Tschernobyl-Katastrophe: Wildschweine auch nach 40 Jahren radioaktiv

Auch 40 Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl sind Wildschweine in Rheinland-Pfalz noch radioaktiv belastet. Was bedeuten die Messwerte, und wie geht man mit den Ergebnissen um?

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40 Jahre nach der Nuklearkatastrophe in Tschornobyl sind deutsche Wildschweine immer noch radioaktiv belastet. © Unsplash/Viktor Hesse

Der tragische Nuklearunfall von Tschernobyl, der eigentliche Name Tschornobyl ist in Deutschland weniger bekannt, ist inzwischen 40 Jahre alt. Die Folgen sind auch in Deutschland bis heute noch messbar. Betroffen ist besonders das Schwarzwild. So kann Wildschweinfleisch aus Rheinland-Pfalz bis heute noch messbar radioaktiv belastet sein. Das teilte das Landesuntersuchungsamt (LUA) mit.

40 Jahre nach Tschernobyl-Katastrophe: Wildschweine weiterhin radioaktiv belastet

Die positive Nachricht: Die Belastung geht aktuellsten Untersuchungen zufolge weiterhin zurück. So gelte laut LUA auch der häufige Verzehr von Wildschweinfleisch aus der Region in Bezug auf die radioaktive Belastung als unbedenklich.

Für die Jägerschaft gelten bezüglich der radioaktiven Belastung klare Regeln. Jägerinnen und Jäger müssen im Falle der Vermarktung von Wildfleisch Eigenkontrollen durchführen. Das soll sicherstellen, dass nur unbedenkliche Produkte im Handel landen.

Auch die Lebensmittelüberwachung ist in der Sache aktiv. Sie prüft stichprobenartig Wildschweinfleisch in der Gastronomie und dem Handel. Laut LUA überschritt keine der 105 Proben aus den letzten zwei Jahren den gesetzlichen Radioaktivitäts-Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm. Der Verzehr war damit durchweg unbedenklich möglich.

Entschädigungen für Jägerschaft wegen Radioaktivität nur selten nötig

Laut Bundesverwaltungsamt (BVA) erhalten Jägerinnen und Jäger im Falle einer zu hohen Strahlenbelastung entnommenes Wild. Das sei im Jahr 2025 nur ein einziges Mal vorgekommen. Für dieses Wildschwein erhielt der betroffene Jäger die reguläre Erstattung von 204,52 Euro. Deutschlandweit wurden 2.927 Tiere erstattet. Der größte Teil davon stammt aus Bayern: 2.308 Tiere, etwa 80 Prozent. In Baden-Württemberg waren es 491 Wildschweine. Anderes Wild war deutschlandweit nicht betroffen.

Nach Nuklearunfall in Tschernobyl: Warum sind gerade Wildschweine betroffen?

Doch warum ist genau Wildschweinfleisch am meisten von der Strahlenbelastung betroffen? Nach der Nuklearkatastrophe vom 26. April 1986 kam es zu radioaktivem Niederschlag über Europa. Die heutige Belastung ergibt sich hauptsächlich durch das Cäsium-137, das mit einer Halbwertzeit von rund 30 Jahren besonders langlebig ist. Dieses hat sich in Waldböden festgesetzt und betrifft dadurch Pilze, in denen sich das Cäsium gut anreichern kann. Diese stehen auf dem Speiseplan von Wildschweinen, weswegen Schwarzwild teilweise höher belastet ist als andere Wildarten.

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