Nilgänse in Tübingen: Oberbürgermeister Palmer will notfalls den Abschuss

Nilgänse sorgen vielerorts für wachsende Probleme. Auch Tübingen ist betroffen. Oberbürgermeister Boris Palmer polarisiert nun mit klaren Aussagen: Um andere Vogelarten und das Ökosystem zu schützen, will er nun konsequent gegen die Tiere vorgehen.

siegfried-poepperl-1X1T1bvJTVo-unsplash

In Tübingen sorgen Nilgänse für Probleme. Der Oberbürgermeister Boris Palmer plädiert für konsequente Maßnahmen im Notfall. © Unsplash/Siegfried Poepperl

In Tübingen ist unter anderem der Anlagensee betroffen: Nilgänse breiten sich immer weiter aus. Die invasive Art sorgt mit ihren Hinterlassenschaften für Probleme im Ökosystem, zusätzlich vertreiben sie heimische Vogelarten wie die Stockente. Oberbürgermeister Boris Palmer äußert sich nun zum Umgang mit der Nilgans. Er fordert nun bei Notwendigkeit den konsequenten Abschuss der Tiere.

Nilgänse in Tübingen: Invasive Art belastet Tiere und Ökosystem

„Die Nilgans ist eine aggressiv invasive Art, sie verdrängt die heimischen Enten“, erklärte Palmer gegenüber dem SWR. „Nach meiner Auffassung sollte man die Vögel schießen – wenn es mildere Mittel gibt, dann ist das in Ordnung.“ Diese milderen Mittel umfassen unter anderem Vergrämung oder Einschränkungen der Vermehrung der Nilgänse. Diese sind allerdings nicht immer erfolgreich. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, spricht sich der Tübinger Oberbürgermeister für den Abschuss der Tiere aus.

Nilgänse zeigen sich auch Menschen gegenüber aggressiv

Nilgänse zeigen sich laut Palmer zusätzlich immer wieder auch Menschen gegenüber aggressiv und „scheißen, auf gut Schwäbisch gesagt, alles zu“, wie der Oberbürgermeister klagt. Dabei wachse die Population immer weiter. Palmer wolle nicht, dass Kinder die heimische Stockente irgendwann nicht mehr erkennen, weil sie am Neckar nicht mehr zu sehen sei.

„Da ist kein Platz für Sentimentalität“ – Palmer findet klare Wort

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Boris Palmer (@boris.palmer)

Auf Social Media polarisierte Palmer mit seinen Aussagen. Er sprach von einer „Nilgansepidemie“. Die Verwaltung werde vom Gemeinderat befragt, ob man auf „letale Maßnahmen“, also Handlungen, die zum Tod der Tiere führen, verzichten könne. „Nach meiner Auffassung die falsche Frage“, erklärte Palmer. „Diese Nilgänse sind für heimische Enten letal und stören das Ökosystem massiv. Da ist kein Platz für Sentimentalität.“

Auch interessant