Am vergangenen Mittwoch (15. April 2026) wurden im italienischen Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise zehn tote Wölfe gefunden. Bisher deuten alle Hinweise darauf hin, dass ein bislang unbekannter Täter die Raubtiere vergiftet habe. Je fünf der Tiere starben jeweils in den Städten Alfedena sowie Pescasseroli.
Zehn Wölfe durch Massenvergiftung in Italien verendet: Staatsanwalt äußert sich
Luciano D’Angelo, der leitende Staatsanwalt der Region, äußerte sich zu den Funden gegenüber dem britischen Nachrichtenportal „Telegraph“: „Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Wölfe vergiftet wurden. Wir arbeiten daran, genau festzustellen, welche Art von Gift verwendet wurde. Wölfe und Bären sind Symbole dieses Territoriums, und wir nehmen Tötungen wie diese sehr ernst. Wir haben Ermittlungen wegen der illegalen Tötung von Wildtieren aufgenommen.“
Ganzes Rudel ausgelöscht: Immense Folgen für das Ökosystem vor Ort
Besonders der Vorfall in Alfedena gilt als unglücklich. Denn wie Parkdirektor Luciano Sammarone gegenüber einer italienischen Zeitung erklärt, habe man dort allem Anschein nach „das ganze Rudel verloren“. Der Parkdirektor erklärt, wie groß die Folgen der Vergiftung für das Ökosystems des Nationalpark sein können: „Vergiftung ist eine grauenhafte Art zu töten, weil sie so wahllos ist. Sie kann Wölfe töten, aber auch Füchse, andere Wildtiere und Haushunde.“
Wölfe galten in Italien lange als beinahe ausgerottet. Erst seit den 1970er-Jahren stehen die Tiere unter Schutz, die Population erholte sich. In den Apenninen und den Alpen in Italien leben inzwischen wieder etwa 3.500 der Raubtiere in der Wildnis.
Wölfe in Europa: Zwischen Artenschutz und Konflikten
Derweil sorgt die Wolfspopulation EU-weit für Diskussionen. Im EU-Gebiet leben Schätzungen zufolge rund 20.000 Wölfe – und diese bereiten besonders Nutztierhaltern immer wieder Kopfschmerzen. Das Europäische Parlament stufte den Schutzstatus der Tiere aufgrund größerer Population und wachsender Konflikte im vergangenen Jahr von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herab. Dafür stimmten 371 Abgeordnete, 162 waren dagegen. 37 Abgeordnete enthielten sich. Inzwischen gibt es konkrete Pläne zur Umsetzung von Wolfsmanagement, auch in Deutschland.






