Fuchsranz: die Reizjagd auf Füchse mit Ranzbeller und Co.

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Während der Fuchsranz stellt sich die Frage: Welche Lockinstrumente lohnen sich wirklich? © Sven-Erik Arndt

Die Reizjagd auf den Fuchs ist sprichwörtlich reizvoll. Ist sie doch mindestens so anspruchsvoll wie die Blattjagd. Wildmeister JENS KRÜGER verrät, wie die Jagd während der Fuchsranz funktioniert.

Fuchsranz und Prädatorenmanagement: Wie man die Räuber anlockt

Fuchsjagd ist mehr als eine sinnvolle Reduktion eines generalistischen Beutegreifers, wie wir uns heutzutage im Prädatorenmanagement gern ausdrücken zu pflegen. Es ist eine spannende Jagd, wann auch immer wir die Jagd auf den listigen Räuber ausüben. Gesteigert wird die Spannung noch beim Fuchsreizen. Hier haben wir eine Reihe von Lockinstrumenten für die empfindlichen Gehöre aller Räuber. Dabei gibt es eine Vielzahl von Lockinstrumenten im Handel oder ganz einfach für den Geübten nur mit dem Mund oder der Hand. Streams, YouTube und DVDs bieten jegliche Hilfestellung auch für den noch etwas unerfahrenen Jäger.

Füchse lernen dazu: Lockjagd während der Fuchsranz will gelernt sein

Natürlich gehört ein feines Einfühlungsvermögen dazu. Zu welcher Zeit, in welchem Revierteil, die Windrichtung, die Tarnung, passt der Pirschweg oder kreuzt er verräterisch den zustehenden Pass. Ein einmalig vergrämter Fuchs ist zeitlebens gewarnt und beim nächsten Lockruf nimmt er schnellstens Reißaus. Die sparsame Verwendung ganz gleich welchen Lockruf wir auch verwenden, bringt den größten Erfolg, nur neigen wir nicht allzu gern dazu. Viel Radau heißt nicht viel Erfolg bei der Lockjagd.

Die örtlichen Einstände müssen bekannt sein und die können, wie wir wissen, sehr vielseitig sein. Gehölze mit Brombeere, Ölrettich – und Senfschläge, Wasser mit viel Schilf und Dickungen mit kleinen sonnigen Blößen, hier zu reizen, lohnt immer. Dabei ist Zeit, Übung und Geschick in jeder Situation gefragt. Einmal unruhig gesessen, unzureichend gedeckt und wieder ist ein weiterer Räuber vergrämt. Gute Sicht durchaus bis zweihundert Meter sollte im Umfeld gegeben sein, ansonsten schleicht Reineke sich ungesehenen heran. Am besten stehen die Füchse bei Frost oder verharschtem Schnee zu, wenn es besonders schwer ist, an Beute zu gelangen.

Grundsätzlich sollten wir nicht nur ein Lockinstrument nutzen, sondern regelmäßig wechseln, da schnell eine Gewöhnung bei den Räubern eintritt und sie gar nicht mehr reagieren. Ein Lockjagdset ist daher immer empfehlenswert. Hier einige Vorschläge.

Ranzbeller: Fuchsranz imitieren

Zur Ranz haben sich zwei entwickelte hölzerne Instrumente gut bewährt. Dabei handelt es sich um arteigene Laute. Eins imitiert den Ranzlaut der Fähe, die sogenannte Fuchsflöte. Die zarten, leisen Töne aus der Flöte sind für das menschliche Ohr kaum hörbar, doch der hochempfindliche Fuchs nimmt diese Töne auf weite Entfernung wahr. Die Lautfolge beginnt mit einem etwas länger gezogenen „Kujöww“ dem ein kurzes „Kuju“ zwei, dreimal folgt.
Mit dem weiteren Instrument können die Bell-Laute des Rüden und der Fähe erzeugt werden. Wir alle kennen die sehnsüchtigen Bell-Laute des Rüden, die oft nächtelang in der Ranzzeit zu hören sind. Das Bekannte „Hau – hau – hau“, verrät den Rüden, die Fähen schwingen die Töne heller. Um mit dem Locker den Rüden zu reizen, wird das Mundstück zwischen die Lippen genommen und die Luft kurz eingezogen. Das Nachahmen der Fähe erfordert das Umdrehen des Lockers und ein kurz abgehacktes Hineinblasen hat zu folgen. Bei beiden Lockern ist fleißiges üben zu Haus angesagt.

Während der Fuchsranz können Ranzbeller den Unterschied bei der Reizjagd machen. © Kim Trautmann

Das Mäuseln

Für den Mäusepfiff bedarf es nicht unbedingt das Mäusepfeifchen. Einfach in der Mitte die Lippen fest zusammenpressen und die Luft einziehen. So gelingt die akustische Täuschung mühelos und ohne viel Übung. Zumal hier auch keine festliegende Tonfolge oder gar Strophe zu beachten ist. Eine kurze Reihe von fast zusammenhängenden, leisen zwitschernden Pfiffen reicht völlig aus.
Nie zu sehr in die Länge ziehen! Doch leider ist das Mäuseln nicht weit zu hören. Mitunter empfiehlt es sich, in der entgegengesetzten Richtung zu rufen und dabei mit einem kleinen Schalltrichter ein wenig drehend zu rufen. Der Schalltrichter verdoppelt fast den Ton und durch die Bewegung ist es für den Fuchs schwerer festzustellen, woher der verlockende Ruf kommt. Beim „Mäuseln“ ist auch stets Bewegung im Spiel. Gerne kommen Eulen, aber auch Marder und Katzen stellen sich ein. Der Mäusepfiff wirkt das ganze Jahr hindurch.

Das Quäken

Während beim Mäuseln der Fuchs immer vertraut kommt, muss der Fuchs bei der Hasenklage immer mit einem Kontrahenten rechnen, der seine Beute nicht freiwillig hergibt. So schlägt er erst einmal einen Bogen um Wind zu bekommen. Daher muss das Gelände absolut übersichtlich sein. Zum Imitieren der Hasenklage kommt man durchaus ohne Instrument aus. Einfach Luft durch den zusammengekniffenen Mund pressen und in der hohlen Faust entsteht dieser unschöne Quetschton. Der Schrei des Todes wird nicht zu oft imitiert. Vier oder fünfmal alle halbe Stunde „den Hasen sterben zu lassen“, reicht völlig aus. Der Markt bietet aber auch eine Vielzahl von Hasenquäken oder Kaninchenklagen für den, der noch Kaninchen im Revier hat.

Vogelangstruf oder crying bird

Sehr gute Erfolge erreichen wir mit dem Vogelangstruf. Vogelangstruf imitiert den Klagelaut eines sterbenden Vogels, der von einem Beutegreifer geschlagen wurde. Einige dieser Lockinstrumente sind recht empfindlich, dass schon ein Staubkorn oder Tabakkrümel ihre Funktion einschränkt oder sie unbrauchbar macht. Deshalb sollten „anfällige“ Lockinstrumente möglichst in einem Etui oder einer verschließbaren Holz-, Kunststoff- oder Pappröhre untergebracht sein.

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