Jäger statt Vegetarier

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© SZ.de (Foto: OH )

Jäger statt Vegetarier

Mal ehrlich, distanziert man sich heutzutage vom industriell produzierten Fleisch aus Massentierhaltung, bleibt einem als Otto Normalverbraucher nur die Flucht in den Bioladen – oder in das fleischlose Dasein eines Vegetariers.

Dass aber auch die Jagd eine Alternative ist, um gutes Fleisch zu bekommen und bewusst zu genießen, davon berichtet in der Süddeutschen Zeitung die Jägerin Bernadette Liese.

Besonnen und sachlich berichtet sie in dem Artikel über ihren Weg zum Jagdschein, ihre Motivation – und warum sie bei den meisten Jagdkritikern einen Widerspruch sieht. „Die meisten Deutschen sind nicht bereit, auf Schnitzel und Schinken zu verzichten. Einerseits. Andererseits verdrängten sie, dass Kalb und Schwein getötet werden müssen.“

So ist es schön zu lesen, dass die junge Jägerin Bernadette Liese in der Jagd ihre Möglichkeit gefunden hat, Fleisch zu konsumieren und wertzuschätzen. Dass sie dies mit Überzeugung tut, wird deutlich, wenn sie von den Widerständen im Freundes- und Familienkreis berichtet, die ihr anfangs entgegenschlugen.

Und doch, sie absolvierte die Jägerprüfung, wie ihr Mann bereits zuvor, und fasst zusammen: „Wir essen nicht mehr Fleisch als andere. Aber dafür sicherlich bewusster.“ Keine leichte Aufgabe, das Aufbrechen, aus der Decke schlagen und Zerwirken. Aber die Wertschätzung des selbst verarbeiteten Wildbrets ist eine ganz andere, als die einer farblosen Putenbrust aus der Kühltruhe.

Dass die Jagd oftmals nicht nur mit dem Schuss verbunden ist, auch das betont Bernadette Liese deutlich. Hege, Pflege, beobachten, die Natur genießen, im Revier um des Revieres Willen sein. Dinge, die man Nichtjägern erst einmal erklären muss.