Bejagung von Ricken – Folgen der Vernachlässigung

Ziele definieren

Jeder Revierinhaber sollte sich im Klaren darüber sein, welche Ziele er mit seinem Rehwild verfolgt. Will er neben seinem Bestand an Hochwild gelegentlich einen Bock erlegen, so kann eine Auslese bei dem Rehwild sicherlich vernachlässigt werden. Hier ist es eher angebracht, sich im Rickenabschuss beschränkt zu halten – meistens begrenzen die hier reichlich vorhandenen Füchse und Sauen das Angebot sowieso und betreiben die erforderliche Auslese. Wo aber Rehwild sozusagen das Hochwild darstellt, bedarf es natürlich einer Rickenhege, wenn möglichst keine geringen Abschussböcke gebraucht werden.

In Revieren mit sehr guten Rickenverhältnissen im Hegesinne fehlen nämlich oft die erhofften geringen Böcke. Wer denen hinterherjammert, lässt die Hege so wie sie ist.

Wie der Herr, so’s Gscherr. In diesem Fall – wie die Ricke, so das Kitz. ©Flickr/Dornenwolf Ricke weibliches Rehwild Schmalreh Rehwild Reh

Wie der Herr, so’s Gscherr. In diesem Fall – wie die Ricke, so das Kitz. ©Flickr/Dornenwolf

Schwache Stücke konsequent erlegen

Es ist also ein Fehler, nicht genug Rehwild zu erlegen. Hier zeigen uns die Forschungsergebnisse verschiedener Wissenschaftler, dass die Gesundheit eines Bestands schlechter wird und mit Verkümmerung einhergeht, wenn sich zu viele Stücke in dem vorhandenen Lebensraum ernähren müssen. In Ungarn hat man übrigens mit der Methode des „Mosaikzuchtverfahrens“ Erfolge erzielt. Bei dieser Methode geht es darum, die geringen und kümmernden Stämme konsequent abzuschießen in dem Bestreben, den guten und erbmäßig besseren Rehen neue Reviere zu eröffnen.

Hegeziele definieren

In den Revieren, in denen ich solche Hegeerfolge besichtigen konnte, erlegten wir mehrere 400 bis 600 Gramm Böcke, die im Mai noch in überdurchschnittlich großen Sprüngen von bis zu einhundert Rehen in Anblick kamen. Abschussböcke und schwache Ricken kamen in diesen Revieren selten vor. Vielleicht hat die Vererbung doch einen größeren Einfluss, als man bisher glaubte.