In der vergangenen Woche ereignete sich der bislang schwerste Wolfsangriff Niedersachsens. Jetzt steht die Frage im Raum, ob der oder die Wölfe geschossen werden sollen.
Wolfsangriff, zahllose verletzte und getötete Tiere
Im niedersächsischen Füchtenfeld im Landkreis Grafschaft Bentheim hat es in der vergangenen Woche zwei schwere Wolfsangriffe auf eine Schafherde gegeben. Nach aktuellen Angaben der Landwirtschaftskammer kamen dabei mindestens 57 Tiere ums Leben, mehr als 100 weitere Schafe wurden verletzt. Die Untersuchungen zu den Vorfällen dauern weiterhin an, weshalb sich die Zahl der betroffenen Tiere noch verändern könnte.
Zwei nächtliche Wolfsrisse im Dalum-Wietmarscher-Moor
Die Attacken ereigneten sich innerhalb von zwei Nächten im Gebiet des Dalum-Wietmarscher-Moors. Laut einem Bericht der „Grafschafter Nachrichten“ entdeckten die Tierhalter Michael und Andrea Dircks zunächst am Freitag zahlreiche tote Schafe auf ihrer Weide. Bereits am darauffolgenden Tag fanden sie weitere gerissene Tiere. Der Fall gilt inzwischen als einer der größten dokumentierten Wolfsangriffe in Niedersachsen. Die Vorfälle sorgen sowohl bei Tierhaltern als auch bei Behörden für große Besorgnis.
Diskussion über möglichen Abschuss des Wolfes
Derzeit beraten die Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland über weitere Maßnahmen. Dabei wird auch ein möglicher Abschuss des verantwortlichen Wolfes diskutiert. Die Situation ist besonders komplex, da die Grenze zwischen beiden Landkreisen direkt durch das betroffene Moorgebiet verläuft. Deshalb sind mehrere Behörden und Institutionen an den Entscheidungen beteiligt.
Die rechtlichen Voraussetzungen für einen raschen Abschuss wurden auf Bundesebene geschaffen, jetzt liegt es an den Landesbehörden, diese auch in die Tat umzusetzen.
Wolfsangriff trotz Herdenschutz
Nach Informationen der staatlichen Moorverwaltung entsprach der Schutz der Herde den vorgeschriebenen Herdenschutzstandards. Trotzdem konnte der Angriff offenbar nicht verhindert werden. Dies wirft erneut Fragen zur Wirksamkeit bestehender Schutzmaßnahmen gegen Wölfe auf.
In den kommenden Tagen soll das Gebiet zusätzlich mit Wärmebildkameras aus der Luft überwacht werden. Ziel ist es, mögliche Bewegungen der Tiere festzustellen und einen weiteren Wolfsangriff zu verhindern.
Genproben sollen Wolf identifizieren
Das niedersächsische Wolfsbüro untersucht derzeit genetische Spuren vom Tatort. Mithilfe der DNA-Analysen soll geklärt werden, welche Wölfe für die Risse verantwortlich sind. Die Ergebnisse könnten entscheidend dafür sein, welche Maßnahmen die Behörden in den nächsten Wochen ergreifen.




