Neues Raubtier hält Einzug: der Goldschakal

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Scheinbar unbemerkt breitet sich der Goldschakal in Deutschland aus. (Foto: pixabay.com)

Der Goldschakal ist eigentlich in Südosteuropa heimisch. In Sachsen und Thüringen wurde er bereits gesichtet. Nun hat eine Wildkamera in Sachsen-Anhalt ein einzelnes Tier abgelichtet. 

Nicht so groß wie ein Wolf und auch nicht so klein wie ein Fuchs: der Goldschakal. (Canis aureus). Das Raubtier wurde bereits in Thüringen und Sachsen gesichtet. Mitte Dezember 2023 hat eine Wildkamera im nördlichen Harzvorland ein einzelnes Tier abgelichtet. Fast unbemerkt schleicht sich das mit dem Wolf verwandte Raubtier in Deutschland ein – auf natürliche Weise.

Lebensweise des Goldschakal

Das meist goldgelbe Fell verleiht dem Goldschakal seinen Namen. Er lebt – wie der Wolf – in einem Rudelverband. Dieses besteht aus einem Elternpaar, Welpen und Jungtieren aus den Vorjahren. Im Alter von ein bis zwei Jahren wandert der Nachwuchs ab, auf der Suche nach einem eigenen Revier. Hierbei variiert die Reviergröße zwischen einem und 20 Quadratkilometern – in Abhängigkeit von Beuteverfügbarkeit und Lebensraumqualität.

Er ist ein klassischer Allesfresser. Seine Beute besteht aus kleinen bis mittelgroßen Wirbeltieren und Insekten. Er verschmäht aber auch Aas nicht und nimmt in geringem Umfang Obst und Pflanzenteile zu sich. In seinem Verhalten zeigt er sich ähnlich wie ein Fuchs und passt sich auch im gleichen Maße seiner Umgebung an. Wo der Goldschakal vorkommt, wurde beobachtet, dass die Fuchspopulation abnimmt. Denn der Rotrock meidet den größeren und ihm überlegenen Räuber.

Verbreitung des Räubers

Das Verbreitungsgebiet des nacht- und dämmerungsaktiven Goldschakals reicht von Südostasien bis nach Zentral-, Ost- und Südeuropa. 1997 wurde der erste Nachweis in Deutschland dokumentiert – und zwar in Brandenburg. Am 1. August 2019 wurde er im Nationalpark Hainich (Thüringen) von einer Fotofalle erfasst. 2021 erfolgte der erste Reproduktionsnachweis des Goldschakals in Baden-Württemberg, 2022 in Niedersachsen. Auch in Nordrhein-Westfalen und Bayern wurde er bereits gesichtet. Aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit und seines breiten Beutespektrums kann er in vielen unterschiedlichen Landschaften leben.

Schutzstatus

Der Goldschakal ist im Anhang V der FFH- Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat) gelistet. Dies bedeutet, dass alle EU-Länder dazu verpflichtet sind, ihn in einem günstigen Erhaltungszustand zu erhalten und ein Monitoring durchzuführen. In Deutschland droht ihm kaum Gefahr – außer er trifft auf einen Wolf. Bei einer Begegnung dieser beiden Raubtiere kann es dazu kommen, dass der Wolf den Goldschakal tötet.

Feind des Niederwildes

Der Goldschakal ist ein Nahrungsopportunist, was bedeutet, dass er leichte Beute bevorzugt. Besonders gerne nimmt er Aas an und im Winter ernährt er sich gerne von Aufbrüchen. Ob der Räuber Auswirkungen auf den Bestand des Niederwildes hat, lässt sich kaum sagen. Wo er sich ausbreitet, verringert sich im gleichen Zuge die Fuchspopulation. Man kann also nicht pauschal behaupten, dass der Prädatorendruck für das Niederwild steigt. Goldschakale können jedoch auch durchaus eine Bedrohung für Rehwild – insbesondere Kitze – sein.

Die Hauptursache für den Rückgang des Niederwildes ist und bleibt jedoch der Lebensraumverlust. Und das ist ein vom Menschen geschaffenes Problem.