Wolf aus Munsteraner Rudel soll entnommen werden

Verhaltensauffällige Wölfe in Munster und Lübtheener Heide – Wolf aus Munsteraner Rudel soll entnommen werden  

Wie die Kreiszeitung berichtete, kündigte Niedersachsens grüner Umweltminister Stefan Wenzel an, alle nötigen Schritte vorzubereiten um einen verhaltensauffälligen Wolf aus dem Munsteraner Rudel zu entnehmen. „Wir gehen von einer sehr kurzfristigen Entscheidung aus“, sagte er.

Der Wolf aus dem Munsteraner Rudel soll schon seit längerer Zeit immer weniger Scheu zeigen. Zuletzt folgte er einer Spaziergängerin mit Kinderwagen in Breloh, wie die Cellesche Zeitung am vergangenen Dienstag schrieb. Das Tier soll außerdem in der Nähe eines Flüchtlingsheims gesehen worden sein, wo der Wolf  unweit des Grenzzauns geschlafen haben soll. Umweltminister Wenzel betonte zwar, dass von einem gesunden Wolf keine Gefährdung ausgehe, weil der Mensch angeblich nicht Teil des Speiseplans von Wölfen sei, trotzdem seien die „besonderen Nahbegegnungen“ Anlass, warum man nun im Ministerium aktiv werde. Händeklatschen und andere Maßnahmen würden bei dem Wolf aus Munster nicht mehr funktionieren.

Mit Wolfsexperten aus Schweden soll nun beraten werden, welche Entnahmemöglichkeiten in Fragen kommen. Man wolle mit den Maßnahmen die Fluchtdistanz der Grauhunde wieder zu erhöhen. Offenbar konzentriert man sich dabei immer noch vor allem auf eine Umsiedelung des besenderten Wolfes nach, oder über die Verbringung in einen Tierpark. Wer sich auch nur rudimentär mit dem Verhalten von Wölfen und Wildtieren im allgemeinen auskennt, wird sich fragen, ob es tatsächlich zu verantworten ist, ein erwachsenes Tier einzufangen. Ein bereits verhaltensauffälliger Wolf wird vermutlich auch an einem anderen Ort keine Scheu vor Menschen zeigen. Da besonders von habituierten, also an den menschengewöhnten Wölfen eine große Gefahr ausgehen kann, ist auch das Halten in einem Gehege eine eher fragwürdige Option, hinzu kommt der Stress der hierdurch für das Tier entsteht. Ob das noch im Sinne des Tierschutzes ist, muss Minister Wenzel entscheiden.

In Mecklenburg-Vorpommern liefert ein junger Wolfsrüde ebenfalls mittels eines GPS-Senders Erkenntnisse über sein Verhalten. Seit 2015 trägt der junge Rüde das Halsband, das ihn auch dreier Angriffe auf Schafsherden überführen konnte. Es  zeichnet die Bewegungen des Rudelmitgliedes auf, das einen Aktionsradius von 350 Quadratkilometer hat. Nun sollen weitere Tiere besendert werden, um mehr Daten über den Bewegungsradius, Habitatnutzung, Schlafplätze und Nahrungsspektrum der Wölfe zu sammeln.