Jagd als digitales Hörerlebnis

Jagd als digitales Hörerlebnis

Die modernen Medien bieten auch Jägern neue Möglichkeiten. So hat der bekannte Jagdbuchautor Gert G. v. Harling einige seiner Bücher auch als Hörbuch via App veröffentlicht. Die Idee ist, Jägern in jagdlosen Zeiten die Jagd auf dem Smartphone erlebbar zu machen.
Hier schildert er, wie er auf die entscheidenden Gedanken gekommen ist und wie jeder daran teilhaben kann.

Vor mir brummte mein Dieselmotor, hinter mir döste meine Schweißhündin „Diva“. Ich war froh gestimmt, kam ich doch mit jeder Minute, jedem Kilometer der langersehnten herbstlichen Hochwildjagd in einem der weiten Wälder im Melsunger Land näher. Aber immer noch mindestens drei Stunden bis zum Ziel. Viel Zeit also zum Träumen und Sinnen, die einzige Möglichkeit, die Zeit zu nutzen.
Ich weiß nicht warum, ich dachte an Oscar Wilde, an seine geschliffenen Lebensweisheiten und Aphorismen. Besonders ein Satz ging mir im Kopf herum: „Die Blume im Knopfloch ist das einzige, was den modernen Menschen mit der Natur verbindet“.
Ja, der „moderne Mensch“, von dem der englische Dichter sprach, das war der Mensch vor 1900. Mit wie viel mehr Recht hätte er diesen Ausspruch heute tun können. Wie viel mehr entfremdet leben wir doch heute von der Natur! Die Technik, besonders die Elektronik, hat uns eine künstliche Lebensweise aufgezwängt. Allerdings, so überlegte ich, hat sie uns auch Freiräume, Freiräume an Zeit, geschenkt. Und diese geschenkte Zeit sinnvoll zu nutzen liegt in den Händen jedes einzelnen.
Drei Stunden bis Melsungen – wie könnte ich, wie kann jeder Waidmann, diese Zeit sinnvoll nutzen?
Und mir ging das Gespräch mit einem Jagdfreund wieder durch den Sinn. Er meinte damals, es müsse das Bedürfnis eines jeden Jägers sein in seiner freien, geschenkten Zeit durch die moderne Technik mit der Jagd verbunden zu sein. Warum also nicht eine spannende Jagdgeschichte  auf der eintönigen Fahrt hören? Wozu hatte ich denn mein Smartphone? Auf der Raststätte versuchte ich mir eine Natur- oder Jagdgeschichte zu Gehör zu bringen. Ich suchte und suchte – ohne Erfolg, und mir wurde klar: Ich war auf eine Lücke im sonst so vollständigen Angebot gestoßen.
Sicher war ich nicht der Einzige unter den 400 000 deutschen Jägern, der sich auf seinen Autofahrten zur Jagd oder sonstigen weißen Flecken seiner Freizeitkarte gern die Zeit mit Natur- und Jagdgeschichten sinnvoll vertrieben hätten. Und so beschloss ich, der ich mehr von der Jagd als von elektronischen Möglichkeiten moderner Kommunikation verstehe, mit Hilfe von Fachleuten die Angebotslücke zu schließen. Zunächst mit Lesungen aus eigenen Büchern. Aber: Die zu schaffende Plattform sollte für alle Jagdschriftsteller und alle, die in und um die Jagd etwas zu sagen haben, offen sein.

Mit der Firma Articoo entwickelte ich eine Hörbuch-App.
Unter dem Label „hörgold.fm“ und dem Titel des gleichnamigen Buches „Wilde Jagd und stille Einkehr“ sind erste Geschichten meines bewegten Jägerlebens mit dem bekannten Sprecher und Vorleser Clemens v. Ramin vertont und hörbar geworden.
Einfach über die jeweiligen App-Stores „Wilde Jagd“ von „hörgold.fm“ herunterladen und die Jagd ist bei Ihnen, wo immer Sie sind. Und in Abwandlung des etwas resignierenden Wilde-Wortes „Die Blume im Knopfloch ist das einzige, was den modernen Menschen mit der Natur verbindet“ behaupte ich: „Die Apps von Hörgold.fm sind die schnellste Verbindung des modernen Jägers mit dem Wald“.