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Gerissene Räuber

Liebe Leser,
für mich sind sie die stillen Helden am Streckenplatz, auch wenn sie beim Streckelegen oft fehlen: die Schweißhundführer. Während andere bereits beim Schüsseltreiben ihre Löffel tief in die Erbsensuppe tauchen und sich mit ihren Jagdfreunden über Rotten, Hirsche und ihr Waidmannsheil austauschen, beginnt für sie die Arbeit. Am langen Riemen folgen sie ihrem Hund, der nach jahrelanger Ausbildung endlich das leistet, wofür er gezüchtet wurde – zum Großteil unsichtbaren Fährten zu folgen, um das Leid eines Wildtieres zu verkürzen.
Das Zusammenspiel von Mensch und Tier ist immer wieder beeindruckend. Jede Nachsuche gleicht einem Kriminalfall. Aus den Aussagen des Schützen, die nicht immer für bare Münze genommen werden dürfen, aus Pirschzeichen und dem Verhalten seines Hundes entsteht das Bild, das der Hundeführer braucht, um ans Ziel zu gelangen. Ich glaube, dass keiner dem Wild so nah kommt wie Schweißhundführer – nicht körperlich, sondern mit dem Herzen.
Ich habe das Glück, in meinem Leben schon vielen guten Nachsuchenführern begegnet zu sein und welche in meinem Freundeskreis zu haben. Und jedes Mal, wenn wir uns irgendwo treffen, gehen mir dieselben Gedanken durch den Kopf? Wie macht ihr das nur? Wie könnt ihr so ruhig bleiben, wenn man merkt, dass der Schütze nicht die Wahrheit gesagt hat? Wie bekommt man die Bilder am Ende der Fährte wieder aus dem Kopf? Was fühlt man, wenn der Schütze zum Schluss nur einen feuchten Händedruck für einen übrig hat, oder schlimmer noch, der warme Ofen zu Hause wichtiger war, als den Ausgang der Nachsuche zu erfahren?

Das ganze Editorial finden Sie wie immer in der aktuellen Ausgabe. 

  • Jagdgrecht – Wolf statt Fuchs erlegt?
    • Baltikum – So jagen die Letten den Wolf
      • Gekrönte Häupter – Wenn Ricken Stangen schieben
        • Muffel im Harz
          Wildschafe vor dem Aus?
        • König der Berge
          Faszinierendes Steinwild
        • Jagen in Rumänien
          Stoppeln, Böcke, schnelle Wachteln