Wolf angefahren – Tier leidet eine Stunde aufgrund der EU-Schutzbestimmungen

Wolf angefahren

©Polizei

Am 13.04.2017 wurde in der Ortschaft Varnhorn, in der Nähe von Vechta ein Wolf angefahren.

Gegen 07.12 Uhr am frühen Morgen erfasst der 53-Jährigen den Grauhund mit seinem Fahrzeug. Es handelte sich um einen Wolfsrüden, der die Fahrbahn kreuzen wollte.

Wolf angefahren – was nun?

Das Tier geriet dabei unter den Pkw und wurde etwa 50 Meter mitgeschleift, bevor der Fahrer zum Stehen kam und der Wolf schwer verletzt am Fahrbahnrand zum Liegen kam. Gegen 08.00 Uhr verendete der Wolf dann aber erst an der Unfallstelle. Der 53-jährige Pkw-Fahrer blieb glücklicherweise unverletzt.

Dass der schwer verletzte Wolf so lange leiden musste ist mit dem strengen Schutzstatus von Wölfen und den fehlenden Handlungsrichtlinien in Niedersachsen begründet.

Wolf angefahren – Polizei und Jäger ratlos

Weder die hinzugezogenen Polizisten, noch Jäger hätten den den schwer und offensichtlich tödlich verletzten Wolf von seinen Qualen erlösen können, ohne dass ihnen ernste Konsequenzen gedroht hätten. Sie mussten tatenlos zusehen, wie das Tier langsam starb.

In Niedersachsen muss immer ein Amtstierart oder ein zuständiger Tierarzt des Veterinäramtes mit einem entsprechenden Sachkundenachweis vor Ort sein, wenn ein Wolf getötet werden soll. Hinzu kommt, dass auch die untere Naturschutzbehörde dem Erlegen des Tieres zustimmen muss.

Ein Jagdpächter oder ein Polizist sind nicht zum Erlegen eines Wolfes befugt.

Wolf angefahren

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Wolfsanhänger für 10.000 Euro

Erst im Januar war nach zweijähriger Planungsphase ein speziell ausgerüsteter Pkw-Anhänger im Wert von 10.000 Euro an das Land Niedersachsen übergeben worden.

Dieser sollte eigentlich bei der Bergung schwerverletzter Wölfe dienen sollte, nach dem einige Jäger auf die Problematik verunfallter und sich oft stundenlang quälender Wölfe aufmerksam geworden waren. Er kam aber offenbar nicht zu Einsatz.
Der hier genannte Wolf soll zwischen zwei und drei Jahren alt sein und etwa 36 Kilogramm wiegen.

Das verendete Tier wird von Mitarbeitern des Wolfsbüros in Hannover abtransportiert und einem Fachinstitut in Berlin zugeführt.

Hier soll das Tier auf seine Verletzungen, Art und Herkunft untersucht werden.