Jagd in Hamburg: Beim ersten Jagd- und Natur-Tag erleben Kinder Wildtiere hautnah

Dass Jagd in Hamburg stattfindet, wissen die wenigsten Stadtbewohner. Der Landesjagd- und Naturschutzverband Hamburg (LJV) will das ändern und veranstaltete am 11. September seinen ersten Jagd- und Natur-Tag.

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Möglich wurde der Auftakt durch eine Kooperation mit Nettis Naturkinder und der Stiftung Wald & Wild in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Durchführung dieses ersten Jagd- und Naturtages ist tatsächlich überhaupt nur möglich geworden, weil wir eine großartige Unterstützung haben“, sagt Dorothee Giffey, Präsidentin des LJV Hamburg.

Annette von Karp, Naturpädagogin und Geschäftsführerin der Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern, hat Bastelstationen, eine Fühlkiste mit Zapfen, Pilzen und Bucheckern sowie Wildtierkunde zum Anfassen mitgebracht: eine Abwurfstange vom Rothirsch, ein Gebiss vom Rehwild, Felle zum Fühlen. Dazu erzählt eine Märchenfrau den Kindern alte Geschichten. Um 15 Uhr traten die Jagdhornbläser auf, die Instrumente durften ausprobiert werden. Auf dem Grill liegt „Wildbratwurst aus Hamburger Revieren“, so Giffey.

Warum die Jagd in Hamburg gebraucht wird

Der Aktionstag soll auch zeigen, welche Aufgaben die Jägerschaft in der Millionenstadt übernimmt. „Wir leben nicht in der Wildnis, wir leben in einer Stadt, und wir Jäger sorgen dafür, dass alle Platz da haben“, erklärt Giffey. Neben Fuchs und Rehwild beschäftigen die Hamburger Jäger vor allem zugewanderte Arten. Der Waschbär etwa plündere Nisthöhlen: „Die können auf Bäume klettern und aus Nisthöhlen Eier und Jungvögel nehmen.“ Hinzu kommen Schäden durch Kanada-, Grau- und Nilgänse sowie durch Nutria, die Uferkanten und die für den Hochwasserschutz überlebenswichtigen Deiche untergraben.

Neben vielen Präparaten gab es für die Kinder auch echte Frettchen zu bestaunen. © Redaktion

Naturentfremdung: Kinder sind offener als Erwachsene

Wie steht Hamburgs Stadtbevölkerung zur Jagd? Bei den Kindern sieht die Präsidentin die wenigsten Berührungsängste: „Kinder kommen ganz unschuldig, gucken sich das an und finden das wahnsinnig interessant. Ich erlebe schon, dass die Eltern da gerne mal bremsen.“ Fragen nach dem toten Tier beantwortet  auch Annette von Karp offen – und beobachtet im neunten Jahr mit Nettis Naturkinder: „Man merkt, dass die Naturentfremdung auch bei Grundschullehrern und Kindergärtnern vorhanden ist. Von daher setzen wir auch sehr gerne bei Erwachsenen an.“

Weitere Aktionen geplant

Beim ersten Termin soll es nicht bleiben: „Wir planen jetzt mehrere Aktionen hier beim Landesjagdverband für Schulen und für Kindergärten“, sagt von Karp.