Flusspferde sollen bejagt werden: Regierung plant Maßnahmen

In Kolumbien ist ein Neozoon inzwischen ein großes Problem: Das Flusspferd breitet sich immer weiter aus. Jetzt hat ein Gericht die Jagd auf die Tiere angeordnet, die einst Drogenbaron Pablo Escobar ins Land brachte.

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In Kolumbien sorgt das Flusspferd für große Diskussionen. Jetzt sollen die Tiere bejagt werden. © Unsplash/Jonathan Göhner

Vier Flusspferde brachte Pablo Escobar in den 1980er Jahren nach Kolumbien, um sie in seinem privaten Zoo zu halten. Nachdem der Drogenbaron 1993 erschossen wurde, verfiel sein Anwesen und die Wildtiere zogen in die umliegenden Wälder. Die Flusspferde, die ursprünglich aus Afrika kamen, breiteten sich rapide aus. Inzwischen leben rund 200 der Tiere in Kolumbien.

Flusspferde in Kolumbien: Wie Pablo Escobar das Ökosystem außer Kontrolle brachte

Die Wildtiere sind für Kolumbien zu einer richtigen Herausforderung herangewachsen. Nach Aussagen von Experten bringen die Tiere das lokale Ökosystem aus dem Gleichgewicht. Darüber hinaus gefährden sie einheimische Arten wie Flussschildkröten oder Manatis. Und auch für den Menschen stellen sie eine Gefahr dar. Die Flusspferde können Felder zerstören und in Einzelfällen auch Menschen angreifen.

Umgang mit invasiver Art gestaltet sich als schwierig

Jahrelang gab es Diskussionen darum, wie Kolumbien mit den Flusspferden umgehen sollte. Die Tiere von Pablo Escobar sollten zunächst in unterschiedlichen Zoos und Wildparks in verschiedensten Ländern wie Mexiko, Indien oder den Philippinen unterkommen. Diese Bemühungen sind allerdings immer wieder gescheitert. Während die Regierung weiterhin an Plänen zur Umsiedlung der Tiere arbeitet, soll es nun konkrete Maßnahmen im Umgang mit den Neozoen geben.

Kolumbianische Regierung plant Abschuss der Flusspferde

Die kolumbianische Regierung will die Flusspferd-Population im Land drastisch reduzieren. Dafür sollen laut Umweltministerin Irene Vélez Torres nun circa 80 der Tiere gekeult, also getötet, werden. Die invasive Art soll dadurch weniger Schäden anrichten können. Das Verwaltungsgericht von Cundinamarca hat für das Umweltministerium zuvor eine 3-monatige Frist ausgesprochen, um Regelungen für Maßnahmen zur Beseitigung der Art zu erlassen.

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