Wildschaden verhindern: Mit diesen 11 Tipps kein Problem!

Die Mastbäume verlieren an Attraktivität und in Feld und Flur droht der Wildschaden. Wir haben die Top Tipps, wie Sie die Schwarzkittel langfristig fernhalten.

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Verlieren die Mastbäume an Attraktivität, geht es den Wiesen und Feldern an den Kragen. © Pixabay/Martin Photograph

Die Sonnenstrahlen werden intensiver, die Nächte milder und von einem Tag auf den anderen sieht das Grünland aus wie ein Kartoffelacker und das sorgsam gedrillte Getreide ist spurlos verschwunden. Man kann mit unterschiedlichen Duftstoffen vergrämen, am effektivsten gegen den Wildschaden ist und bleibt jedoch die gezielte Bejagung.

Hohe Vergrämungswirkung – geringer Wildschaden

1. Viel Publikum ist keine Schande

Während man sonst große Rottenverbände oder Rudel bei jeder Form der schonenden Bejagung meidet, gilt jetzt bei Wildschaden das genaue Gegenteil. Wer die Möglichkeit hat, aus einer großen Rotte ein passendes Stück zu erlegen, sollte das tun. Mehr Vergrämungswirkung, als wenn mehrere erfahrene Bachen danebenstehen, gibt es nicht!

2. Hinterlandgefährdung

Insbesondere wenn man ein Stück aus einem größeren Rottenverband erlegt, gilt es, Wildschaden hin oder her, aufzupassen, dass dieses absolut freisteht. Sonst geht es ruckzuck und neben der beschossenen Sau wird noch eine Zweite krankgeschossen.

Zudem sollte man sich die Flächen am Tag davor genaustens bei Licht anschauen, um einschätzen zu können was wie weit weg ist und auch den Kugelfang nicht nachts im Eifer des Gefechts noch suchen zu müssen. Oder festzustellen, dass sich ein Schuss an dieser Stelle gänzlich verbietet.

3. Unberechenbar bleiben!

Sauen sind nicht doof, im Gegenteil, sie sind sogar hochintelligent. Haben die Schwarzkittel in einem Revier über Jahre hinweg um Punkt 23:30 die Kanzeltüren klappern hören, weil der warme Ofen ruft, werden sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit spätestens um kurz nach 00:00 auf der Matte bzw. dem Grünland oder frisch gedrillten Getreide stehen.

Es lohnt sich also, mit den eigenen Verhaltensmustern zu brechen. Wer mit Zielstock und Hocker auf leisen Sohlen gegen 0:30 ausrückt, wird in der zweiten Nachthälfte Wild zu Gesicht bekommen, von dem er nicht wusste, dass es bei ihm seine Fährten zieht. Und auch, wenn man regelmäßig in der ersten Nachthälfte Erfolg hatte, ändert sich dies meist nach ein paar Erlegungen.

Spätes Waidmannsheil: Hier kamen die Sauen erst deutlich nach Mitternacht auf die Wiesenstreifen. © Kim Trautmann

4. Bodyguard-Rehe verursachen Wildschaden

Klingt doof, ist aber häufig so. Steht nachts ein Sprung Rehe im schadensträchtigen Bereich, lohnt ein zweiter Blick. Gerade starke Keiler sind Meister darin, sich hinter ein paar Rehen ungesehen an den Feldfrüchten gütlich zu tun. Gesellt sich plötzlich ein wesentlich dickeres Reh dazu, lohnt sich das Angehen des vermeintlichen Vegetarierverbunds.

Hier entsteht der meiste Wildschaden!

5. Die Wildschaden-Hotspots

Dass der Schlagschatten der Bäume und besonders feuchte Stellen oder Plätze, an denen Mist oder Streuobst liegengelassen wurden, besonders prädestiniert für Wildschaden sind, ist eine Binsenweisheit. Spannend ist jedoch, dass oft jede weitere Deckung direkt genutzt wird. Altgrasstreifen, alte Zäune und kleinste Büsche oder Senken bieten oft das gewisse Extra an Deckung.

6. Mobile Überwachung

Wildkameras leisten gute Dienste, um die Hauptaktivitätszeiten der Sauen herauszufinden, vorausgesetzt es gibt klar erkennbare Hauptwechsel, auf denen sie verlässlich unterwegs sind. Ansonsten kann man diese auch ganz „oldschool“ ermitteln, indem man die Fläche einmal mit dem Hund abfährtet. Der zeigt nicht nur an, wie alt die Fährten sind, sondern wird auch rasch herausfinden, von wo die Sauen gekommen sind.

Kennt man die Hauptwechsel ins Feld, sind Wildkameras Gold wert. © Kim Trautmann

7. Altlasten beachten

Man glaubt gar nicht, wie oft ehemalige Maisschläge bereits neu gedrillt werden, ohne dass die alten Körner und Kolben zuvor abgeräumt wurden. Diese Felder sind wahre Hotspots. Die Sauen haben es hier nicht auf das frisch sprießende Getreide, sondern auf die vergorenen Körner und Kolben darunter abgesehen.

Grenzgänger: Dieser Frischling war an der Kante zwischen Wiesenstreifen und altem Maisacker unterwegs. © Kim Trautmann

Nach dem Schuss: Position merken

8. Nachts sind alle Bäume grau …

Insbesondere beim Schuss über den Zielstock ist es Gold wert, sich seinen Standort zu merken. Entweder legt man den Zielstock ab oder man hat die Möglichkeit ein Knicklicht zu befestigen. So kann man immer gut zurück peilen und sieht, wo Stück oder Anschuss liegen.

9. Better safe than sorry

Da die Sauen meist im Altgras, an der Kante zur Schwarzdornhecke oder im Schlagschatten der Bäume zugange sind, lohnt es sich, einen Treffersitz mit hoher Stoppwirkung zu wählen. Mit Tau auf den Blättern ist auch Lungenschweiß im hohen Gras teils kaum zu sehen, weshalb ein Schuss aufs Blatt die Suche deutlich abkürzt.

Hat man die Wahl, wegen 100 m Totflucht, die im Schwarzdorn endet, das Stück erst am nächsten Tag zu suchen, oder auf ein paar Gramm Wildbret zu verzichten, so ist der Haltepunkt klar. Steht man auf dem offenen Feld, ist natürlich auch der Schuss hinters Blatt eine gangbare Option.

10. Keine Experimente mit Distanzschüssen!

Weite Schüsse sollte man grundsätzlich vermeiden. Eine gute Revierkenntnis und ein Entfernungsmesser helfen dabei. Denn mit moderner Technik verschätzt man sich auch leicht einmal, was dann zum vermeidbaren Fehlschuss führt. Hält man die Schussentfernungen kurz, indem man dicht heranpirscht oder Reviereinrichtungen gleich entsprechend platziert, wird auch das saubere Ansprechen deutlich komfortabler.

Auch bei Frischlingsbachen ist jetzt große Vorsicht geboten, denn auch diese können bereits führen. Kommt man dicht genug an die Sauen heran, kann man sich gezielt einen passenden Frischlings- oder Überläuferkeiler heraussuchen.

11. Jagd am Wildschaden ist wie Schach

Ein bisschen ist die Jagd am Wildschaden wie Schach und das macht sie so spannend. Wer mit Plan und Ausdauer vorgeht, kommt über kurz oder lang unweigerlich zum Erfolg.

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