Gerade in der Morgen- und Abenddämmerung sind viele Wildtiere unterwegs. Gleichzeitig fällt der Berufsverkehr nach der Zeitumstellung häufiger in diese Stunden. Dadurch steigt insbesondere auf Landstraßen sowie an Wald- und Feldrändern das Risiko eines Wildunfalls.
Radiokampagne gegen Wildunfälle
Um Autofahrer auf die Gefahren aufmerksam zu machen, haben das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, der ADAC Hessen-Thüringen und der Landesjagdverband Hessen die Kampagne „Wildunfälle verhindern – Tierleid vermeiden“ gestartet.
Vom 26. Oktober bis zum 4. November 2026 werden entsprechende Verkehrstipps auf Hitradio FFH ausgestrahlt. Zusätzlich verbreiten die Projektpartner Informationen über ihre Social-Media-Kanäle.
Wildwechsel: Mehr Aufmerksamkeit, weniger km/h
Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori betont, wie wichtig vorausschauendes Fahren ist. Wer an Wald- und Feldrändern langsamer unterwegs sei, gewinne wertvolle Zeit zum Bremsen. Das könne sowohl Menschen als auch Tiere schützen.
Besonders auf Strecken mit häufigem Wildwechsel sollten Autofahrer deshalb ihre Geschwindigkeit reduzieren, ausreichend Abstand halten und den Fahrbahnrand aufmerksam beobachten.
Auch Victoria Herzig, Vorstandsmitglied für Verkehr, Umwelt und Technik des ADAC Hessen-Thüringen, appelliert an die Verkehrsteilnehmer, jederzeit bremsbereit zu sein. Entscheidend sei, eine mögliche Gefahr frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren.
Was tun, wenn plötzlich ein Reh auf der Straße steht?
Taucht unvermittelt ein Wildtier auf der Fahrbahn auf, bleiben Autofahrern häufig nur wenige Sekunden zum Reagieren. Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen, empfiehlt deshalb, das Lenkrad mit beiden Händen festzuhalten, stark zu bremsen und auf der eigenen Fahrspur zu bleiben.
Riskante Ausweichmanöver sollten Autofahrer unbedingt vermeiden. Wer in den Gegenverkehr gerät, von der Fahrbahn abkommt oder gegen einen Baum prallt, riskiert schwere Verletzungen.
Steht ein Wildtier am Straßenrand, sollten Autofahrer:
- kontrolliert abbremsen
- das Fernlicht ausschalten
- gegebenenfalls hupen
Außerdem ist stets mit weiteren Tieren zu rechnen.
Wildunfall passiert: So verhalten sich Autofahrer richtig
Lässt sich ein Zusammenstoß nicht verhindern, müssen Autofahrer zunächst die Unfallstelle absichern. Anschließend sollten sie die Polizei informieren. Dabei sind folgende Schritte wichtig:
- Warnblinkanlage einschalten und das Fahrzeug möglichst sicher am rechten Fahrbahnrand abstellen.
- Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen, sofern dies gefahrlos möglich ist.
- Polizei unter 110 informieren. Bei Verletzten oder akuter Gefahr den Notruf 112 wählen.
- Abstand zu verletzten Wildtieren halten und diese keinesfalls verfolgen.
- Für die Versicherung eine Wildunfallbescheinigung durch Polizei oder Jäger ausstellen lassen.
- Die Unfallstelle beziehungsweise die Fluchtrichtung des Wildes markieren, sofern dies sicher möglich ist.
Ist ein verletztes Wildtier nach dem Zusammenstoß geflüchtet, informiert die Polizei den zuständigen Jagdpächter. Dieser kann eine fachgerechte Nachsuche veranlassen.
Tote Wildtiere sollten wegen möglicher Infektionsgefahren nicht ohne Handschuhe berührt werden. Außerdem dürfen Verkehrsteilnehmer angefahrenes Wild nicht einfach mitnehmen.
Kampagne soll Menschen schützen und Tierleid vermeiden
Mit ihrer gemeinsamen Aktion wollen die drei Projektpartner einfache Verhaltensregeln stärker im Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer verankern. Denn jeder verhinderte Wildunfall schützt nicht nur die Insassen der Fahrzeuge, sondern bewahrt auch Wildtiere vor schweren Verletzungen und Leid.
Weitere Hinweise zur Prävention und zum richtigen Verhalten nach einem Wildunfall bietet die Informationsseite wildunfall-verhindern.de.









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