Schwarzwild im Herbst – Bejagungstipps

Was muss man beachten, wenn man Schwarzwild im Herbst bejagen will? Wir haben die top Tipps.

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© Unsplash/Krisztian Toth

Während der Fokus der Saujagd in den Sommermonaten auf den Feldflächen lag, findet das Schwarzwild im Herbst zunehmend wieder andere Fraßquellen attraktiv.
Wo die Hotspots liegen und wie man die Sauen dort am besten bejagt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Pullfaktor Obermast

Hochattraktiv ist in den Herbstmonaten nach wie vor der Mais. Ist dieser weg, bewegt sich das Schwarzwild im Herbst zurück in den Wald. Eichenwälder sind jetzt wahre Saumagnete. Allerdings darf nach der langen Phase überwiegend pflanzlicher Ernährung das Tierische Eiweiß nicht zu kurz kommen.
Nach dem ersten ergiebigen Herbstregen werden die Wiesenflächen und Randstreifen entlang von Schilf, Schwarzdorn und Eichenhochwald wieder verstärkt gebrochen. Hier heißt es jetzt aufpassen, bevor größere Wiesenschäden drohen!

Top Tipps für Schwarzwild im Herbst

  • Hotspots sind Wiesenstreifen in Einstands-, Schilf und Mastbaumnähe (kurze Wege, schneller Schaden)
  • Esskastanien und Walnussbäume sind auch richtige Hotspots
  • Wasser ist immer noch Anziehungspunkt Nr. 1, gerade in trockenen Gegenden
  • Gerade bei sonnigem Wetter liegen die Sauen gerne auch im Hochwald im Hang

Schwerpunkte schaffen

  • Gerade jetzt lohnt es sich, bei der Bejagung Schwerpunkte zu setzen.
  • Wer den Fokus auf Stoppel und Wiesen legt, wird mit tagaktiven Sauen im Wald und wenig Schaden belohnt.
  • Nach dem Ernteschock lohnt es sich definitiv, die Kirrungen regelmäßig zu beschicken und die Sauen zu lenken.
  • Wie auch bei der Jagd im Frühjahr und Sommer, sollte man im Feld vorzugsweise ein Stück aus einer größeren Rotte oder einem Überläuferverband erlegen,
    um eine große Vergrämungswirkung zu erzielen.

Jagd-Taktik

  • Am praktikabelsten ist es, von strategisch günstigen Punkten aus, die gefährdeten Flächen zu beobachten und das Schwarzwild im Herbst mit dem Zielstock anzugehen.
  • Sitzt man stationär in einer Kanzel, dauert es oft viel zu lange bis man auf die im Gebräch stehenden Sauen reagieren kann. Man macht zu viel Lärm und die Stücke dampfen ab, bevor man in Schusspostition ist.
  • Auch langsames Pirschen mit regelmäßigem Verhoffen über Minuten hinweg, kann zum Erfolg führen. Dabei lassen sich Altholzbestände und Geländekanten zu Schwarzdorn- und Brombeereinständen gut im Blick behalten und auswechselnde Stücke gut erlegen.
  • Wer sich unsicher ist, was den ausgemachten Wechsel frequentiert, kann auch erst einmal mit Funkkamera und einem Pflock mit Buchenholzteer vorfühlen. Meist stellen sich die Schwarzkittel rasch ein.

Solide Ausrüstung ist bei der Schwarzwildjagd unerlässlich. © Kim Trautmann

SAU-Gear

  • Repetierer (Hochwildtaugliches Kaliber mit Reserven, .308 Win., .6,5 Creed, .30-06 Spring., 8x57IS) mit Schalldämpfer und Vorsatzgerät
  • Zuverlässiges, leichtes Handgerät zum „Abglasen“
  • Zielstock, möglichst gedämpft und geräuscharm
  • Kleine, helle und leichte Kopflampe für alle Fälle
  • Leises Schuhwerk
  • Scharfes Messer
  • Munition
  • Kompakte Bergeschlinge
  • Anschussband

„Donts“ bei der nächtlichen Jagd auf Schwarzwild im Herbst

  • Pirschen bei zu hellem Mond auf freier Fläche, kann die Sauen schnell wieder einwechseln lassen
  • Keinen Abstand zu den Mastbäumen halten und auch das Laub der Nussbäume kann im Feld verdammt laut sein beim Angehen. Besser, gerade im Wald, direkt Pirschpfade anlegen.
  • Bei halbem Wind angehen, denn kippt der, rauschen die Sauen meist sofort ab