Wolf in Baden-Württemberg wegen provokanter Menschen auf der Abschussliste

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Nach 180 Jahren soll ein Wolf in Baden-Württemberg entnommen werden. Der Grund: Wolfstourismus. © Unsplash/Federico di Dio

Seit Monaten wird über die Entnahme von Wölfen in Deutschland diskutiert. Nun soll nach fast 180 Jahren ein Wolf in Baden-Württemberg geschossen werden. Dafür soll ein spezialisiertes Jägerteam zuständig sein. Doch was ist der Grund für diese besondere Entscheidung?

Wolf in Baden-Württemberg: Erster Abschuss nach 180 Jahren?

Das Umweltministerium von Baden-Württemberg äußerte sich bereits zur kontroversen Entscheidung. Der „Wolf von Hornisgrinde“ im Schwarzwald soll entnommen werden. Sollte es zum Abschuss kommen, ist es der erste genehmigte Wolfsabschuss in dem Bundesland seit fast 180 Jahren.
Den Behörden ist der Wolf, der mutmaßlich bereits seit 2023 im Nordschwarzwald unterwegs ist, unter der Bezeichnung GW2672m bekannt. Ursprünglich kommt das Tier aus Österreich. Laut Ministerium sei das Tier bisher nie als aggressiv aufgefallen. Warum muss es dann entnommen werden?

„Auffälliges Verhalten“ – Rüde zeigt keine Scheu vor Menschen

Der Rüde ist Berichten zufolge nicht mehr scheu Menschen gegenüber. „Der Wolf hatte in der jüngeren Vergangenheit ein auffälliges Verhalten gezeigt, indem er sich während der Paarungszeit Hunden und deren Besitzerinnen und Besitzern teilweise bis auf wenige Meter näherte“, erklärt das Umweltministerium in einer Mitteilung. Daher sei 2024 zunächst der Fang des Tieres angeordnet worden. Das Raubtier sollte dann mit einem Sensor ausgestattet werden, um es gezielt vergrämen und die Scheu vor dem Menschen dadurch wiederherstellen zu können. Das gelang allerdings nicht.
In der Zwischenzeit hat sich der Wolf zu einer wahren Attraktion entwickelt. Immer häufiger versuchen Menschen, das Tier zu filmen oder Fotos von ihm zu machen. „Es ist bereits vorgekommen, dass Menschen versuchen, den Wolf gezielt anzulocken“, erklärte ein Sprecher.

Sorgt „Wolfstourismus“ für den Abschuss vom Wolf?

Genau diese Art von „Wolfstourismus“ kann allerdings richtig gefährlich sein. Denn so könnte das Tier sich noch weiter an den engen Kontakt mit Menschen gewöhnen. „Möglicherweise gefährliche Situationen lassen sich vor diesem Hintergrund nicht mehr ausschließen“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Auch könnten Menschen das Raubtier mit erhöhter Penetranz und provokantem Verhalten zu Angriffen verleiten. Deshalb entschied sich das Ministerium zu einer bislang ungewöhnlichen Maßnahme: Ein Team spezialisierter Jäger soll das Tier entnehmen.

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