Der Wolf ist jetzt offiziell im Jagdrecht. Nach vielen Diskussionen gibt es nun eine konkrete Zukunft für die Wolfsbejagung. Die neue Situation bringt allerdings auch neue Herausforderungen mit sich. Der JÄGER hat bei den neuen Spitzen einiger Jagdverbände nachgefragt.
Dorothee Giffey und Roman von Fürstenberg: Der Wolf in Hamburg – ein kontroverses Thema
Für Dorothee Giffey und Roman von Fürstenberg vom LJV Hamburg ist der Wolf ein sehr aktuelles Thema. Kurz vor der Wahl der neuen Präsidentin des LJV Hamburg und des neuen Vizepräsidenten wurde in Hamburg nämlich eine Frau von einem wilden Wolf verletzt.
Der LJV Hamburg begrüßt die Entwicklung des Wolfes zu einer Population im günstigen Erhaltungszustand. Zeitgleich sehen wir seine dynamische Ausbreitung in Bezug auf Konflikte insbesondere im ländlichen und zunehmend auch im urbanen Raum aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte im Hamburger Stadtgebiet mit vielen Freizeitnutzern, Erholung suchender Bevölkerung und sensiblen Naturräumen sehr kritisch.
Der Wolf ist mitten in unserer Stadtgesellschaft angekommen, passt sein Verhalten an und verliert die notwendige Distanz, wie es sich unlängst sehr eindrucksvoll im Stadtzentrum zeigte.
Immense Reproduktionsrate
Wölfe verfügen über eine immense Reproduktionsrate mit einer Verdoppelung etwa alle drei Jahre bei gleichzeitig sehr geringer natürlicher Mortalität. Unreguliert wächst die Population dynamisch und Konflikte nehmen nachweislich zu. Daher kann die vollumfängliche, gesellschaftliche Akzeptanz des Wolfes in der Hansestadt langfristig nur im Rahmen verantwortungsvollen Managements mit niedrigen Toleranzschwellen sichergestellt werden.
Hierzu ist die Aufnahme ins Hamburger Jagdrecht mit festen Leitlinien und Strukturen sowie die frühzeitige Etablierung eines Wolfsmonitorings und -managements in Kooperation mit den angrenzenden Ländern unter Einbindung der Jägerschaft unabdingbar, um eine klare und sachliche Zuständigkeit für eine dem Bundesjagdgesetz unterliegende, uns Jägern anvertraute, nach FFH-Richtlinie „geschützte“ Wildart zu schaffen.
Der LJV Hamburg steht für die frühzeitige Erarbeitung und Etablierung praktikabler, funktionierender Managementpläne und Regulationsmaßnahmen sowie deren konsequente Umsetzung, die wir als dringend geboten sehen, um nicht fahrlässig zu handeln. Wolfsmanagement steht nicht im Widerspruch zum Artenschutz, sondern ist die elementare Voraussetzung zur Konfliktvermeidung für eine langfristige, flächendeckende Akzeptanz des Wolfes als Großprädator im Sinne des Artenschutzes im ländlichen Raum und in der Stadtgesellschaft.
Dr. Gitta Greif-Werner zu Problemwölfen und rechtlichen Hürden

Auf Dr. Gitta Greif-Werner kommen in Sachen Wolf einige Herausforderungen zu. In Rheinland-Pfalz bleibt das Raubtier derweil ein kontrovers diskutiertes Thema. © G. Greif-Werner
Auch für Dr. Gitta Greif-Werner wird das Raubtier in Zukunft Thema sein. Die frisch gewählte Präsidentin des LJV Rheinland-Pfalz wird sich in ihrer Amtszeit derweil auch stark dem Wolf widmen müssen.
Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. begrüßt, dass sich der künftige Umgang mit dem Wolf nach jagdgesetzlichen Normen richtet und abschließend im Jagdrecht geregelt ist. Die zunehmende Ausbreitung hat in der Weidetierhaltung zu steigenden Konflikten geführt. Die Übergriffe können existenzbedrohend für die Tierhalter sein – vom Leid für Mensch und Tier ganz zu schweigen.
Mit der neuen Regelung ist die Basis für einen Ausgleich zwischen Herdenschutz, öffentlicher Sicherheit und dem Erhalt des Wolfes als wildem Großcarnivor geschaffen.
Eine rechtssichere Bejagung von Problemwölfen
Die Aufstellung des revierübergreifenden Managementplans sollte mit den Betroffenen – Weidetierhaltern, Grundstückseigentümern und Jagdausübungsberechtigten – abgestimmt werden. Die Bejagungsstrategie sollte, wie bei anderen Wildarten, lebensraum- und populationsangemessen sein – auch im Hinblick auf touristisch genutzte Landesteile.
Wichtig ist, dass eine rechtssichere Bejagung von sogenannten Problemwölfen möglich ist, also jenen Tieren, die Schutzzäune überwinden. Uns Jäger nimmt man damit in die Verantwortung. Dank unserer Erfahrung und Kenntnis von Wild und Natur sind wir dieser Aufgabe gewachsen.







