10.000 Euro für einen Wolfsanhänger?

Anhänger (Symbolbild)

Anhänger (Symbolbild)

Nach Angaben der Hannoverschen Allgemeine Zeitung (HAZ) plant die Region Hannover den Erwerb eines sogenannten Wolfsanhängers.

Der speziell umgebaute Anhänger sei „für den Transport verletzter oder toter Wölfe ausgestattet“.

Die horrenden Kosten von rund 10.000 Euro soll die Region übernehmen. Stationiert wird das Spezialfahrzeug dann wohl nördlich der niedersächsischen Landeshauptstadt – im nachgewiesenen Wolfsgebiet Heidekreis und in den Kreisen Nienburg und.

Der beabsichtigte Kauf gehe nach HAZ-Angaben auf eine Initiative von Politikern der SPD, CDU und Grünen zurück. „Für den Umgang mit verletzten Wölfen gilt ein kompliziertes Regelwerk“, wird Regionssprecher Klaus Abelmann zitiert. Grundsätzlich sei vor allem ein potentieller Verkehrsunfall mit einem Wolf Beweggrund für den Kauf des Anhängers.

Nach einem Zusammenstoß zwischen Isegrim und Kraftfahrzeug muss dieser der nächsten Polizeidienststelle angezeigt werden. Diese wiederum habe den Amtstierarzt zu informieren, und nur der Veterinär darf anhand der Verletzungen des Tieres entscheiden, ob ein Fangschuss angebracht ist oder ob ein Transport zu einem Tierarzt zwecks Behandlung noch sinnvoll ist, erläutert die HAZ.

Das ein verletztes Tier an Ort und Stelle auf den für ihn speziell gebauten Hänger warten würde, darf bezweifelt werden. Und das man auch für Isegrim im Generellen einen Spezialanhänger braucht, erschließt sich nach HAZ-Angaben auch nicht aus einer Beschlussvorlage für den Umweltausschuss der Regionsversammlung Hannover.

Bei einem verletzten Tier gebe es zwar grundsätzlich folgende Auflage: „Es muss ein sicherer und fachgerechter Transport für Mensch und Tier gewährleistet sein“, allerdings ist hier der nutzen eines Anhängers nicht zweifelsfrei begründet.

Technisch könnte sich der „Wolfsanhänger“ natürlich absolut sehen lassen. Geplant seien spezielle Wände und ein Innenraum mit mehreren Boxen. Zur Ausrüstung zählen Stabschlingen, Fangnetze und wolfsbissfeste Schutzhandschuhe hieß es.

Geplant sei jedenfalls, das der Anhänger für verletzte Wölfe gegen Kostenerstattung bei Bedarf zum Einsatz kommen könnte.

Das Maßnahmen zum Umgang mit dem Wolf in Niedersachsen vor allem im Hinblick auf die finanziellen Aufwendungen und deren tatsächlichen nutzen betrachtet werden müssen, zeigte unlängst das Beispiel des schwedischen Wolfsexperten.

Der aus Schweden angereiste Jens Karlsson sollte den verhaltensauffälligen Wolf in Niedersachsen vergrämen. Im Nachhinein verlief die ganze Aktion ohne nennenswertes Ergebniss.