Saarbrücken und die französische Nachbargemeinde Spicheren wollen die Wildschweinplage im Grenzgebiet erstmals mit einer gemeinsamen Jagd eindämmen. Langfristig könnte das den umstrittenen Saufang ersetzen.
In diesem Sommer haben Wildschweine auf beiden Seiten der Grenze massive Schäden angerichtet. Weil die Rotten durch den Wald zwischen Spicheren und Saarbrücken hin und her wechseln, setzen beide Kommunen nun auf eine abgestimmte Bejagung. Sie soll im Herbst stattfinden, wie der Saarländische Rundfunk berichtet. Gejagt werden soll somit zeitgleich in beiden Ländern.
Gärten nicht mehr nutzbar
Vermitteln soll dabei unter anderem Carmen Meyer, Deutsche im Gemeinderat von Spicheren. Nach ihren Worten waren die Schäden in den Gärten noch nie so groß wie in diesem Jahr. Die Sauen hätten jede Scheu verloren und tauchten immer häufiger mitten im Ort auf. Für Kinder und Anwohner sei das beängstigend, ihr eigenes Grundstück könne sie teilweise gar nicht mehr nutzen.
Mehr Frischlinge, weniger Fraß im Wald
Spicherens Bürgermeister Christian Vilimek kümmert sich gemeinsam mit dem Jagdkoordinator der Präfektur um das Problem. Er führt die Lage auf das Klima zurück: Milde Winter und heiße Sommer sorgten dafür, dass die Bachen inzwischen sogar zweimal im Jahr frischen. Weil der Wald durch die Trockenheit weniger Nahrung biete, suchten die Tiere ihr Futter immer öfter in Gärten und auf Grundstücken.
Jeder jagt auf seiner Seite der Grenze
Saarbrückens Verwaltungsdezernent Sascha Grimm begrüßt den Plan. Die Pächter kennen ihre Reviere genau und wissen, wo die Grenzsteine stehen. Jeder Jäger bleibt auf seiner Seite, die Absprache zwischen beiden Ländern soll den gemeinsamen Erfolg bringen.
Protest gegen den Saufang
Parallel hat die Stadt Saarbrücken einen Saufang bestellt, mit dem sich eine ganze Rotte auf einmal fangen lässt. Tierschützer lehnen die Lebendfalle ab und demonstrierten am Donnerstag erneut vor dem Rathaus. Geht die grenzüberschreitende Jagd auf, könnte der Saufang künftig überflüssig werden.









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