Schießen, töten, posten: Eine peinliche SWR-Produktion!

Haben Sie sich schon den Beitrag „Schießen, töten, posten: Wie gefährlich ist der neue Jagd-Hype?“ des SWR angetan? Nein? Dann sollten Sie das nachholen (ARD-Mediathek).

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Christian Schätze kommentiert die SWR-Produktion "Schießen, töten, posten: Wie gefährlich ist der neue Jagd-Hype?". Bild: JÄGER / Christian Schätze; SWR / Christian Napiorkowski

Die Dokumentation sollte kritisch den Lifestyle-Trend rund um die Jagd beleuchten, die lasche Ausbildung an den Jagdschulen und den leichten Zugang zu Schusswaffen aufzeigen. Verantwortlich für die monatelange Recherche, wie es heißt, war das investigative SWR-Format „team.recherche“. Herausgekommen ist keine Dokumentation, sondern ein schlecht gemachtes Filmchen, was nur ein Ziel hat: Jagd und Jäger in den Dreck zu ziehen.

Viele zusammenhangslose Erzählstränge

Dass Influencer Rouven Kreienmeier (jagen.nrw_official) vor laufender Kamera beim Lügen erwischt wurde – geschenkt. Was jedoch bleibt, ist die Botschaft, dass selbst den angesehenen Jagd-Influencern nicht zu trauen ist, weil sie für gute Bilder oder Likes Gesetze brechen (Drohnenflug im Naturschutzgebiet).

So etwas wie der rote Faden (ansonsten fehlt er) der Geschichte ist ein Jäger, dessen Sohn bei einem tragischen Jagdunfall ums Leben gekommen war. Dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch nicht ab geschlossen sind, es damit auch kein Urteil gibt, scheint dem Recherche-Team egal. Was zählt, sind Bilder, die für Betroffenheit sorgen und den Zuschauer emotional in die „richtige Richtung“ lenken.

Von Hunt on Demand bis Selbstversuch im Jagdschein-Crash-Kurs

Um die Schießgeilheit der jungen, schlecht ausgebildeten Jäger zu untermauern, werden Schusssequenzen von Hunt on Demand (HOD) eingeflochten, aber nicht erklärt. Da es sich um dieselben Ausschnitte handelt, die kürzlich in Jägerkreisen die Runde gemacht hatten, um gezielt Publisher von HOD vorzuführen, liegt der Verdacht nah, dass besonders „waidgerechte Jäger“ am SWR-Projekt mitgewirkt haben könnten. Auch die immer wieder im Beitrag gezeigten militärisch anmutenden Gewehre sind ganz bewusst platziert. Sie sollen eins vermitteln: Waffe, Jäger, Amoklauf und Tod.

Schräg wird es beim Selbstversuch der Journalistin Lisa, per Crash-Kurs den Jagdschein zu erlangen. Ihre Erklärungen sind oft wirr, die Aufarbeitung fragwürdig. Einer der wenigen Punkte, denen nicht widersprochen werden kann, ist der Fakt, dass sie bei der Waffenhandhabung wegen eines groben Fehlers bei der Prüfung hätte durchfallen müssen. Beendet wird der Film-Beitrag, indem mit einer „Kriegswaffe“ auf die Zuschauer gezielt wird. Das ist nicht nur peinlich, sondern auch dumm!