Schwarzwildgatter: Wichtiger denn je für die Hundeausbildung

Wie die Hundeausbildung im Schwarzwildgatter abläuft und
warum sie für die Hundeausbildung unabdingbar ist.

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Wie läuft die Arbeit in einem Saugatter in Deutschland genau ab? © Kim Trautmann

Schwarzwildgatter sind heute wohl so unabdingbar wie noch nie. Gemeinsam mit Gattermeister Martin Balke stellen wir deren Relevanz und Funktion für die Jagdhundeausbildung vor. Denn angesichts der Gefahren eines ASP-Ausbruchs hat die verschärfte Bejagung an Relevanz gewonnen. Da weder Nachsuche noch Gesellschaftsjagden ohne brauchbare, und vor allem an Schwarzwild eingearbeitete Hunde, tierschutzgerecht möglich sind, ist das Schwarzwildübungsgatter alternativlos.
Einen Hund an Wildschweinen arbeiten zu lassen, der diese wehrhafte Wildart nicht kennt, ist in höchstem Maße tierschutzwidrig und wäre sowohl für den Hund als auch für das betroffene Stück Wild Tierquälerei.

Schwarzwildgatter als Lösung für die Mammutaufgabe ASP

Auch ASP-Kadaversuchhunde müssen für den Ernstfall üben – vor allem wegen des Vermeidens direkten Kontakts mit Schwarzwild. Die Hunde sollen den Kadaver eines verendeten Stücks finden, ohne sich von der Witterung gesunden Schwarzwildes verleiten zu lassen.

Bei der Übung im Gatter suchen die Hunde ein präpariertes Stück Schwarte oder einen Knochen. Ohne gut ausgebildete und regelmäßig trainierte Suchhunde lassen sich ASP-Ausbrüche nicht eindämmen. Die Arbeit im Schwarzwildgatter in Deutschland ist und bleibt höchstrelevant.

Im Schwarzwildübungsgatter ist eine praxisgerechte Einarbeitung der Hunde für den späteren jagdlichen Einsatz gut realisierbar. © K. Trautmann

Die 4-Phasen-Ausbildung im Schwarzwildgatter

Soll ein junger Hund an die Arbeit am Schwarzwild herangeführt werden, erfolgt dies nach Maßgabe der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter in vier Schritten. Der Hundeführer nimmt mit seinem Hund wenigstens an 3 Übungstagen innerhalb von 4 Wochen teil – Vorteil: systematische Einarbeitung mit hoher Erfolgsquote.

  • Schritt 1: Der Hund wird an langer Feldleine bis auf Sicht an Schwarzwild herangeführt. Übungsziel: Interesse an Schwarzwild wecken, lautes Arbeiten lernen.
  • Schritt 2: Sichtig an Schwarzwild geschnallter Hund mit Unterstützung des Hundeführers. Übungsziel: Passion dosieren, Ausweichen/Nachsetzen und lautes Jagen lernen.
  • Schritt 3: Der Hund wird zur selbstständigen Suche geschickt und dabei unterstützt.
  • Schritt 4: Der Hund wird zur selbstständigen Stöberarbeit geschnallt. Übungsziel: Der Hund findet innerhalb von 5 Minuten und arbeitet mindestens 3 Minuten am Schwarzwild.

Tierschutzgerechter Saukontakt im Schwarzwildgatter

Die Konformität der Schwarzwildübungsgatter wird durch eine Stellungnahme der Tierschutzreferenten der Länder bestätigt: „Die Hundearbeit in Gattern ist nach Studien der TiHo Hannover bei strikter Beachtung der den Untersuchungen zugrunde liegenden Rahmenbedingungen zur Erlangung brauchbarer Jagdhunde nach heutigen Erkenntnissen als nicht tierschutzrelevant anzusehen.“
Für eine stressarme Arbeit gelten strenge Regeln: Es arbeitet immer nur ein Hund an der Sau. Die Begegnung ist auf 5 Minuten limitiert. An einer Sau oder Sauengruppe wird maximal mit 6 Hunden am gleichen Tag geübt. Bei Stresszeichen oder anhaltender einseitiger Überlegenheit wird die Arbeit sofort abgebrochen.

Aufbau eines Schwarzwildgatters: Ruhegatter und Arbeitsgatter

Das Schwarzwildgatter ist grundsätzlich in zwei Hauptbereiche unterteilt: das Hauptgatter und das Ruhegatter. Die beiden Gatterteile müssen sicher voneinander getrennt sein.
Das Ruhegatter fungiert als Rückzugsort für die Sauen. Hier wird nie mit Hunden gearbeitet. Üblich sind 2000 bis 5000 m² pro Sau, mit ausreichend Deckung, Unterstand, Suhle und Salzlecke.
Das Arbeitsgatter sollte etwa 2 ha groß sein (mindestens 1,5 ha, höchstens 3 ha), im Verhältnis von Deckung zu Freifläche von etwa 2/3 zu 1/3. Zur Grundausstattung gehören Suhle, Malbaum, Salzlecke sowie eine Erste-Hilfe-Ausrüstung für Mensch und Hund.

Der Prägungskorridor bietet den jungen Hunden die Möglichkeit, sich langsam an die neue Wildart heranzutasten. © K. Trautmann

Der Prägungskorridor im Schwarzwildgatter

Der Prägungskorridor ist ein zentrales Element des Schwarzwildgatters. Wenngleich der Hund hier keinen direkten Kontakt zum Schwarzwild hat, ist er unentbehrlich, um Junghunde langsam an die wehrhafte Wildart heranzuführen.
Gerade während der ersten 5–10 Monate eignet sich dieser Korridor optimal für Junghunde. Empfohlen werden eine Breite von 4–6 m und eine Länge von 40–80 Metern, entweder im Außenbereich des Gatters oder zwischen Ruhe- und Arbeitsgatter. Besonders geeignet dafür ist erfahrenes und ausgeglichenes Schwarzwild – immer unter Aufsicht und mit sicherem Abstand durch den Zaun.