgesetzt werden müsse – andernfalls drohe eine kostenintensive Wiederbewaldung ohne tragfähige Grundlage.
Erfreulich: Die Zahl der Jagdscheininhaber steigt. Der Verband setzt auf mehr Praxis in der Ausbildung. Jäger leisten zudem unverzichtbare Beiträge bei der Seuchenprävention – bei Kadaversuche und Biosicherheit ist auch die Stadt auf die Jägerschaft angewiesen. Dies betonten die Vertreter des Landesbauernverbandes sowie der Staatssekretär des Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat
Der Landesjägertag Hessen 2026 hat gezeigt: Die hessische Jägerschaft ist engagiert, politisch wach und bereit, Verantwortung für Natur, Wild und Gesellschaft zu übernehmen. Eine Haltung, die auch in Politik und Gesellschaft wahrgenommen wird.






