In der Alten Reithalle in Soltau kommen anlässlich der Mitgliederversammlung der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) zahlreiche Gäste zusammen. Den Landesjägertag eröffnet DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke. Weitere zahlreiche Ehrengäste wie der langjährige DJV-Präsident Hartwig Fischer, Ulrich Maushake sowie der Landtagsabgeordnete Marco Mohrmann (CDU) sind ebenfalls anwesend. Auch Frauke Patzke vertritt das Landwirtschaftsministerium als Staatssekretärin vor Ort.
Landesjägertag in Niedersachsen: Wolf, Rotwild und mehr
Andreas v. Felde (CDU), der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Soltau, spricht über wildökologische Raumplanung. Er bekennt sich zum Erhalt und der Förderung von Rotwildlebensräumen. Auch geht er in seinem Vortrag auf die negativen Auswirkungen von Solarparks und schlecht angelegter Grünbrücken ein.
Helmut Dammann-Tamke dankt ihm für seine Worte. Der DJV-Präsident betont, dass dies das wohl beste Grußwort eines Vertreters der öffentlichen Hand gewesen sei, das er bei einer Landesjägerschaftsversammlung gehört habe. Zudem dankt er der Jägerschaft Soltau für ihr Engagement bei der Vorbereitung. Er begrüßt, dass die Jägerschaft in Niedersachsen sowohl jünger als auch weiblicher werde.
Kritik an Umsetzung des Wolfsmanagements
Auch der Wolf, der mit Aufnahme ins Jagdgesetz und der konkreten Umsetzung in den vergangenen Wochen für Diskussionen sorgte, stand auf der Tagesordnung. Der Vertreter der unteren Jagdbehörde begrüßt die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Er kritisiert dabei aber auch, dass der Wolf bislang eher überfahren wurde oder an Altersschwäche gestorben sei, bevor es zu einer Abschussgenehmigung kam. Er dankt der Jägerschaft explizit für die Wahrnehmung vieler Gemeinwohlaufgaben.
Dammann-Tamke spricht auf Landesjägertag über Niederwild, Hundeausbildung und Wolf
Dammann-Tamke macht derweil beim Bericht des Präsidenten. Gerichtet an die Landwirtschaftsministerin (Grüne) macht er deutlich, dass die Demonstration in Hannover aufgrund einer Äußerung, die Niederwildjagd gleich ganz abschaffen zu wollen, um die Hundeausbildung nicht regeln zu müssen, im Rahmen der Beratungen zum Landesjagdgesetz stattgefunden habe. Dass seitens der Landesregierung niemand diese Aussage revidiert habe, sei die Initialzündung für die Demonstration gewesen. Auch er begrüßte die Bestrebungen, den Wolf bejagen zu wollen. Auch hieß er das Eckpunktepapier zur Jagdhundeausbildung am lebenden Wild willkommen. Dieses soll den Erhalt der waidgerechten und tierschutzgerechten Hundeausbildung gewährleisten. Zu der Jagd in urbanen Regionen gab es ebenfalls positive Nachrichten. Denn der Einsatz des Eiabzugseisens konnte erhalten bleiben. Ebenfalls erfreulich für die Jägerschaft: Für die beiden großen, ziehenden Schalenwildarten (Rot- und Damwild) sollen die Trophäenschauen auch in Zukunft bestehen bleiben.
Der DJV-Präsident nimmt noch einmal expliziten Bezug auf das geplante Wolfsmanagement. Er kritisiert die erste Ausgabe des Managementplans, die das Land Niedersachsen vorlegte. Stattdessen plädiert er für einen landesweiten, einheitlichen Managementplan. Auch sei es inakzeptabel, dass in dem Entwurf zur Verordnung kein Aneignungsrecht für den Wolf verankert sei. Er fordert zusätzlich die Möglichkeit, ganze Rudel in den Interventionsgebieten zu entnehmen.







