NABU fordert ganzjährige Jagd auf Waschbären

Eine ganzjährige Jagd auf Waschbären? Das fordert der NABU nach Angaben der Osnabrücker Zeitung.

Waschbären in Niedersachsen

Immer mehr Waschbären bevölkern Niedersachsen. Der NABU fordert nun die ganzjährige Jagd auf die Neozonen Eindringlinge.

Schonzeiten für die Aufzucht der Jungen sollen nach dem Wunsch der Umweltorganisation entfallen. Wie kommt ausgerechnet der NABU zu einer derartigen Entscheidung?

Jagd auf Waschbären zum Schutz von Kröten?

Der NABU sieht Kleintiere in akuter Gefahr, die dem Waschbären als Beute dienen und fürchtet hierbei besonders um den Krötenbestand.

Gegenüber der Osnabrücker Zeitung monierte der NABU: „Mittlerweile gingen sie sogar an Krötenschutzzäunen auf Beutezug. Teilweise würden sie dort reihenweise Kröten töten“.

Was sich dramatisch anhört, sei nach Aussage des NABU mit Wildkameras wiederholt nachgewiesen worden.

Jagd auf Waschbären in der Schonzeit?

Adulte Waschbären haben in Niedersachsen derzeit Schonzeit vom 1. April bis zum 15. Juli. Jungwaschbären dürfen das ganze Jahr über bejagt werden.

Mit einer Gesamtstreccke von mehr als 10 000 Waschbären im vergangenen Jagdjahr 2015/2016 wurde in Niedersachsen ein Rekordwert erreicht.

Vor zehn Jahren waren es nur rund 2400. Die Abschusszahlen lassen nach Angaben von Experten Rückschlüsse auf die Größe der Population zu. Auf jedes erlegte Tier kommt eine Vielzahl lebender Waschbären.

Landesjägerschaft begrüßt die Forderung

Die Landesjägerschaft sei für eine intensive Bejagung der Waschbären, sagte Sprecher Florian Rölfing dem Hamburger Abendblatt. Er empfahl „eine flexible Regelung der Schonzeiten, je nach Lage vor Ort.

Neben der klassischen Ansatzjagd soll auch die Fangjagd Teil der Bejagungsstrategie sein. „Da Waschbären vor allem in der Dämmerung und in der Nacht unterwegs seien, sei auch die Jagd mit Fallen von großer Bedeutung. Wir wenden uns daher entschieden gegen Versuche, die Fangjagd einzuschränken.“

Die zwei Meinungen des NABU

Wie der NABU die Bejagung des Waschbären ansonsten bewertet, lässt sich auf der offiziellen Homepage nachlesen. So ganz mag es nicht in das geforderte Bejagungskonzept passen.

„Während die einen seine Wiederausrottung und somit eine vehemente Bejagung fordern, sind andere der Auffassung, dass der Waschbär mittlerweile zu unserer heimischen Tierwelt dazugehört und somit das Recht auf eine friedliche Existenz hat. Populationsökologisch hat sich auch gezeigt, dass Bejagung oder Fang mit dem Ziel, die Populationsdichte zu reduzieren, zumeist ohne Erfolg bleibt: Waschbären können Populationsverluste durch eine vermehrte Fortpflanzungsrate ausgleichen, auch würden bei einer „Entnahme“ neue Tiere aus den umliegenden Gebieten in den dann unbesetzten Lebensraum nachrücken.“