Insektensterben – Unbeachteter Schwund

Schon vor einem Jahr berichtete JÄGER-Redakteurin Dr. Nina Krüger über das leise Insektensterben, nun zeigen neue Studie wie dramatisch die Entwicklung wirklich ist. 

Insektensterben – Was ist dran?

Früher waren die Windschutzscheiben im Sommer voller toter Insekten, heute kaum noch. Als ich noch klein war, verbrachten mein Bruder und ich jeden Sommer bei meinen Großeltern in Kassel. Jedes Jahr, am ersten Tag der Sommerferien, kam unser Großvater nach Hamburg gefahren, um uns abzuholen.

Und jedes Jahr verbrachten wir den zweiten Tag der Sommerferien damit, sein Auto zu waschen. Nach der für uns endlosen Fahrt waren Windschutzscheibe und Kühlergrill verkrustet mit toten Insekten. Wenn ich heute im Sommer selbst bis in die entlegensten Winkel Europas fahre, bietet sich ein völlig anderes Bild – kaum noch Fliegen, Mücken und Schmetterlinge.

Buntspecht: Er fängt bevorzugt Heuschrecken. Sie ist eine der Arten, die vom Insektensterben besonders betroffen ist. ©Pixabay

Buntspecht: Er fängt bevorzugt Heuschrecken. Sie ist eine der Arten, die vom Insektensterben besonders betroffen ist. ©Pixabay

Neue Autos gegen das Insektensterben?

Obwohl der Ökologe Josef Settler vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle dies vor allem dem modernen Design von Autos zuschreibt, bei dem Insekten nicht mehr an der Fahrzeugkarosserie zerschmettert, sondern mit dem Luftstrom über das Auto geleitet werden, gibt er keine Entwarnung. Nicht nur Autofahrer, auch wir JägerLandwirte und Naturliebhaber haben es schon beobachtet: Jedes Jahr scheint es weniger Insekten zu geben. Tatsächlich warnen Forscher, dass es gerade zu einem Massensterben kommt, dass kaum Beachtung findet. Und sie streiten über die Ursachen.

Insektizide werden eigentlich nicht gegen Nützlinge wie die Honigbiene eingesetzt, trotzdem leiden sie unter dem Einsatz.

Insektizide werden eigentlich nicht gegen Nützlinge wie die Honigbiene eingesetzt, trotzdem leiden sie unter dem Einsatz. ©Pixabay