Ist die Trophäenjagd in Afrika gut oder schlecht für Wild, Lebensraum und Bevölkerung? Eine neue Metastudie gibt einen guten Überblick über die wissenschaftlichen Fakten. Ihr Ergebnis fällt überwiegend sehr positiv aus.
Ein internationales Forscherteam aus Südafrika, den USA, Kanada und Finnland hat 89 wissenschaftliche Arbeiten aus 13 Ländern südlich der Sahara ausgewertet (Clements et al., „Conservation Letters“, 2026). Untersucht wurde, wie sich die Jagd auf Wildbestände, Lebensräume und das Auskommen der Menschen vor Ort auswirkt.
Zwei Drittel der Effekte positiv
Rund 65 Prozent der dokumentierten Ergebnisse fielen positiv aus, 26 Prozent negativ und 9 Prozent uneindeutig. Am stärksten profitiert der Lebensraum von der Trophäenjagd in Afrika. In 92 Prozent der Fälle ging die Trophäenjagd mit mehr Fläche unter Schutz einher. Auch Einkommen, Arbeitsplätze und Ernährungssicherheit der Landnutzer verbesserten sich in mindestens 85 Prozent der Fälle. Der Grund ist einfach: Wer an der Jagd verdient, hat einen Anreiz, Wildflächen zu erhalten, statt sie in Acker- oder Weideland umzuwandeln.
Hinzu kommt, dass die Wilderei rapide abnimmt, wenn Tiere nicht als Schädlinge für die Landwirtschaft, sondern als nachhaltig bewirtschaftbare Wildart wahrgenommen werden.
Trophäenjagd Afrika: Es kommt darauf an, wer profitiert
Entscheidend ist vor allem, wer die Rechte am Land hält und die Einnahmen bekommt. Wo das Gemeinden oder private Grundbesitzer sind, etwa in Namibia und Südafrika, lag der Anteil positiver Ergebnisse bei über 80 Prozent. In Tansania und Sambia behält der Staat mehr Kontrolle, und die Bevölkerung erhält nur einen Teil der Erlöse. Dort fiel die Bilanz gemischt aus.
Nachhaltige Trophäenjagd ist also besonders dann möglich, wenn auch die Bevölkerung in der Breite profitiert und damit ein Verständnis für Natur- und Artenschutz entstehen kann.
Verantwortung und Hege
Insbesondere unzählige seltene Arten profitieren von der Jagd und nachhaltigen Bewirtschaftung der Reviere in Afrika. Die Bestände blieben häufiger stabil oder wuchsen, als dass sie zurückgingen.
Standards statt Importverbote
Trophäenjagd Afrika: Die Studie erscheint mitten in der Debatte um Einfuhrverbote für Jagdtrophäen. Frankreich hat ein solches Verbot bereits beschlossen, in Großbritannien wird es diskutiert. Pauschale Verbote halten die Forscher für ein zu grobes Werkzeug. Sie schlagen stattdessen klare Bedingungen für die Einfuhr vor. Die Jagd soll nachweislich dem Naturschutz dienen, die Bevölkerung soll fair an den Erlösen beteiligt werden, und die Abschussquoten sollen wissenschaftlich begründet sein.
Hauptautorin Dr. Hayley Clements von der Universität Stellenbosch kritisiert, dass die Trophäenjagd meist entweder als uneingeschränkt gut oder als uneingeschränkt schlecht dargestellt werde. Die Wirklichkeit hänge stark vom jeweiligen Kontext ab. Genau dort könne die Politik ansetzen.









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