Norddeutschland will Jungwild retten

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© Dr. Nina Krüger

Sechs Landesverbände haben den Verein Norddeutsche Wildtierrettung e.V. gegründet.

Er setzt sich für die Förderung der Jungwildrettung mittels ferngesteuerter Drohnen und anderer moderner Techniken ein. Die Devise lautet: Den technischen Fortschritt zu Gunsten des Wildes nutzen!

Wildtierrettung eint den Norden

© Dr. Nina Krüger. Deutlich sind die Wärmebildsignaturen zu erkennen. Eine Wärmebildkamera unter der Drohne macht es möglich.

Am Dienstag, den 9. Juli 2019 fand die erste außerordentliche Mitgliederversammlung der Norddeutschen Wildtierrettung e. V. im Lehrrevier des Landesjagdverbandes Hamburg statt. Der im Februar gegründete Verein setzt sich unter anderem für die Förderung der Jungwildrettung mittels ferngesteuerter Drohnen, Wärmebild und anderer neuer Techniken ein.

Die Vorstandsmitglieder – Andreas Alfred Brandt, Axel Claußen und Detlef Zacharias – begrüßten die Präsidenten, Geschäftsführer und Vertreter der Landesjagdverbände Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, der Landesjägerschaften Bremen und Niedersachsen, der Arbeitsgemeinschaft „Jagdgenossenschaften und Eigenjagden im Bauernverband Hamburg e. V.“ sowie als potenzielles Neumitglied den Bauernverband Schleswig-Holstein e. V. „Es ist das erste Mal, dass sechs Landesjagdverbände und ein Bauernverband etwas gemeinsam auf die Beine stellen“, sagte Mitinitiator Andreas Alfred Brandt.

Moderne Technik vereinfacht Wildtierrettung

Der neue Verein Norddeutsche Wildtierrettung e. V. will weniger tote Kitze zur Erntezeit. Dafür setzt sich der Verein mit moderner Technik ein.

© Dr. Nina Krüger. Kein Gag, sondern notwendig: Das mobile Helipad hilft gegen Staub. Den wirbelt die Drohne sonst direkt auf die wertvolle Elektronik, sobald sie startet.

Die moderne Technik der Drohnen schafft einen reellen Vorteil gegenüber der Suche mit und ohne Hund und bietet mehr Sicherheit als reine Vergrämungsmethoden. Ist das Flugobjekt mit einer Wärmebildkamera ausgestattet, zeichnen sich die kleinen Kitzkörper auf den Infrarot-Bildern deutlich vom kühleren Gras ab, wenn es noch nicht zu warm am Morgen ist.

Am Boden beurteilen Drohnenpiloten dann die hellen Flecken auf dem Bildschirm. Wird ein Kitz, Gelege oder Junghase vermutet, werden Helfen per Funk eingewiesen um zu überprüfen, ob dort tatsächlich ein Kitz vor den todbringenden Messern des Mähers gerettet werden muss. Eindrucksvoll wurde diese Technik nach der erfolgreichen Satzungs- und Beitragsverordnungsverabschiedung durch einen erfahrenen Drohnenpiloten demonstriert.

Zukünftig sollen solche Projekte durch Hegegemeinschaften. Revierinhaber, Kreisjägerschaften usw. auf Antrag durch den Verein gefördert und unterstützt werden. Dabei soll es ausdrücklich um Projekte zur Jungwildrettung gehen und nicht um die jagdliche Nutzung von Drohnen gehen.

Hartwig Fischer wird Schirmherr

Der neue Verein Norddeutsche Wildtierrettung e. V. will weniger tote Kitze zur Erntezeit. Dafür setzt sich der Verein mit moderner Technik ein.

© Dr. Nina Krüger. Anna Lena Kaufmann (LJV Schleswig-Holstein und Hamburg) Sonja Wilkening (LJV Berlin)und Inga Maushake-Chelius (LJ Niedersachsen) übernehmen die Öffentlichkeitsarbeit. Das jagdpolitische Schwergewicht Hartwig Fischer übernimmt die Schirmherrschaft.

Der junge Verein erhält bereits jetzt prominente Unterstützung. Hartwig Fischer, Ehrenpräsident des Deutschen Jagdverbandes e. V. (DJV), unterstützt als Schirmherr den Verein Norddeutsche Wildtierrettung e. V.. Er hatte erst kürzlich aus gesundheitlichen Gründen das Amt des Präsidenten des DJV niedergelegt. Nun möchte er seine langjährigen Erfahrungen in der Verbandsarbeit der Norddeutschen Wildtierrettung zur Verfügung stellen. Für die Öffentlichkeitsarbeit in den Regionen sind Sonja Wilkening (LJV Berlin), Anna Lena Kaufmann (LJV Schleswig-Holstein und Hamburg) und Inga Maushake-Chelius (LJ Niedersachsen) ernannt worden.