Das erste Stück Damwild – Jungjägerwochende im Forstgut Reilmann

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©Wilddiebe/Jägermagazin

Beim Jägersilvester auf dem Gut Basthorst lernten wir Sissay und seine Freundin Valentina kennen. 

Schnell kamen wir ins Gespräch und zwischen den Zeilen bekam Paul mit, dass beide noch nie ein Stück Damwild erlegt hatten. So war dann fix eine Einladung ausgesprochen und wir einigten wir uns auf ein Datum.Natürlich waren die beiden uns nicht völlig unbekannt, postet Sissay doch immer mal wieder Jagdgeschichten von sich in diversen Facebook Jagdgruppen.

Am 01.07 gehen bei uns in Mecklenburg Vorpommern die Schmaltiere und Spießer auf und grade am Anfang der Jagdzeit ist es relativ leicht, möglich Strecke zu machen. Stehen die Schmaltiere zum einen noch in den Rudeln und sind zum anderen dadurch natürlich viel leichter anzusprechen. Und so reisten Sissay und Valentina am Freitag des zweiten Juli an.

Paul hatte außerdem noch zwei weitere Jungjäger eingeladen. Bei einem handelte es sich um einen Komilitonen von Paul, welcher noch nie ein Stück Hochwild erlegen konnte. Das wollten wir ändern. Also ging es Freitagabend zusammen mit unserem Vater und unserem Kameramann Erik ins Revier. Gerold ging mit Valentina auf den Ansitz, Paul wollte mit Sissay pirschen und den anderen Jungjäger schickten wir zusammen mit unserem Vater auf den Ansitz um beim Ansprechen zu helfen.

Die Freigabe sah wie folgt aus: Rotwild-Spießer bis Lauscherhöhe und Schmaltiere, Damspießer bis Lauscherhöhe ohne Knollen, männliche Sauen über 15kg, passende Rehböcke und Schmalrehe, sowie Fuchs und Dachs.
Marderhunde und Waschbären gaben wir natürlich nicht frei, da diese immer noch mit der Aufzucht ihrer Jungtiere beschäftigt sind. Bei Fuchs und Dachs sieht das schon anders aus. Die Jungdachse, welche wir auf unseren Wildkameras hatten, machten einen selbständigen Eindruck und somit muss man kein schlechtes Gewissen haben, jetzt einen Altdachs zu erlegen. Jagdzeit hat jegliches Raubwild in MV ohnehin ganzjährig, wenn der Mutterschutz beachtet wird und das taten wir.

Also konnte es losgehen. Den Anfang machte Finn, er konnte als erstes an diesem Wochenende Strecke machen und erlegte als sein erstes Stück Hochwild einen 76kg Überläuferkeiler. Das Schwein lag nach einer Flucht von 80m und hatte einen sauberen Blattschuss. Die Freude war riesig und wir waren froh, einen Jungjäger glücklich gemacht zu haben. Finn sollte nicht der Letzte gewesen sein…

Paul und Sissay machten auf der Pirsch auch rasch Damwild aus, das erste Stück war noch ein Alttier doch beim nächsten Kontakt mit diesem Wild hatten wir alles Glück auf unserer Seite. Beim Pirschen entlang eines Altholzes, machten wir zwei Schmaltiere aus. Schnell konnten wir das Zweibein aufstellen und die Kamera in Position bringen und dann war es schon so weit. Das etwas geringe Stück stand breit. Sissay zögerte nicht und im Schuss seiner R8 fiel das Schmaltier wie vom Blitz getroffen.

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Wie besprochen, hatte Sissay am Trägeransatz angehalten, alles hatte gepasst. Mit großer Freude und demütig, trat Sissay nun an sein erstes Stück Damwild, ein toller Moment.
Wir schossen einige Bilder und versorgten dann gemeinsam das Stück in der Kühlkammer.

Danach machten wir uns wieder auf den Weg auf den Ansitz. Gerade angekommen, machten wir schon einen Dachs aus. Wieder zögerten wir nicht lang und machten Strecke, es lief einfach. Wir blieben erstmal sitzen und ließen das Geschehene auf uns wirken. Doch lange hielt die Ruhe nicht an, wieder kam Damwild in Anblick. Wieder ein Schmaltier und wieder lag es im Knall. Diana kann manchmal einfach gnädig sein.
Dann brachen wir ab, hatten wir doch genug erlegt für diesen ersten Ansitz. Am Auto angekommen, kam dann eine SMS von Gerold und Valentina. „Bitte abholen“ hieß diese. Und warum?! Weil die beiden auch reichlich Strecke gemacht hatten. Valentina erlegte, ebenso wie Sissay, ihr erstes Damschmaltier und außerdem eine uralte Dachsfähe. Besser hätte dieser erste Jagdtag nicht laufen können.

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Zuhause angekommen, entschieden wir spontan auf die Stücke anzustoßen. Ums kurz zu machen: der Morgenansitz fiel dann natürlich aus….

Zum Abendansitz des Samstag kam dann noch Andreas Dreispross zu uns gestoßen, welcher ebenfalls noch nie ein Stück Damwild erlegen konnte.
Das wollten wir ändern und wie sollte es anders sein, es klappte recht zügig, wieder pirschte Paul eine gute Damwildecke ab und schnell hatten wir ein Rudel in Anblick. Andreas erlegte dann mit sauberer Kugel das schwächste Schmaltier des Rudels.

Somit hatten wir alles erreicht, was wir dieses Wochenende schaffen wollten. Der gesamte Schmaltierabschuss fürs Jagdjahr war ohne viel Unruhe innerhalb von Stunden erledigt. Außerdem waren die Strecke gerecht verteilt und alle Stücke sauber geschossen.

Bei den anderen fielen an diesem Abend noch zwei weitere Dachse. Außerdem kam noch reichlich Damwild, Raubwild und Rehwild in Anblick. Auch Sauen kamen vor, doch Valentina und Gerold hörten diese nur in einer Farnfläche und konnten keinen Schuss abgeben.

Sonntag war dann Tag der Abreise, wir fuhren nochmal gemeinschaftlich ins Revier und legten Strecke. Einige tolle Bilder endstanden und die Damwildschützen wurden noch zum Damwildjäger geschlagen, wie es die Tradition will. Gerold hatte seine Freude daran, „Konkurrenten“ Dreispross den Arsch zu versohlen. 😉

Danach machten wir das Wild noch grob fertig, damit jeder Schütze sein Stück mit nach Hause nehmen konnte. Damschmaltiere sind ein hervorragendes Wildbret, das wussten alle und so waren alle glücklich ihren Anteil mit nach Hause nehmen zu können.

Wir werden im Laufe der Woche noch die vier  Dachse abschwarten und dann gerben lassen. Solch eine Trophäe hatte noch keiner und so fand die Idee schnell Freunde.
Valentinas alte Fähe hat außerdem einen extrem abgenutzen Kiefer, die Eckzähne sind nahezu rund geschliffen und karamell farbend, unserer Ansicht nach eine tolle, nicht alltägliche Trophäe.

Schnell war das Jungjägerwochenende um, was bleibt sind tolle Geschichten, eine volle Tiefkühltruhe und viele, hoffentlich lang anhaltende Jagdfreundschaften.

Wir haben schon beschlossen, diese Aktion im nächsten Jahr zu wiederholen. Dann sind die Spießer dran.

In diesem Sinne, Waidmannsheil an alle Schützen!
Wir bedanken uns fürs saubere Schießen und die tolle Stimmung.

PS: ein Film folgt!