Damwildüberpopulation im Emsland?

Gibt es eine Damwildüberpopulation im Emsland?

Dieser Frage ist der Umweltausschuss des Landkreises Meppen nachgegangen, allerdings ohne zufriedenstellendes Ergebnis.

Vorausgegangen war die Anfrage des Grünen-Abgeordneten Michael Fuest zu einem diesbezüglichen Aufsatz des Privatforstdirektors Winfried Frölich, wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet.

Im besagten Aufsatz, der unter anderem im Jagdbericht des Landes Niedersachsen 2014/2015 erschienen war, wird in verkürzter Form dargelegt, dass aufgrund von fehlender und falscher Bejagung ein Überschuss in der Damwildpopulation des Emslandes gegeben sei. Die sei, zusammen mit dem steigenden Rehwildbestand ein Grund, weshalb sich der Wald nicht mehr natürlich verjüngen könne und es vermehrt Wildunfälle gebe.

Durch die Anfrage der Grünen sollte nun herausgefunden werden, ob die Vorwürfe von Winfried Frölich den Tatsachen entsprechen. Herr Frölich ist unter anderem auch Geschäftsführer des Ökologischen Jagdvereins Niedersachsen und Bremen.

Zur Klärung wurden Kreisdezernent Marc-André Burgdorf und Kreisjägermeister Hubert Rapin befragt, die den tatsächlichen Damwildbestand mit dem Abschussplan verglichen.

Burgdorf wies zunächst darauf hin, das der anzustrebende Bestand bei sechs Stück Damwild pro 100 Hektar liege. Insgesamt seien also auf dem infrage kommenden Gebiet 900 Tiere das Idealmaß, wobei tatsächlich etwa 1160 Tiere dort leben würden.

Nach Angaben der Neuen Osnabrücker Zeitung habe die untere Jagdbehörde des Landkreises Emsland festgelegt, dass zuletzt 610 Tiere pro Jahr erlegt werden sollen. Diese Zahl komme vor allem aufgrund der hohen Reproduktionsrate des Damwildes zustande, die bei etwa 500 Jungtieren pro Jahr liegt. 2015/2016 sei der Sollabschuss auf 721 Tiere erhöht worden.

Tatsächlich erreicht wurde die Abschussquote offenbar allerdings nur 2014/2015. Ansonsten lagen die Abschüsse bis zu 173 Tiere darunter.

Kreisdezernent Marc-André Burgdorf weiß drauf hin, dass die Abschusszahlen durchaus ausreichend hoch festgelegt worden seien.

Das größte Problem stelle für ihn die Bejagung an sich dar. So habe das Damwild Rückzugsmöglichkeiten, die nur schwer oder nicht bejagbar seien. Auch sei der Jagddruck stetig erhöht worden, Burgdorf sprach von fünf Ansitz- und Bewegungsjagden pro Jahr, bei denen Hunderte Tiere erlegt würden. Durch diese Faktoren sei speziell das Damwild scheuer und nachtaktiver geworden.