Greifswald: vermeintlicher Wolf entpuppt sich als Goldschakal

Nachdem bei Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) ein vermeintlicher Wolf durch eine Wildkamera fotografiert wurde, stellte sich die Graupfote nach eingehender Untersuchung durch Experten  als Goldschakal heraus.

Kristin Zscheile vom Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie (LUNG) bestätigte gegenüber dem NDR : „Verschiedene Spezialisten hätten Bilder von dem Tier ausgewertet und seien sich sicher“.

Vor rund acht Wochen hatte ein Greifswalder Förster im Stadtwald der Hansestadt auf Wildkameraaufnahmen einen Wolf ausgemacht, den er zusätzlich anhand von Fährten bestätigt sah.

Nach eingehender Prüfung der Bilder kamen die Experten anhand des im Vergleich zum Wolf kleineren Kopfes, der typischen Rückenzeichnung und der Schwanzlänge sowie der geringere Höhe auf zu dem Urteil, das es sich hierbei eindeutig um einen Goldschakal handeln müsse.

Kristin Zscheile vom Landesamtes wies angesichts der Wildkameraaufnahmen auf die Seltenheit des Goldschakals hin. In den letzten Jahre sei ein Tier im Herbst 2014 auf der A24 überfahren worden, zudem habe im Winter 2013/2014 ein Jäger im Raum Anklam einen Goldschakal geschossen nachdem er ihn als Rotfuchs angesprochen hatte. Gemeldet wurden Sichtungen der Tiere in den vergangenen Jahren unter anderem in Brandenburg, Bayern und Hessen.

Die Deutsche Wildtierstiftung sieht Deutschland nicht als zukünftiges Streifgebiet der Goldschakale, es mangele vor allem an Paarungspartnern, zudem seien die wenigen Exemplare besonders durch den Straßenverkehr gefährdet.

Der Populationsursprung der Goldschakale liegt in Afrika und Asien, in Europa ist der Wolfsverwandte vorrangig in Rumänien, Bulgarien, Kroatien und Serbien, aber in kleiner Ausprägung auch in Ungarn und Österreich, beheimatet.

Warum der Goldschakal dennoch zuweilen den Weg in deutsche Reviere findet, könnte am Klimawandel liegen.

„Es kann sein, dass sich der Goldschakal durch die wärmeren Winter nach Norden orientiert“, so Wildtier-Experte Andreas Kinser von der Deutschen Wildtierstiftung.

Video©NDR