Die Wilddiebe – Ein Keiler für den Schotten

2 Henrys erster Keilerjaegermagazin wilddiebe Schotte Keiler 2016 Juli

Henrys erster Keiler©Wilddiebe/Jägermagazin

Vor einigen Tagen posteten wir das Bild unseres Jagdfreundes Henry mit seinem ersten Keiler. Natürlich wollen wir euch nicht vorenthalten, was es mit dem Besuch aus England auf sich hatte.

Paul lernte Henry vor einem Jahr in England kennen und das eher durch einen Zufall.
Ein Jagdfreund von uns hatte über Plattform „Exchangehunt“ eine Jagdmöglichkeit auf schottische Hirsche gesucht. Dabei bot er den Abschuss eines Muffelwidders an. Daraufhin meldete sich Henry, obwohl er selbst gar keine Hirsche im Revier hat. Dafür kannte er jedoch einen Berufsjäger in Schottland, für welchen er jeden Winter Hirsche schießen muss.
Das hört sich absurd an aber ja, die Formulierung „Hirsche schießen muss“ trifft es. Henry ist hauptberuflich Farmer aber verdient sich im Winter Geld mit dem Hirschstalken dazu. Tatsächlich ist die Rotwildpopulation in Schottland derart groß, dass das Rotwild geschossen werden muss. Viele Jagdreviere vermarkten die Jagd auf Rotwild an Ausländer, andere lehnen dies ab und lassen ihren Rotwildabschuss von Berufsjägern wie Henry erledigen.

Henry war also schon im Jahr 2014 in Deutschland und erlegte sein erstes Stück Muffelwild. Daraufhin besuchten ihn Paul und sein Jagdfreund und jagten erstmal mit ihm in seinem schönen Niederwildrevier südwestlich von Newcastle. Dabei erlegte Paul sein erstes Rebhuhn, seine erste Bekasine und reichlich Hasen, sowie Tauben, Kaninchen, Enten und Fasane. Es machte einfach Spaß, in einem so gut geführten Niederwildrevier in der herrlichen englischen Heckenlanschaft auf Niederwild zu klüngeln.

Nach dem Besuch bei Henry, reisten wir dann damals weiter nach Schottland um weiter auf Rotwild zu jagen. Kurz vor der Abreise zeigte uns Henry seinen Trophäenschuppen. Man muss dazu sagen, dass viele Briten nicht denselben Bezug zu Trophäen haben wie wir. Dementsprechend präperiert waren auch die meisten Exponate. Was wir jedoch zu sehen bekamen, war schlicht überwältigend. Böcke über Böcke, viele über 400g, einige über 500g und wahrscheinlich auch der ein oder andere 600g Bock, lagen dort zwischen Gartengeräten und Werkzeug.

Unser englischer Freund erzählte uns, dass er auf seinem Grund und Boden das Rehwild sehr stark bejagd und dass diese Böcke für ihn nicht besonders stark sind. Wir trauten unseren Augen kaum und ließen uns erzählen, was für wahnsinnig starkes Rehwild er im Revier hat und dass man dieses in England fast ausschließlich im März und April erlegt. Dann sei die Vegetation nicht sehr hoch und man käme gut an das Wild ran.

Nach unserer Woche in England blieben wir dann natürlich in Kontakt und luden Henry ein, um auf Sauen im Weizen zu pirschen. Sein großer Traum war nämlich die Saujagd auf einen Keiler. Außerdem erzählte er uns, dass er versucht, so viele Wildarten wie möglich in seinem Leben zu erlegen. Deswegen sei er schon in Nordamerika, Australien, Neuseeland und Europa zur Jagd gewesen. Immer auf der Suche nach einem neuen Stück Wild, welches er noch nie erlegt hatte.

Ihm fehlten noch „echte“ Wildschweine, Waschbär und Dachs. Das passt doch dachten wir und beschlossen den nächsten Tausch mit ihm. Er kommt zu uns auf Waschbär und Sauen und wir kommen nächstes Frühjahr zu ihm auf starke Böcke. Schnell war alles eingefädelt und Henry landete in Berlin Schönefeld.
Wir hatten selbstverständlich alles gut geplant und so gelang es Henry schon am ersten Abend einen Waschbären zu erlegen. Es handelte sich dabei um einen Jungwaschbären, wechen wir sauber ansprechen konnten und danach zum Abschuss freigaben. Dass der Balg nicht besonders war und es sich auch eher um einen sehr kleinen Vertreter seiner Spezies handelte, ärgerte den Insulaner überhaupt nicht. Wir schossen für ihn Fotos und er freute sich riesig, da er nun ein neues Bild in sein Album kleben konnte.

Beim darauf folgenden Ansitz, erlegte Henry dann durch Glück einen zweijährigen Keiler und beim dritten Ansitz fehlte er einen sogar noch stärkeren Bassen. Was die Stimmung allerdings überhaupt nicht trübte. Er sagte selbst, so ist das bei der Jagd nun einmal.  Am letzten Tag erlegte er dann noch einen Jungdachs, eine weitere Wildart, welche er noch nie erlegt hatte. Dachse kommen zwar in England vor, sind aber ganzjährig geschont. Mit drei neuen Wildarten im Gepäck, brachten wir ihn dann wieder zum Flieger.
So einfach können internationale Freundschaften entstehen und man kommt kostengünstig an gute Jagdmöglicheiten weltweit.

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Henrys Keiler

Nächsten April geht’s dann auf die Insel. Schauen wir mal, ob wir genau so viel Glück haben werden, wie er bei uns.

Übrigens werdet ihr den Keilerabschuss auch in unserem bald erscheinenden Film Weizenschweine 2.0 sehen. Ihr könnt euch drauf freuen!