Brut- und Setzzeit: Was Naturbesucher wissen müssen

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©Kaufmann/DJV

Die Brut- und Setzzeit erfordert von Naturbesuchern besondere Rücksicht, denn es gilt das Wild und seinen zu erwartenden Nachwuchs vor Gefahren zu schützen.

Neben Projekten wie Kids für Kitze vom JÄGER, gibt es viele Aktionen, die den Waldbesucher zur Mithilfe und besonderer Umsicht in dieser Zeit bewegen wollen.

Der Deutsche Jagdverband (DJV)  hat ein Paket aus Broschüre, Plakat und Informationstafel herausgebracht, das vor allem Tipps und Erklärungen zum Verhalten im Wald parat hält.

Text: PM DJV

Brut- und Setzzeit: Rücksicht nehmen

Naturbesucher aufgepasst: Im Frühling gleichen Wald und Flur einer großen Kinderstube. Wildtiere sind jetzt besonders schutzbedürftig.

Mit den wärmeren Temperaturen beginnt die sogenannte Brut- und Setzzeit – die heimische Natur verwandelt sich in eine große Kinderstube. Hase, Hirsch, Ente, Reh oder Wildschwein: Viele heimische Wildtiere bringen in den Frühjahrsmonaten ihren Nachwuchs zur Welt und brauchen viel Ruhe. Damit die Jungtiere problemlos aufwachsen können, bittet der Deutsche Jagdverband (DJV) Erholungssuchende und Hundehalter um Rücksicht und Einhaltung einiger einfacher Verhaltensregeln.

Brut- und Setzzeit

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Wege nicht verlassen in der Brut- und Setzzeit

Wildtiere halten sich besonders gern im Dickicht der Wälder, Knicks und Feldhecken oder im hohen Gras auf. „Es ist daher unbedingt notwendig, diese Ruhezonen zu meiden und die Wege nicht zu verlassen”, appelliert Detlef Zacharias, DJV-Präsidiumsmitglied. Vor allem frei laufende Hunde können eine Gefahr für trächtige Tiere und brütende Vögel sowie deren Nachwuchs darstellen. Vierbeiner sollten deshalb in diesen sensiblen Bereichen am besten an die Leine. Über die unterschiedlichen Regelungen informiert das örtliche Ordnungsamt.

Wildtiernachwuchs nicht anfassen!

Brut- und Setzzeit

©Kaufmann/DJV

Aufgefundenes Jungwild auf keinen Fall berühren! Scheinbar verwaiste Rehkitze oder Junghasen sind meistens gar nicht so hilflos, wie es vielleicht den Anschein hat. Der gut getarnte Nachwuchs wird in den ersten Lebenswochen von den Müttern oft viele Stunden allein gelassen und nur zum Säugen aufgesucht – der beste Schutz vor Fressfeinden. Die Küken bodenbrütender Vögel sind oft „Nestflüchter“ und laufen selbstständig umher, werden aber dennoch weiter von den Eltern versorgt. Erst durch Menschengeruch werden Jungtiere wirklich zu Waisen.

Wildtier gefunden, was nun?

Naturbesucher sollten vermeintlich verletzte, geschwächte, kranke oder anderweitig gefährdete Wildtiere aus sicherer Entfernung beobachten und im Zweifelsfall einen ortsansässigen Jäger kontaktieren, der den Zustand einschätzen kann, oder die Polizei informieren.

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Unwissenheit ist zumeist das Problem, das den Jungtieren in der Brut- und Setzzeit zum Verhängnis wird. Hier hilft der DJV mit einfachen Erläuterungen zu folgenden Themen:

  • Warum Wildtiere nur vom Weg aus beaobachtet werden sollten
  • Warum sich Jungtieren nicht genähert werden sollte und Kontakt zu vermeiden ist
  • Warum Hunde angeleint bleiben sollten
  • Warum in den Abend- und Morgenstunden auf Aktivitäten wie Geocaching verzichtet werden sollte
  • Warum man tunlichst keine Abfälle im Wald hinterlassen sollte

Die Broschüre können Sie HIER herunterladen.